Seitlicher Blick auf das D2 Gebäude.

Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal

Neuer Universitätsrat - Bestellung in letzter Minute

Die Funktionsperiode der Universitätsräte endete österreichweit am 28. Februar 2018. Von Seiten der Universitäten bzw. konkreter der Senate wurde die Aufgabe der Entsendung schon vor dem Sommer 2017 erledigt. Seit Juni letzten Jahres steht fest, dass Dr. Stephan Koren (bisheriges Mitglied des Unirats) und Dr. Christine Dornaus (Vorstandsdirektorin der Wiener Städtische Versicherung AG) als Mitglieder des neuen Universitätsrats der WU tätig sein werden.

Der Universitätsrat ist eine Art Aufsichtsgremium der Universitäten, das aber auch in die strategischen Entscheidungen der Universitäten eingebunden ist und die Rektorin/den Rektor aus einem Dreiervorschlag des Senats auswählt. In den Universitätsrat sollen Personen ernannt werden, die „in verantwortungsvollen Positionen in der Gesellschaft, insbesondere der Wissenschaft, Kultur oder Wirtschaft, tätig sind oder waren und aufgrund ihrer hervorragenden Kenntnisse einen Beitrag zur Erreichung der Ziele und Aufgaben der Universitäten leisten können“ (§ 21 Abs 3 UG).

Die Bestellung der durch die Bundesregierung zu entsendenden Mitglieder war Anfang des Jahres österreichweit Gegenstand eines intensiven Tauziehens und die Kontroversen um die Ernennung von Burschenschaftern unmittelbar vor Ablauf der Frist sind sicher noch in Erinnerung. Hier haben insbesondere VertreterInnen der Uniko (Universitätenkonferenz) ihre Stimme erhoben (siehe dazu http://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/uni-r%c3%a4te-blimlinger-kritik-an-parteipolitischer-versorgung/ar-BBJpAWF), aber auch die Universitätsgewerkschaft hat sich Anfang Februar mit ihren Bedenken an Bundesminister Faßmann gerichtet und eindringlich ersucht, die Eignungsprüfung bei der Bestellung der Universitätsräte im Auge zu halten.

Für die WU Wien wurde am 21. Februar auf Vorschlag der ÖVP Dr. Cattina Maria Leitner ernannt und mit dem Ticket der FPÖ zieht Dr. Barbara Kolm in den Universitätsrat ein. Frau Dr. Leitner ist für eine große Rechtsanwaltskanzlei tätig und war mehrere Jahre Vorsitzende des Universitätsrates der Medizinischen Universität Graz. Barbara Kolm ist Leiterin des neoliberalen Friedrich August v. Hayek-Institutes. Beide wurden von der neuen Regierung auch in den ÖBB-Aufsichtsrat berufen.

Alle drei neuen Uniratsmitglieder waren bei der Abschlusssitzung des bisherigen Universitätsrats am 27. Februar anwesend. Dies ist für uns BelegschaftsvertreterInnen ein sehr wichtiges Signal. So konnten die neuen Mitglieder des Universitätsrats einen Eindruck von der bisherigen Arbeit in diesem Gremium sammeln – insbesondere auch im Hinblick auf das bisher durchaus konstruktive Gesprächsklima, das in diesem Gremium trotz einiger kritischer Diskussionen grundsätzlich herrscht. Der scheidende Universitätsrat hat stets mit Bedacht auf die WU, ihre Beschäftigten, aber auch ihrer Rolle im österreichischen Bildungssektor agiert. Wir haben die Hoffnung, dass dies auch in der neuen Zusammensetzung die Leitmaximen für die Universitätsräte sein werden.

Vollständig ist der Universitätsrat noch nicht, wird doch erst bei der konstituierenden Sitzung, die in den kommenden Tagen stattfinden soll, das fünfte Mitglied bestellt und dann in der Folge aus dieser Gruppe der/die Vorsitzende gewählt, der/die für die nächsten 5 Jahre die Geschicke des Unirats stark beeinflussen wird.

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