Seitlicher Blick auf das D2 Gebäude.

Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal

Gehaltsverhandlungen

Unbefriedigende Gehaltsverhandlungen 2017

In den letzten Wochen wurden für die Beschäftigungsgruppen an der WU von deren InteressensvertreterInnen Gehaltsverhandlungen geführt. Bei diesen Verhandlungen finden sich auf beiden Seiten neue VertreterInnen, insbesondere bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst hat es einen Generationswechsel gegeben. Für die wissenschaftlichen Bediensteten der Universitäten hat es zwei relevante Abschlüsse gegeben:

  • Für die BeamtInnen und Vertragsbediensteten wurde eine Gehaltserhöhung von 1,3% erreicht.

  • Für die große Mehrheit der Universitätsangestellten, die unter den Kollektivvertrag für die Universitäten fallen, fällt die Gehaltserhöhung mit 1,0% bzw. mindestens 34,50 Euro pro Vollzeitäquivalent hingegen geringer aus.

Die Beamten und Vertragsbediensteten fallen in die große Gruppe der öffentlich Bediensteten, deren Gehälter für das Jahr 2017 die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst mit der Bundesregierung ausgehandelt hat. Hier haben die Verhandlungen zu einem ungewohnt schnellen Abschluss gefunden: Am 30. November 2016 sind die VerhandlerInnen übereingekommen, dass ab 1. Jänner 2017 (bei einer Laufzeit bis 31. Dezember 2017) die Gehälter der Beamtinnen und Beamten des Dienststandes, die Monatsentgelte der Vertragsbediensteten und der Bediensteten mit einem Sondervertrag sowie Zulagen, Nebengebühren und die Überleitungsbeträge um 1,3% erhöht werden. Dies stellt nach einigen Jahren, in denen die Anpassungen sehr niedrig waren bzw. z.T. Nulllohnrunden vereinbart wurden, ein absolut akzeptables Ergebnis dar!

Die aktuellen Gehaltstabellen für Beamte und Vertragsbedienstete finden sich hier

Für die Kollektivvertrags-Bediensteten, deren Anteil an der Belegschaft immer größer wird, verhandelt der Dachverband der Universitäten (Vertretung aller österreichischen Universitäten) ebenfalls mit einer Delegation der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, der FachvertreterInnen des wissenschaftlichen und allgemeinen Personals angehören.

Da in den meisten Entlohnungsgruppen die KV-Löhne auch die IST-Löhne repräsentieren, weil es nur in wenigen Bereichen Überzahlungen gibt, hatte das GÖD-Verhandlungsteam das Ziel, eine angemessene Gehaltserhöhung zu erwirken, die über dem Beamtenabschluss liegen sollte. Ein weiteres Ziel war, eine Erhöhung der Abgeltung der Lektorinnen und Lektoren zu erreichen, sodass zwei Semesterwochenstunden Lehre pro Semester zu einem Einkommen über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze führen. Der Abschluss sollte als Würdigung der Leistungen in Studien und Lehre des Kollektivvertrag-Personals angesehen werden.

Auf ArbeitgeberInnenseite hat die budgetär angespannte Situation an einigen Universitäten Österreichs leider keine ideale Ausgangssituation für die Verhandlungen geschaffen. Nach einem langen Verhandlungstag am 19. Dezember 2016 hat es einen Abschluss gegeben, der ab 1.1.2017 wirksam werden wird: Eine Einigung wurde für eine Gehaltserhöhung von 1% bzw. mindestens 34.50 Euro (pro Vollzeitäquivalent) erzielt. Somit wird die Gehaltserhöhung vor allem für das allgemeine Personal wirksam. Im Bereich des wissenschaftlichen Personals entspricht diese Erhöhung für die Gehaltsstufe B1.01. 1,28% und B1.02 1,08%.

Das offizielle Schreiben der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst findet sich hier.

Dieser Abschluss ist unseres Erachtens angesichts der massiven Leistungssteigerung aller österreichischen Universitäten mit (gerechnet auf alle Universitäten) plus 27 % Studienabschlüssen und 13 % mehr Studierenden in den letzten 6 Jahren bei einer gleichzeitigen Abnahme des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals von 1,75 % der Vollzeitäquivalente als unzureichend und nicht zufriedenstellend zu bewerten.

Wir sind über diese ungleichen Gehaltsabschlüsse, die es für die beiden Beschäftigungsgruppen an der WU im wissenschaftlichen Bereich gibt, enttäuscht, denn das unterschiedliche Ausmaß der Gehaltsanpassungen für Beamte und Kollektivvertrag-Bedienstete bei den diesjährigen Gehaltsabschlüssen ist dem Ziel, einen stärkeren Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Belegschaftsgruppen zu erreichen, nicht unmittelbar zuträglich.

Für uns als Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal der WU ist diese Entwicklung ein zusätzlicher Ansporn, uns für die Interessen des wissenschaftlichen Personals weiter zu engagieren; auch um damit die hohe Qualität der Arbeitsplätze im wissenschaftlichen Bereich zu wahren.

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