Universität

20 Jahre Get active Social Business Award

28. September 2026

Jubiläumfeier an der WU Wien

Was 2007 als „Ideen gegen Armut“ begann, hat sich über zwei Jahrzehnte zu einer Plattform für Social Entrepreneurship in Österreich entwickelt: Am 11. September 2026 feierte der Get active Social Business Award (GASBA) sein 20-jähriges Bestehen. GASBA bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zusammen: Gemeinsam fördern die WU Wien, Coca-Cola Österreich, Der Standard, EY-Parthenon und BEN DORO DAD soziale Innovationen und begleiten Social Entrepreneurs von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung. Bei der Jubiläums-Gala im Festsaal der WU Wien wurde auf die Entwicklung der Initiative und ihre Wirkung für soziale Innovation zurückgeblickt. Zu den Gästen zählten neben den Initiator*innen, Gestalter*innen und Berater*innen auch Vertreter*innen erfolgreicher GASBA-Projekte.

Mehr als nur ein Preis: Was aus den ausgezeichneten Ideen entstanden ist


Der Award sollte von Anfang an mehr als eine reine Auszeichnung sein: Die Teilnehmer*innen erhielten Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Ideen und Businesspläne sowie Zugang zu Expert*innen und einem Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien.

Wie nachhaltig einzelne GASBA-Projekte wirken können, zeigen zahlreiche Organisationen, die ihre Entwicklung mit Unterstützung des Awards begonnen oder entscheidend vorangetrieben haben. Dazu zählen unter anderem Three Coins, Grow Together, Sindbad, PATHfindr, gabarage, Die Tafel Österreich, Teach For Austria, NACHBARINNEN, Hobby Lobby, More Than One Perspective (MTOP) und das R.U.S.Z.

Michael Meyer, Universitätsprofessor für Nonprofit Management an der WU Wien und Mitgründer des GASBA zieht Bilanz: “Die zwanzig GASBA-Jahre haben uns gelehrt, dass wir uns auf die Innovationskraft der Menschen unseres Landes auch dann verlassen können, wenn es um soziale Herausforderungen geht. Man muss ihnen nur ein wenig Spielraum, finanzielle Anreize, Unterstützung und Wertschätzung geben. Gemeinsam mit unseren Partnern entstand so eine starke Koalition, die wesentlich zur Etablierung und Stärkung eines Ökosystems für soziale Unternehmen beigetragen und damit das österreichische Ökosystem für soziale Innovationen nachhaltig geprägt hat.

Bei den Siegerprojekten wurde die gesellschaftliche Wirkung auch wissenschaftlich untersucht. Die SROI-Analysen der WU Wien zeigen einen durchschnittlichen gesellschaftlichen Mehrwert von 3,95 Euro für jeden eingesetzten Euro.

„Die vergangenen 20 Jahre zeigen, was aus einer guten Idee entstehen kann, wenn Wissen, Engagement und die richtigen Partner*innen zusammenkommen. Als WU freuen wir uns, unsere Expertise hier einzubringen und Menschen dabei zu unterstützen, aus sozialen Herausforderungen innovative und tragfähige Lösungen zu entwickeln“, sagte WU-Rektor Rupert Sausgruber anlässlich der Jubiläumsfeier.

Auch Projekte, die nicht gewonnen haben, konnten vom Netzwerk und der Sichtbarkeit profitieren. Die Entwicklung des Awards zeigt, wie sich die Themen sozialer Innovation in Österreich verändert haben: Während in den frühen Jahren vor allem Armut und Beschäftigung im Mittelpunkt standen, rückten später Flucht und Integration, während der Pandemie COVID und Gleichstellung sowie zuletzt Pflege, Bildung und KI stärker in den Fokus.

Heute sind rund 64 Prozent der GASBA-Gewinner*innen der vergangenen 20 Jahre noch aktiv. Fast jedes dritte eingereichte Projekt ist mittlerweile auch über die österreichischen Landesgrenzen hinaus tätig.

„Die Landschaft der Sozialunternehmen in Österreich hat sich in den letzten 20 Jahren stark entwickelt. Heute gibt es schätzungsweise mehr als 2.500 Sozialunternehmen in den unterschiedlichsten Themenfeldern, mit vielfältigen Wirkungsmodellen und Organisationsgrößen, von kleinen Start-ups bis zu etablierten Arbeitgeber*innen. Dennoch bleiben Finanzierung, unternehmerische Expertise und Talente, insbesondere in frühen Entwicklungsphasen, zentrale Engpässe. Umso wichtiger sind Initiativen wie der Get active Social Business Award, die in einer Unternehmensphase investieren, in der viele andere Risiko und Aufwand scheuen. Davon profitieren nicht nur die ausgezeichneten Organisationen selbst, sondern die ganze Landschaft: Erfolgreiche Beispiele schaffen Sichtbarkeit für den ‚Karriereweg Sozialunternehmer*in‘, machen Mut und zeigen, wie viel gesellschaftliches Potenzial in neuen Ideen steckt“, so Peter Vandor, Gründer und Leiter des Center for Social Entrepreneurship and Social Innovation (SESI) an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie des Social Impact Awards (SIA)

Das Jubiläums-Best-of-GASBA: Die Gewinner*innen


Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums konnten frühere GASBA-Siegerprojekte erneut am „Best of GASBA“ teilnehmen. Über die Preisgelder entschied ein unabhängiges Jubiläums-Advisory-Board im Online-Voting, die Anerkennungspreise vergab eine Jury aus Michael Meyer, Christian Horak, Philipp Bodzenta, Karin Bauer und Stefan Schöggl.

Beim Jubiläumsevent wurden drei Gewinner*innen ausgezeichnet:

MindEcho, GASBA-Sieger 2025, entwickelt eine KI-gestützte App, die individuelle Lautmuster von Menschen mit eingeschränkter Lautsprache in verständliche Sprache übersetzt.

Grow Together, GASBA-Sieger 2013, begleitet Familien in psychosozial extrem belastenden Lebenslagen ab der Geburt eines Kindes mit bindungsorientierter, aufsuchender Unterstützung.

NACHBARINNEN, ebenfalls GASBA-Siegerprojekt von 2013, unterstützt isoliert lebende Frauen durch muttersprachliche Begleitung, Lernhilfe, aufsuchende Beratung und berufliche Teilhabe.

Die Anerkennungspreise für langjähriges Engagement gingen an Verena Augustin (0·8·16 – Alles, außer gewöhnlich), Gabriele Gottwald-Nathaniel (gabarage) und Sonja Mitsche (4everyoung).

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