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Neue Professor/inn/en der WU

Im ersten Quartal des Jahres freut sich die WU über vier neue Professor/inn/en: Simone Ghislandi hat die neue Stiftungsprofessur Health Economics am Depart-ment Sozioökonomie inne, Andrea Weber ist neue Professorin für Arbeitsmarkt-theorie und -politik, Sabine Frerichs übernimmt den Bereich Economic Sociology. Bettina Fuhrmann hat den Ruf an die WU für die Professur „Wirtschaftspädagogik“ angenommen

Simone Ghislandi, Institute for Health Economics

Mit Jahresbeginn hat Simone Ghislandi (geb. 1975) die neue Stiftungsprofessur Health Economics am Department Sozioökonomie an der WU übernommen. Ghislandi studierte Wirtschaftswissenschaft an der Bocconi University in Mailand und absolvierte anschließend ein PhD Studium an der University of Oxford. Zudem schloss er an der University of Pavia das PhD-Studium Public Finance ab. Vor seiner beruflichen Laufbahn an der WU war Ghislandi am Department of Policy Analysis and Public Management an der Bocconi University tätig. Er ist Mitglied des Centre of Health Economics and Management (CERGAS) und des Carlo F. Dondena Centre for Research on Social Dynamics and Public Policy an der Bocconi University sowie des International Institute of Applied System Analysis (IIASA) in Wien. Simone Ghislandi forscht bereits seit vielen Jahren zu Themen der Gesundheitspolitik, im Fokus stehen gesundheitspolitische Maßnahmen, Sozioökonomische Aspekte, Aspekte der Gesundheitsförderung sowie Strukturen der Pharmazeutischen Industrie. An der WU wird er insbesondere Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen Dimensionen, Gesundheit, Verhaltensweisen und gesellschaftlichem Wohlbefinden untersuchen. Verstärktes Augenmerk wird dabei auf internationalen Studien liegen, auch die Zusammenarbeit mit internationalen Einrichtungen und Netzwerken sollen gestärkt werden. Zudem wird sich Ghislandi aus einer vergleichenden Perspektive intensiv mit dem Österreichischen Gesundheitssystem und den bestehenden Strukturen auseinandersetzen. Dem Austausch mit den Österreichischen Sozialversicherungsträger/inne/n und führenden Forschungseinrichtungen kommt hierbei ein wichtiger Stellenwert zu.

Andrea Weber, Institut für Arbeitsmarkttheorie und -politik

Seit Anfang Februar hat Andrea Weber (geb. 1965) an der WU die Professur für Arbeitsmarkttheorie und -politik inne. Die gebürtige Wienerin studierte Mathematik und erwarb den Ph.D. im Fach Technische Wissenschaften an der Technischen Universität Wien, weiters ein Diplom für Volkswirtschaft am Institut für Höhere Studien. 2008 habilitierte Sie an der Johannes Kepler Universität Linz. Vor ihrer Tätigkeit an der WU war sie an verschiedenen internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen wie an der University of California in Berkeley (USA), am Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (GER) sowie am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) tätig. Zuletzt arbeitete sie als Professorin für Angewandte politische Ökonomie an der Universität Mannheim (GER). Weber ist weiters für die European Society for Population Economics sowie für die European Economic Association beratend tätig und im Vorstand der European Association of Labour Economists. An der WU beschäftigt sich Andrea Weber mit den Themenbereichen Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche, Pensionen und Beschäftigung älterer Arbeitnehmer/innen sowie Geschlechterunterschiede am Arbeitsmarkt. „Meine Forschung befasst sich mit dem Einfluss der Gestaltung von sozialen Sicherungssystemen auf Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt sowie mit der Erklärung von Geschlechterunterschieden in Beschäftigung und Einkommen. Die Untersuchung meiner Forschungsfragen erfolgt anhand von empirischen Untersuchungen von individuellen Karriereverläufen unter Ausnützung quasi-experimenteller Forschungsdesigns“, so Weber.

