Märkte & Handel

Depression kostet die Weltwirtschaft Billionen

29. September 2026

Neue Studie liefert Zahlen zu den globalen wirtschaftlichen Kosten von Depressionen

Der Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober macht darauf aufmerksam, wie stark psychische Erkrankungen Menschen und Gesellschaften belasten. Depression zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Professor Klaus Prettner von der WU Wien und der ÖAW hat erstmals umfassend die weltweiten makroökonomischen Kosten von Depressionen bis 2050 berechnet. Die Ergebnisse zeigen: Zwischen 2025 und 2050 verursacht die Erkrankung weltweit wirtschaftliche Schäden von rund 12 Billionen US-Dollar.

Enorme wirtschaftliche Belastung weltweit

Die in Nature Medicine publizierte Studie analysierte die wirtschaftlichen Folgen von Depressionen in 154 Ländern zwischen 2025 und 2050. Demnach verursacht die Erkrankung kumulierte globale Kosten von rund 12 Billionen US-Dollar. Das entspricht etwa 0,46 Prozent der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung. Werden suizidbedingte Todesfälle, die auf Depressionen zurückzuführen sind, miteinbezogen, steigt der wirtschaftliche Schaden auf bis zu 14 Billionen US-Dollar.

Foto von Klaus Prettner

„Depression verursacht großes Leid für die Betroffenen und ihr Umfeld. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Erkrankung darüber hinaus auch erhebliche Folgen für Produktivität, Beschäftigung und langfristiges Wirtschaftswachstum hat“, erklärt Mitautor WU-Professor Klaus Prettner. Die ökonomischen Auswirkungen entstehen dabei weniger durch Behandlungskosten als vielmehr durch geringere Erwerbsbeteiligung und sinkende Produktivität von Betroffenen.

Höchste Kosten in den reichen Volkswirtschaften

Auffällig ist die ungleiche Verteilung der Belastung: Besonders stark von den gesundheitlichen Folgen der Erkrankung betroffen sind Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. „Die größten wirtschaftlichen Schäden entstehen jedoch in wohlhabenden Volkswirtschaften, wo Produktivitätsausfälle stärker ins Gewicht fallen,“ erklärt Prettner. Die höchsten absoluten Kosten verzeichnen die USA, gefolgt von China und dem Vereinigten Königreich. Für Österreich berechnet die Studie einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 45 Milliarden US-Dollar zwischen 2025 und 2050.

Investitionen in psychische Gesundheit zahlen sich aus

Um die volkswirtschaftlichen Kosten von Depressionen zu reduzieren, sehen die Studienautor*innen mehrere Ansatzpunkte: Eine bessere Versorgung psychischer Erkrankungen, die stärkere Integration psychischer Gesundheit in die Primärversorgung sowie den Ausbau von Therapieangeboten. Wichtig sei es aber vor allem auch, Depressionen frühzeitig zu behandeln. Auch

Investitionen in die Prävention würden sich nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich auszahlen.

Weiterführende Informationen

Cao, Zhong, Luo, Yuheng, Jiao, Lirui, Chen, Wenjin, Prettner, Klaus, Kuhn, Michael, Bloom, David E., Jamison, Dean T., Bärnighausen, Till Winfried, Chen, Simiao (2026): Global economic burden of depression in 154 countries from 2025 to 2050. In: Nature Medicine. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1038/s41591-026-04548-7

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