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Kunst braucht Freiheit, Governance braucht Haltung: 16. Aufsichtsratstag an WU

24. Februar 2026

Am 19.2.2026 trafen sich 400 Entscheider beim 16. Österreichischen Aufsichtsratstag in der WU.

Vergangene Woche wurde der Festsaal der Wirtschaftsuniversität Wien zum Treffpunkt der Kunstwelt und Corporate Governance. Rund 400 Entscheidungsträger*innen und Größen des Kunstmanagements diskutierten beim 16. Österreichischen Aufsichtsratstag, wie viel Freiheit Kunst braucht und wie viel Struktur Organisationen verlangen. Stargast war der internationale Opernstar Elīna Garanča.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von WU-Rektor Rupert Sausgruber und der Vorsitzenden des Universitätsrats Cattina Leitner. Organisiert von den WU-Professor*innen Susanne Kalss und Werner H. Hoffmann stellte der Aufsichtsratstag good governance in Kunst und Kultur in den Mittelpunkt und verwies gleichzeitig auf die besondere Rolle Wiens als Kunst- und Wirtschaftsstandort.

Ein Weltstar zwischen Emotion und Jahresrechnung

Im Zentrum des Tages stand Elīna Garanča. Der internationale Opernstar sprach über das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Authentizität und wirtschaftlicher Verantwortung. Kunst lebe von Emotion und Risiko, zugleich müsse für sie als selbstständige Unternehmerin am Ende die Jahresrechnung stimmen. Damit brachte sie ein Thema auf den Punkt, das weit über die Kulturbranche hinausreicht.

Kulturmanagement als Verantwortung über Generationen

Wie Governance im Kulturbereich konkret gestaltet wird, zeigten führende Vertreter*innen großer Institutionen. Christian Kircher von der Bundestheater-Holding betonte, eine Holding mache nicht selbst Kultur, sondern ermögliche sie durch stabile Strukturen und verantwortungsvolle Steuerung. Matthias Schulz vom Opernhaus Zürich hob die Balance zwischen künstlerischer Großzügigkeit und organisatorischem Rahmen hervor. Hedy Graber vom Istituto Svizzero unterstrich die Verantwortung von Aufsichtsräten für Wirkung und gesellschaftlichen Auftrag. Auch das Wiener Konzerthaus wurde als Beispiel genannt: Matthias Naske und Christine Dornaus erläuterten das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Menschen dauerhaft mit musikalischer Exzellenz zu verbinden. Der Aufsichtsrat respektiere dabei bewusst die künstlerische Freiheit und schaffe einen verlässlichen Rahmen für Vielfalt und Qualität.

Diversität als Performancefaktor

Ein weiterer Schwerpunkt des Tages lag auf Diversität in Führungsgremien. Präsentierte Studien zeigten klare Performancevorteile für Unternehmen mit vielfältig besetzten Vorständen und Aufsichtsräten. Sabine Herlitschka von der Industriellenvereinigung, Karen Fanto von Zukunft Frauen und Michael Sigmund von der Oesterreichischen Nationalbank betonten insbesondere die positive Wirkung einer stärkeren Einbindung von Frauen. In praxisnahen Workshops diskutierten die Teilnehmenden Fragen zu Digitalisierung, Investitionen und Cyber Risk im Prüfungsausschuss.

Mit dem Aufsichtsratstag bestätigt die WU ihre Rolle als zentrale Plattform für Governance-Fragen im deutschsprachigen Raum. Die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise, hochkarätiger Praxis und interdisziplinärem Dialog stärkt ihre Position als Impulsgeberin für verantwortungsvolle Führung in Wirtschaft und Kultur.

Teilnehmer*innen am Aufsichtsratstag 2026 waren unter anderem Annette Klinger, Internorm, Ulrike Huemer, Magistrat Linz, Georg Riedl, ATS, Burkhard Gantenbein, Uniqua Versicherung, Monika Brodey, Kapsch TrafficCom, Helmut Bernkopf, OeKB, Theresia Niedermüller, SC im BM Kunst und Kultur, Monika Kircher, RWE, Erich Hampel, B&C Privatstiftung, Peter Hofbauer, Abschlussprüferaufsichtsbehörde, und Ulrike Klemm-Pöttinger, Österreichische Prüfstelle für Rechnungswesen.

Pressekontakt:
Mag. Cornelia Moll
Pressesprecherin
Tel: + 43-1-31336-4977
E-Mail: cornelia.moll@wu.ac.at

Christian Kircher, Cattina Leitner, Susanne Kalss, Elina Garanca ©Andreas Kowacsik
Christian Kircher, Cattina Leitner, Susanne Kalss, Elina Garanca ©Andreas Kowacsik
Pause im Forum des LCs ©Andreas Kowacsik
Pause im Forum des LCs ©Andreas Kowacsik
Susanne Kalss mit Elina Garanca ©Andreas Kowacsik
Susanne Kalss mit Elina Garanca ©Andreas Kowacsik
Festsaal beim Aufsichtsratstag 2026 ©Andreas Kowacsik
Festsaal beim Aufsichtsratstag 2026 ©Andreas Kowacsik
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