Vorlesen

Gesellschaftliche Verantwortung

Die WU ist eine der Gesellschaft verantwortliche und die Gesellschaft mitgestaltende öffentliche Wirtschaftsuniversität. Sie leistet durch exzellente Forschung und forschungsgeleitete Lehre einen Beitrag zu kritischem Denken und verantwortungsvollem wirtschaftlichem Handeln. Ein Ziel ist die Lösung ökonomischer, sozialer und ökologischer Probleme. Studierende werden deshalb in der Ausbildung auf die Herausforderungen einer sich ständig wandelnden Welt vorbereitet. Sie werden in ihrer Entwicklung zu verantwortlichen und ethisch handelnden Personen unterstützt und befähigt, innovative Denkansätze zu verfolgen und neue Wege zu beschreiten. Auch im kritischen Diskurs mit der Öffentlichkeit und als Arbeitgeberin nimmt die WU ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und strebt die Verwirklichung einer humanen und gerechten Gesellschaft an. Sie  fördert Geschlechtergerechtigkeit und soziale Chancengleichheit, sorgt für Barrierefreiheit sowie für familienfreundliche Arbeitsstrukturen am Campus und bekennt sich zum Prinzip der Nachhaltigkeit.

Gender & Diversity

Volunteering@WU

Barrierefreiheit und Inklusion

Familienfreundliche Hochschule

Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit

more und weitere Flüchtlingsinitiativen

Gender und Diversity Policy

Die WU setzt sich für Gerechtigkeit und soziale Chancengleichheit, Vielfalt und Weltoffenheit ein. Sie schafft Rahmenbedingungen, die Entwicklungsmöglichkeiten für alle Menschen an der WU bieten, unabhängig von deren individuellem, sozialem oder kulturellem Hintergrund. Die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und die Verbesserung der sozialen Chancengleichheit sind für die WU zentrale Grundsätze und mehr als gesetzlich festgelegte Aufgaben.  Zusammen mit einem wertschätzenden, Potentiale anerkennenden Umgang mit Diversität sind sie wesentliche Merkmale einer innovativen und zukunftsorientierten Hochschule. Gender- und Diversitätsaspekte sind an der WU deshalb schon lange als Teil einer qualitätsvollen Forschung und Lehre, die gesellschaftlich relevante Fragestellungen aufgreift, verankert.

Gender und Diversity in Forschung und Lehre

Die Gender- und Diversitätsforschung untersucht wie Geschlechterverhältnisse und andere Diversitätsaspekte – z.B. ethnische Zugehörigkeit, Klasse, Religion, Alter, sexuelle Orientierung, Behinderung usw. – zu Hierarchisierungen und Ausschlüssen in Gesellschaft und Wissenschaft führen. An der WU wird am  Institut „Gender and Diversity in Organizations“ seit 2002 zu diesen Themen  geforscht und gelehrt. Auch an anderen Instituten und Forschungsinstituten setzen sich WissenschaftlerInnen schon seit langem mit Ungleichheitsverhältnissen auseinander  (siehe z.B. Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Soziologie und Empirische Sozialforschung, Bildungswissenschaft,  Institut für Verteilungsfragen, Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit). Sie alle  leisten einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis darüber, wie strukturelle Barrieren systematisch auf bestimmte Personengruppen wirken und wie diese beseitigt werden können.

Programme und Maßnahmen

Die Förderung von Gleichstellung und Chancengleichheit wird an der WU in unterschiedlichen Programmen und Maßnahmen realisiert. Ein Auszug aus diesen Aktivitäten findet sich nachstehend:

Für SchülerInnen und Studierende:
  • KinderuniWirtschaft: Schulkindern unterschiedlicher Altersstufen und Herkunft wird durch die Kinderuni schon frühzeitig ein Zugang zu Wirtschaft und Wissenschaft ermöglicht.   

  • Volunteering@WU will Lernen und Integration durch einen Austausch von WU-Studierenden und jungen Menschen aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen fördern.

  • Beable ist ein Unterstützungsprogramm für Studierende mit körperlichen Beeinträchtigungen, chronischen Erkrankungen, einer Behinderung oder Lernstörung.

Für Wissenschaftlerinnen der WU:
  • Karriereprogramm für WU-Wissenschaftlerinnen: Mit diesem Programm  unterstützt die WU Wissenschaftlerinnen bei der Planung und Gestaltung ihres ganz persönlichen Karriereweges.

  • Dr.-Maria-Schaumayer-Habilitationsstipendium: Ziel des Stipendiums ist es, Habilitandinnen die kontinuierliche Arbeit an ihrem Habilitationsprojekt zu ermöglichen, indem sie von allgemeinen Lehr- und Verwaltungsaufgaben entlastet werden;

  • Habilitandinnenstellen: Während des bis zu 6-jährigen Vertragszeitraums werden 4 – 6 Forscherinnen von Verwaltungsaufgaben weitestgehend entlastet und haben eine reduzierte Lehrverpflichtung.

