Mit der World Emissions Clock zu besserem Klimaschutz

Die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 in Zahlen und Grafiken
Screenshot of the WEC Website

Was, wenn es möglich wäre, Treibhausgasemissionen für ganze Länder, insgesamt und pro Kopf, oder nach Wirtschaftssektoren aufgeschlüsselt anzeigen und vergleichen zu können – und zwar so einfach, wie zwischen Browserfenstern zu wechseln? Genau das leistet die World Emissions Clock (WEC). Die WEC wurde 2022 gemeinsam von der WU Wien und dem World Data Lab entwickelt. Damit steht nun ein Online-Tool zur Verfügung, das verlässliche Daten zu Treibhausgasemissionen und zum Klimawandel liefert und vergleichbar macht. Erstmals vorgestellt wurde die WEC auf der UN-Klimakonferenz COP27. Jesús Crespo Cuaresma und Lukas Vashold vom Department für Volkswirtschaft der WU leiteten die Entwicklung des zugrundeliegenden statistischen Modells, das unter der Annahme unveränderter Klimapolitik künftige Treibhausgasemissionen schätzt.

Emissionspfade in verschiedenen Szenarien

Die WEC zeigt die prognostizierte Entwicklung der Treibhausgasemissionen bis 2050 – für 180 Länder, fünf Sektoren (Landwirtschaft, Gebäude, Energie, Industrie und Verkehr) und bis zu 24 Teilsektoren. Ihre durchdachten Visualisierungstools zeichnen drei mögliche Zukunftsszenarien: Weitermachen wie bisher, vollständige Umsetzung der national festgelegten Klimaschutzbeiträge (NDCs) sowie ein Entwicklungspfad unter Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels. 

● „Business as usual“ – In diesem Szenario bleiben die CO₂-Emissionen auf dem aktuellen Niveau und die Welt steuert bis 2050 auf schwerwiegende Klimafolgen zu. 

● „Do as we promised“ – In diesem Szenario erfüllen alle Länder ihre nationalen Beiträge (NDCs) gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen.  

● „We achieve the goal“ – Das ambitionierteste Szenario geht von einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C aus, wie im Pariser Klimaschutzabkommen vorgesehen. Dafür wären Emissionseinsparungen in weit größerem Ausmaß nötig als jene, die bisher zugesagt wurden. 

Derzeit bleiben die meisten Länder hinter ihren Verpflichtungen zurück und müssten daher ihre Ziele deutlich anheben.

Video Introducing the World Emissions Clock | World Data Lab

Introducing the World Emissions…

Die World Emissions Clock in der Praxis

Seit dem Start der WEC im Jahr 2022 liefert das Tool wertvolle Orientierungshilfen für Klimaforscher*innen, Organisationen, die im Bereich des Klimaschutzes tätig sind, sowie für die Politik, wenn es darum geht, Treibhausgasemissionen zu minimieren. Mit der WEC lassen sich gegenwärtige und prognostizierte Emissionen über unterschiedliche Wirtschaftssektoren hinweg nachvollziehen und die Emissionen von 180 Ländern weltweit vergleichen, in absoluten Zahlen und pro Kopf. Die WEC hilft auch dabei, Trends im Vergleich zwischen hoch und weniger hoch entwickelten Ländern zu erkennen, und sie ermöglicht es, unterschiedliche Ansätze und die Ergebnisse von international umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen zu analysieren. 

Professor Jesús Crespo Cuaresma von der WU Wien erklärt, dass die WEC dafür konzipiert wurde, „eines der stärksten derzeit verfügbaren evidenzbasierten Werkzeuge für die Bewertung der globalen Herausforderungen im Bereich des Klimaschutzes“ bereitzustellen. Ein Artikel, in dem die WU-Forscher die wissenschaftlichen Grundlagen ihrer Modellierungen beschreiben, wurde in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht. 

Ein Hoffnungsschimmer 

Die breite Datenbasis der WEC und die Einheitlichkeit der zugrundeliegenden Methodik ermöglicht es, Länder sehr einfach miteinander zu vergleichen und voneinander zu lernen. Dabei wird klar: Eine Zukunft in Wohlstand und mit niedrigem CO₂-Ausstoß ist möglich, ohne dass dabei das Wirtschaftswachstum leiden muss. Das Ausmaß der Treibhausgasemissionen variiert weltweit sehr stark, doch die nationalen CO₂-Fußabdrücke können noch deutlich reduziert werden, wenn bewährte Ansätze in Bereichen wie Transportwirtschaft, Landverbrauch und Gebäudeisolierung konsequent umgesetzt werden, vor allem in den höher entwickelten Ländern. Es gibt bereits Technologien, die fortgesetztes Wirtschaftswachstum ermöglichen und gleichzeitig den Treibhausgasausstoß reduzieren. Daher ist es für eine nachhaltige Zukunft essenziell, dass Staaten voneinander lernen. Die WEC gibt Regierungen und anderen Akteuren ein wertvolles Werkzeug an die Hand, um politische Entscheidungen effektiv an Klimazielen auszurichten. Die Köpfe hinter der World Emissions Clock haben ihre Modelle auch schon dem österreichischen Klimaministerium zur Verfügung gestellt, um Austausch und weiterführende Schritte zu ermöglichen. 

Komplexe Datenmodellierungen, klar visualisiert auf einer interaktiven Plattform – damit ermöglicht das WEC-Projekt einen direkten Zugang zu transparenten Emissionspfaden, um eine Grundlage für datengestützte politische Weichenstellungen zu liefern und damit weltweit zu einer evidenzbasierten Klimapolitik beizutragen. 

Key Facts

  • Department für Volkswirtschaft

  • WU-Mitarbeiter*innen: Jesus Crespo Cuaresma

  • Zielgruppe: politische Entscheidungsträger*innen, NGO´s, Wissenschaftler*innen, Öffentlichkeit

  • Kooperationspartner: World Data Lab (WDL), International Institute of Applied Systems Analysis

  • Förderer: eXplore! Project (B&C Stiftung und Michael Tojner), Federal Ministry of Economic Cooperation and Development of Germany (BMZ), the German Agency for International Cooperation (GIZ), the Patrick McGovern Foundation

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Activities
  • Modellentwicklung

  • Visualisierung 

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Output
  • Eine interaktive Plattform für Emissionsprognosen 

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Outcome
  • Mehr Transparenz und datengestützte Entscheidungsprozesse 

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Impact
  • Stärkung von evidenzbasierter Klimapolitik weltweit