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Digitalisierung steuern: LL.M Digitalization & Tax Law

06. Mai 2020

Erwerben Sie das nötige Wissen für die digitale Transformation im Bereich Steuern und Steuergesetze.

„Der Hintergrund für die Entwicklung des neuen LL.M Digitalization & Tax Law ist leicht erklärt: In der Zusammenarbeit mit unseren Kunden im In- und Ausland sehen wir, welche gravierenden Auswirkungen die Digitalisierung gerade auf die Steuerabteilungen von Unternehmen haben kann. Trends wie Big Data, Automatisierung und Kollaboration machen ein Umdenken erforderlich und stellen Führungskräfte vor die Herausforderung, neue Wege einschlagen zu müssen, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben – das gilt insbesondere auch beim Thema Steuerrecht“, sagt Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy.

Neue Technologien – neue Möglichkeiten, auch im Steuerrecht

Vielfach überwiegt noch die Skepsis, obwohl neue Technologien das Potenzial zur Senkung von Kosten und zur Vereinfachung von Abläufen bieten. Von Bedeutung ist vor allem die Frage, ob und wie sich der Technologieeinsatz im Steuerbereich zur Erfüllung der Vorgaben hinsichtlich des elektronischen Reportings eignen; ein weiterer Schwerpunkt ist Tax Compliance.

Maßgeblich zu der Entwicklung des neuen Programms haben nicht nur die beiden WU-Professoren Jan Mendling (Department für Information Systems and Operations) und Alexander Rust (Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht), sondern auch Robert Risse beigetragen, der zu den anerkanntesten Experten für Steuerrecht im deutschsprachigen Raum zählt. Risse ist seit 2000 Corporate Vice President Tax & Trade bei der Henkel AG in Düsseldorf und zeichnet vor allem für den Praxisteil des Programms verantwortlich.

Industrie und Wirtschaft nutzen neue Technologien, um die verschiedensten Prozesse zu optimieren und Berichtspflichten zu erfüllen. Prozesse sind das Arteriensystem von Organisationen," betont Mendling. "Im Steuerbereich sind sie ein Schlüsselfaktor, der über die Einhaltung von Compliance-Verpflichtungen, die zu erwartenden Kosten und die betriebliche Effizienz entscheidet. Das Steuer- und Handelsrecht bildet die Grundlage für die damit verbundenen Prozesse. Folglich kann jedes Prozessversagen das Steuer- und Zollwesen und das gesamte Prozessökosystem zum Stillstand bringen. Deshalb ist fundiertes Wissen über neue technologische Möglichkeiten in diesem Bereich so wichtig“, sagt Risse.

Bei Henkel hat man schon früh begonnen, sich mit der Digitalisierung im steuerrechtlichen Umfeld zu befassen, so konnten die Kosten durch Einsatz automatisierter Prozesse deutlich gesenkt werden. In vielen Bereichen seien solche Einsparungen möglich, sagt Risse. „Ein Beispiel ist der Zoll – hier können neue Technologien kostensparend eingesetzt werden: Wie kann ein Unternehmen etwa Freihandelsabkommen optimal nutzen, um Zoll- und Abgabenzahlungen zu vermeiden? Dank eines Anomalie-Erkennungs-Algorithmus werden Optimierungsmöglichkeiten automatisch erkannt und ein Soll-Ist-Abgleich mit den relevanten Daten durchgeführt.“

Blockchain und KI: auf die praktische Anwendbarkeit kommt’s an

Auch aktuelle Trendthemen wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain werden im Programm aufgegriffen. „Blockchain etwa gewährleistet eine sehr transparente Übertragung von Daten. Use Cases mit dieser Technologie haben eine hohe Prozesssicherheit, da notwendige Dokumentationen von selber ablaufen. Algorithmen automatisieren hier Prozesse immer weiter, indem sie aus Daten aus der Vergangenheit lernen, wie zukünftige Abläufe in einem Unternehmen aussehen werden. Darauf aufsetzende Process Mining Aktivitäten prüfen das Ergebnis noch im Prozess. Was wir generell sehen, ist, dass moderne Technologien im Bereich des Steuerrechts Unternehmen flexibler machen, weil sie rasche Reaktion auf Gesetzesänderungen erlauben“, so Risse.

Fokus Steuerrecht, Business Proces Modelling und Best Practices

Das Programm LL.M Digitalization and Tax Law, das im Oktober dieses Jahres starten wird, hat drei inhaltliche Schwerpunkte: Steuerrecht, Business Process Modelling sowie einen umfassenden Praxisteil, der von Robert Risse selbst betreut wird. Hier lernen die Teilnehmer vor allem, wie die neuen technischen Möglichkeiten mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgreich in Einklang zu bringen sind und welche Lösungsansätze sich aus innovativen Best Practices erarbeiten lassen.

„Die Themen Digitalisierung und Steuerrecht sind derzeit generell sehr weit oben auf der Prioritätenliste von Unternehmen, wir können hier mit der besonderen Qualität unseres Programms – sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis - einen echten Unterschied machen und den Teilnehmern einen Mehrwert bieten, den sie anderswo nicht bekommen“, sagt Alexander Rust. Die Nachfrage sei bereits vor Start des Programms hoch, was auch daran liegt, dass das Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht der WU Wien weltweit einen hervorragenden Ruf genießt.

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