  • Qualitätssicherung in Berufungsverfahren soll die Transparenz in Berufungsverfahren steigern, um den Frauenanteil auf der Ebene der Professuren zu erhöhen.

  • Women in Science: Veranstaltungsreihe zu forschungs- und karriererelevanten Themen sowie ein eigener Verteiler bieten Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit zur Vernetzung.

  • Female Scholar Program: Ziel des Programms ist, Nachwuchswissenschaftlerinnen der WU Wien mit internationalen Top Forscherinnen zu vernetzen, akademische Rollenmodelle sichtbar zu machen und Wege für die eigene akademische Karriereplanung aufzuzeigen.

Hall of Femmes

In Kurzporträts werden Karriereverläufe, Motivations- und Erfolgsfaktoren sowie persönliche Karriereempfehlungen von Frauen an der WU und mit Bezug zur WU vorgestellt. Ziel dieses Projekts ist es, die Sichtbarkeit von Frauen an der WU zu erhöhen und andere Frauen zu stärken, indem es Vorbilder schafft.

Rechtliche Grundlagen

Die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Frauenförderung sind für Universitäten in Österreich gesetzliche Aufträge. Ebenso ist die Gleichbehandlung im Arbeitsleben aufgrund der „ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung“ gesetzlich festgeschrieben. Rechtliche Grundlagen auf nationaler Ebene bieten u.a. das Bundesverfassungsgesetz B-VG , das Bundesgleichbehandlungsgesetz B-GlBG oder das Universitätsgesetz UG 2002. Weitere rechtliche Bestimmungen finden sich in der Satzung der WU. Auf EU-Ebene hat sich Österreich durch den Vertrag von Amsterdam verpflichtet, Gender Mainstreaming umzusetzen und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Für Personen mit Behinderung sind das Behinderteneinstellungsgesetz sowie das Behindertengleichstellungsgesetz die Rechtsgrundlage. Es sieht u.a. vor, dass auf je 25 Beschäftigte eine begünstigte behinderte Person einzustellen ist, anderenfalls sind Ausgleichszahlungen zu leisten.

Im Universitätsgesetz ist u.a. folgendes festgelegt: ·        

  • Gleichstellung von Frauen und Männern, soziale Chancengleichheit, besondere Berücksichtigung der Erfordernisse von behinderten Menschen, Vereinbarkeit von Studium oder Beruf mit Betreuungspflichten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige zählen zu den leitenden Grundsätzen von Universitäten (§2 Z  9 – 13).

  • Gleichstellung von Frauen und Männern und Frauenförderung sind als Aufgaben der Universitäten definiert (§3).

  • Diese gesellschaftlichen Zielsetzungen sind Bestandteil der jeweils dreijährigen Leistungsvereinbarung zwischen den Universitäten und dem Ministerium (§ 13 Abs. 2g).

  • Die Einrichtung einer Organisationseinheit zur Koordination der Aufgaben der Gleichstellung, der Frauenförderung sowie der Geschlechterforschung ist in der Satzung zu regeln (§ 19 Z 7).

  • Jedem Kollegialorgan müssen mindestens 50% Frauen angehören (§20a).    

  • Ein Frauenförderungsplan und ein Gleichstellungsplan sind als Teil der Satzung zu erlassen (§20b). Sie dienen der Umsetzung der verfassungsrechtlichen Vorgaben zur tatsächlichen Gleichstellung gemäß Art. 7 Abs. 2 und 3 B-VG und des B-GlBG. Anmerkung: Die Bestimmung zur Erlassung eines Gleichstellungsplans wurde mit der UG-Novelle 2015 in das Universitätsgesetz integriert. An einer Umsetzung wird an der WU gearbeitet.

  • In allen Arbeitsbereichen ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern zu erreichen (§41).

  • An jeder Universität ist ein Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen einzurichten. Dessen Aufgabe ist es, Diskriminierungen durch Universitätsorgane auf Grund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung entgegenzuwirken (§42).

Frauen im Wirtschaftsstudium

Frauen sind in Österreich erst seit 1897 berechtigt, ein Studium zu absolvieren. Männer durften zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen hundert Jahren an österreichischen Universitäten studieren. An der Hochschule für Welthandel, der Vorgängerin der WU, wurden Frauen zwar von Beginn an (1919) wie männliche Hörer zum Studium zugelassen. Der Frauenanteil unter den Absolventinnen stieg allerdings nur langsam: Bis 1930 entfielen 4%, bis 1970 16% der Abschlüsse auf Frauen.