Bettina Fuhrmann, Institut für Wirtschaftspädagogik

Bettina Fuhrmann (geb. 1972)  folgt dem Ruf der WU für die Professur Wirtschaftspädagogik am WU-Department für Management. In Forschung und Lehre widmet sie sich hauptsächlich dem Themenfeld Wirtschaftsbildung (economic literacy) mit dem Schwerpunkt Finanzbildung (financial literacy), der Didaktik der Betriebswirtschaftslehre sowie Fragestellungen zur Unterrichtsqualität, -entwicklung und -evaluation. Seit 2011 leitet sie außerdem den Bereich Soziale Kompetenz an der WU. Nach dem Abschluss des Studiums der Wirtschaftspädagogik unterrichtete Fuhrmann fünf Jahre lang an einer Wiener Handelsakademie und schlug als Universitätsassistentin eine akademische Laufbahn ein. Im Jahr 1998 promovierte sie an der WU zur Doktorin der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und lehrte 1999 an der Bentley University in Boston. Nach ihrer Habilitation 2003 war sie an der WU als außerordentliche Universitätsprofessorin tätig, in diese Phase fallen ein Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität München, zwei Gastprofessuren an der Universität Innsbruck sowie Lehrtätigkeiten an den Universitäten Konstanz und Mannheim.  Seit 2013 hat sich ihre Forschung im Bereich economic literacy, insbesondere in dessen Teilbereich financial literacy intensiviert. So ist sie Mitherausgeberin des International Handbook of Financial Literacy und vertritt die WU als affiliate member im International Network for Financial Education der OECD. Darüber hinaus arbeitete sie an der Umsetzung der ersten OECD-„Measuring Financial Literacy“-Erhebung in Österreich mit und analysierte die Daten gemeinsam mit der Oesterreichischen Nationalbank. Die Förderung der economic literacy ist ihr ein großes Anliegen. „Viele Jugendliche erkennen nicht, in welchem Ausmaß und wie vielgestaltig sie selbst Teil der Wirtschaft sind, obwohl sie Handys und Computer haben, einkaufen und im Internet bestellen, ja manche sich schon Geld ausleihen für ihre alltäglichen Anschaffungen“, resümiert Bettina Fuhrmann. Forschungs- und Bildungsinitiativen zur Förderung des Verständnisses für wirtschaftliche Sachverhalte und Zusammenhänge werden daher ihr Arbeitsprogramm am Institut für Wirtschaftspädagogik prägen.

Sabine Frerichs, Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung

Am Department für Sozioökonomie ist Interdisziplinarität Programm. Für Sabine Frerichs (geb. 1974), die dort gerade eine Professur für Wirtschaftssoziologie angetreten hat, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von jeher eine Selbstverständlichkeit. Bereits während ihres Studiums der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Universität Trier war sie in fächerübergreifende Projektarbeit in der Nachhaltigkeits- und Europaforschung involviert. Ihr Promotionsstudium hat sie am Graduiertenkolleg „Märkte und Sozialräume in Europa“ an der Universität Bamberg absolviert, an dem neben der Soziologie auch die Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften beteiligt waren. Als Postdoktorandin war sie am Exzellenzzentrum „Foundations of European Law and Policy“ tätig, das eine vorwiegend rechts- und politikwissenschaftliche Ausrichtung hatte. Das interdisziplinäre Arbeitsumfeld schlägt sich auch in ihren Lehr- und Forschungsschwerpunkten nieder. Neben der allgemeinen Soziologie und der soziologischen Theorie ist Frerichs vor allem in der Wirtschafts- und Rechtssoziologie ausgewiesen wie auch in der an sich fächerübergreifenden Europaforschung. Ihre dem „Recht der Marktgesellschaft“ gewidmete kumulative Habilitationsschrift ist mit der Wechselwirkung von Wirtschaft, Recht und Gesellschaft befasst und knüpft in diesem Sinne an die soziologischen Klassiker an, die an ähnlich umfassenden Fragestellungen orientiert waren. In einem von der Akademie Finnlands und der Universität Helsinki geförderten Projekt erforscht Frerichs zurzeit die „Moralökonomie der Schulden“, die im Zuge der jüngsten Finanzkrise neue Aktualität erhalten hat und sich in der widersprüchlichen Dynamik der europäischen Schuldengemeinschaft manifestiert. Andere Forschungsinteressen liegen in der soziologischen Kritik der Verhaltensökonomik und der gesellschaftlichen Kontextualisierung der Neurowissenschaften.

Rückfragehinweis:
Anna Maria Schwendinger, Bakk.
Presse-Referentin
Tel: + 43-1-31336-5478
E-Mail: anna.schwendinger@wu.ac.at



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