Korruption und Informalität in Russland

Ort: Sonstige (Online via Zoom) am 09. November 2021 Startet um 17:00 Endet um 19:00
Art Vortrag/Diskussion
SpracheDeutsch
Vortragende/r Dr. Elena Denisova-Schmidt, MBA (Universität St. Gallen, Schweiz)
Veranstalter Institut für Slawische Sprachen
Kontakt iryna.wehr@wu.ac.at

Lectures in Language, Culture, and Communication

Der Skandal um das Video, in dem der österreichische Vize-Kanzler der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen öffentliche Aufträge im Gegenzug für Parteispenden anbietet, führte zu einer Regierungskrise in der kleinen Alpenrepublik. Meine empirischen Studien, die ich regelmäßig in verschiedenen Regionen Russlands durchführe, legen nahe, dass diese Art des Austausches im modernen Russland üblich ist.

Darüber hinaus erkennt man weitere Formen der Zusammenarbeit von einheimischen Unternehmen und Regierungsstrukturen in Russland, wie zum Beispiel geheime Absprachen, Vetternwirtschaft oder die Schaffung von Interessenskonflikten. All diese Techniken können zwar laut Terminologie von Transparency International als „Korruption“ bezeichnet werden, sind im russischen Kontext jedoch keine Korruption. Im Vortrag wird das aktuelle Paradigma der Korruptionsforschung kritisch hinterfragt und diskutiert, wie ausländische Unternehmen und weitere Organisationen in Russland, in einem Land mit einer traditionell hohen Korruptionsrate, dennoch nach ethischen Prinzipien erfolgreich arbeiten können.



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