An einem Abbau von Hürden für Frauen in der Wissenschaft arbeiteten auch engagierte Wissenschaftlerinnen der WU, die frauenspezifische Themen in Forschung und Lehre zunehmend integrierten. Ab 1990 sorgten gesetzliche Änderungen für weitere Impulse und Verbesserungen: So ist seit 1991 der gesetzlich vorgeschriebene Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen an der WU in Sachen Anti-Diskriminierung tätig, 1991 legte er den ersten Frauenförderungsplan an der WU vor. Durch spezifische Programme und Maßnahmen wird die Gleichstellung von Frauen und Männern an der WU weiter gefördert.

Heute schließen etwa gleich viele Frauen wie Männer ein Wirtschaftsstudium an der WU ab. Die Schieflagen in den Geschlechterverhältnissen auf den höheren wissenschaftlichen Hierarchieebenen ändern sich hingegen nur langsam. Im Jahr 2015 hatten Frauen 20 der insgesamt 94 Professurenstellen inne.

Zuständigkeiten und Einrichtungen

Die Förderung von Gleichstellung und sozialer Chancengleichheit wird an der WU als gemeinsame Aufgabe aller Universitätsangehörigen und insbesondere als Verpflichtung für Personen in leitenden Positionen gesehen. Deshalb werden Maßnahmen und Aktivitäten von verschiedenen Personen und Abteilungen organisiert und umgesetzt.

Mit dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen und der Stabstelle Gender und Diversity Policy verfügt die WU auch über zwei spezielle, im Universitätsgesetz vorgeschriebene Einrichtungen, die mit unterschiedlichen Aufgabenprofilen an der Realisierung von Chancengleichheit an der WU arbeiten.

Stabstelle Gender und Diversity Policy

Die Stabstelle Gender und Diversity Policy wurde im Büro des Rektorats eingerichtet und erfüllt u.a. folgende Aufgaben:

  • Beratung des Rektorats bei der Förderung von Gleichstellungsprozessen, Gendergerechtigkeitund Diversität

  • Entwicklung von dafür notwendigen Konzepten und Fördermaßnahmen sowie Evaluierung und Monitoring in der Umsetzung solcher Maßnahmen und Prozesse

  • Koordination der Aufgaben der Gleichstellung und Frauenförderung gemäß § 19 Abs 2 Z 7 UG 2002 sowie Schnittstelle zur Gender-Forschung

  • Beiträge zur Bewusstseinsbildung in der Organisation (z.B. Erstellung des Gleichstellungsberichts der WU)

Familienfreundliche Universität

Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium und Privatleben ist der WU ein großes Anliegen.

  • Am WU Campus befindet sich ein Kindergarten, zusätzlich bietet die WU Kinderbetreuungsmöglichkeiten bei Veranstaltungen, Seminaren, etc. an.

  • Für die Zeit der Elternkarenz werden den Angestellten Notebooks zur Verfügung gestellt und der Wiedereinstieg nach der Elternkarenz soll WissenschaftlerInnen u.a. durch Coaching erleichtert werden.

  • Ein Dual Career Service unterstützt bei der Vereinbarkeit von Doppelkarrieren.

  • 2013 wurde die WU zudem mit dem Audit „hochschuleundfamilie“ zertifiziert.  

Barrierefreiheit und Inklusion

Die WU möchte gleiche Chancen für Studierende und Angestellte mit und ohne Behinderung sicherstellen. Deshalb wurde der WU Campus von Anfang an möglichst barrierefrei gestaltet. Neben den baulichen Gegebenheiten fördern weitere Maßnahmen die Inklusion:

  • Ein Leitbild zur Inklusion von Menschen mit Behinderung wurde unter Einbeziehung der Interessensverbände erstellt und bildet eine Grundlage für konkrete Maßnahmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung.

  • Im Rahmen des Programms „BeAble: Ungehindert Studieren!“ werden Studierende mit Behinderung, chronischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen und/oder einer Lernstörung insbesondere in Hinblick auf die Teilnahme an Lehrveranstaltungen und Prüfungen unterstützt und hinsichtlich der Studienorganisation beraten.

  • WU-Angestellten steht eine Behindertenvertrauensperson zur Verfügung.

  • Durch die Teilnahme am Mentoringprogramm „CEO on wheels“ möchte die WU einen weiteren Beitrag leisten, soziale Barrieren abzubauen.

Daten und Fakten

  • 51,61% Absolventinnen (Zweitabschlüsse)

  • 22,45% Professorinnen

  • 12% der Studierenden an der WU haben Migrationshintergrund (Studierende 1. oder 2. Generation, beide Elternteile im Ausland geboren)

  • 9% der Studierenden an der WU haben eine gesundheitliche oder psychische Beeinträchtigung (lt. Studierenden-Sozialerhebung 2011)

Materialien und Downloads