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WU-Forscher Kurt Hornik erhält Millionen-Dollar-Preis

17. Juni 2026

Große Auszeichnung: WU-Professor Kurt Hornik wurde gemeinsam mit Kolleg*innen mit dem Rousseeuw Prize for Statistics geehrt.

Der mit einer Million US-Dollar dotierte Preis – oft als „Nobelpreis für Statistik" bezeichnet – würdigt die Entwicklung der Open-Source-Programmiersprache „R“. Sie zählt weltweit zu den wichtigsten Werkzeugen der Datenanalyse und ist heute unverzichtbar in Wissenschaft und Wirtschaft.

Von der WU in die Welt

Hornik begann bereits Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit Kolleg*innen mit der Entwicklung von „R“. „Unser Ziel war es, eine Programmiersprache zu entwickeln, die weltweit frei zugänglich ist und auf allen Betriebssystemen funktioniert“, so Kurt Hornik. „Nur so können sich möglichst viele intelligente Köpfe an der Weiterentwicklung beteiligen – ganz im Sinne der Wissenschaft und zum Nutzen der Gesellschaft.“ Heute gilt „R“ als globale Standardsprache für Datenanalyse und ‑visualisierung und wird weltweit in Forschung, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen eingesetzt. „Die Software ist das Ergebnis jahrzehntelanger internationaler Zusammenarbeit“, betont Hornik. Was viele nicht wissen: Das Herzstück von „R“, das Comprehensive R Archive Network (CRAN), befindet sich am Campus der WU Wien. Es ist die zentrale Recheninfrastruktur von R, auf die weltweit bei der Suche nach Erweiterungspaketen zugegriffen wird. Damit ist ein bedeutender Beitrag zur weltweiten Forschungsinfrastruktur seit Jahrzehnten eng mit der WU verbunden. Das unterstreicht zugleich, welchen Beitrag österreichische Universitäten zur internationalen Forschung leisten, wenn sie langfristig exzellente Wissenschaft ermöglichen können.

Wie R Wissenschaft, Wirtschaft und Politik prägt

Die Software „R“ wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt: Von der Medizin und Pharmaforschung über die Finanzwirtschaft und Klimaforschung bis hin zum öffentlichen Sektor. So kommt „R“ etwa bei der Auswertung klinischer Studien für regulatorische Zulassungen zum Einsatz, in der makroökonomischen Modellierung von Zentralbanken oder in der Genomik zur Analyse von DNA- und Krebsdaten. Auch während der COVID-19-Pandemie spielte „R“ einezentrale Rolle, etwa bei international beachteten Dashboards und epidemiologischen Modellen, die die Basis für politische Entscheidungen bildeten. „Hinter verlässlichen Aussagen zu Themen wie Gesundheit, Wirtschaft oder Klima stehen immer statistische Methoden“, so Hornik. „Dass diese heute weltweit frei zugänglich sind, ist ein entscheidender Fortschritt.“ Damit hat „R“ die Art und Weise, wie mit Daten gearbeitet wird, nachhaltig verändert.

Der Nobelpreis der Statistik

Der Rousseeuw Prize for Statistics wird alle zwei Jahre vergeben und oft als „Nobelpreis für Statistik" bezeichnet. Er ist mit einer Million US-Dollar dotiert und wird von der King Baudouin Foundation in Leuven vergeben. Ausgezeichnet werden wegweisende statistische Innovationen, die breite Anwendung finden und einen nachhaltigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Im Jahr 2026 geht die Auszeichnung an die Programmiersprache „R“ als wegweisendes Werkzeug der Datenanalyse. Ausgezeichnet werden dafür WU-Professor Kurt Hornik vom Institut für Statistik und Mathematik sowie seine internationalen Kolleg*innen für deren langjährige Arbeit. Der Preis wird am 4. November 2026 in Leuven verliehen.

Pressekontakt

WU Wirtschaftsuniversität Wien

Wissenschaftskommunikation

Mag. Christina Maria Bachmaier

+43-676-8213-4973

christina.bachmaier@wu.ac.at

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