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Nachhaltigkeit lehren: Mehr als nur Wissen vermitteln

18. Februar 2026

Neue WU-Studie zeigt: Nachhaltigkeitskommunikation wird oft zu eng gedacht

Ob Klimakrise, Biodiversitätsverlust oder Plastikverschmutzung – Umweltprobleme stellen Gesellschaften weltweit vor große Herausforderungen. Franzisca Weder, Professorin für Organisations- und Nachhaltigkeitskommunikation an der WU Wien, untersucht, wie wir über Nachhaltigkeit sprechen, und was sich dabei ändern muss.

Wie Nachhaltigkeit an Universitäten bisher gelehrt wird – und warum das nicht reicht

„Viele Organisationen, etwa große Unternehmen, kommunizieren über Nachhaltigkeit, um die Erwartungen von Stakeholdern wie Aktionär*innen zu erfüllen. Das ist auch die Art von Kommunikation, die meist an Hochschulen gelehrt wird“, so Franzisca Weder.

Sie und ihr Team analysierten internationale Bachelor- und Masterprogramme sowie einschlägige Fachliteratur. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist zwar in vielen Studienprogrammen angekommen, aber meist aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive – und oft nur in einzelnen Modulen oder Wahlfächern.

„Nachhaltigkeitsexpert*innen lernen über Umweltfragen, aber sie lernen nicht die Fähigkeiten, die sie benötigen, um die Themen zu kommunizieren und Veränderungen voranzutreiben“, so Weder. Andererseits wird Nachhaltigkeit in Kommunikationsstudiengängen nur als eines unter vielen Themen behandelt. „Meist wird Kommunikation über Nachhaltigkeit allerdings als reine Wissensvermittlung behandelt“, erklärt Weder. Solche klassischen Lehrmethoden reichen allerdings nicht aus.

Unkonventionelle Methoden und Irritation als Chance

Großes Potenzial bergen unkonventionelle Lehransätze. Dazu zählen experimentelle und partizipative Formate, die Irritation zulassen und Studierende aktiv in Aushandlungsprozesse einbinden. „Oft bremsen institutionelle Strukturen und starre Hierarchien im Hochschulsystem solche transformativen Lernansätze“, so Weder. Sie entwickelt daher gemeinsam mit Studierenden Projekte, die neue Perspektiven ermöglichen und Kommunikationsprozesse erlebbar machen. „Wir müssen von der reinen Wissensvermittlung wegkommen und stattdessen Irritation erzeugen und Diskussionen anstoßen“, so Weder.

Detaillierte Studienergebnisse und weitere Informationen

Mehr zu Franzisca Weders Forschung im Video.

Interview mit Franzisca Weder, in dem sie darüber spricht, in welchen Bereichen ihres Lebens sie manchmal „rebellisch“ ist.

Studie: Weder F., Kierans P.M. (2025): Unorthodox? Sustainability as Discursive Guidepost for Creating Transformative Agency. In: Professional Communication Education. Sustainability. 2025. 17(15)

Pressekontakt

Julia Kreimel, MSc. 
Wissenschaftskommunikation
Tel: + 43-1-31336-5478
E-Mail: julia.kreimel@wu.ac.at

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