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Fragestellungen und Herausforderungen der WU in den kommenden Jahren

Seit Anfang Oktober ist die Rektorin der WU, Edeltraud Hanappi-Egger, im Amt. In ihrer Amtsperiode geht es ihr vor allem darum, die WU als exzellente Bildungs- und Forschungsinstitution zu positionieren. Die öffentliche Legitimation von Universitäten und deren Sichtbarkeit sowie die damit verbundenen Anforderungen stehen dabei im Vordergrund.

Die WU soll für Edeltraud Hanappi-Egger eine konnektive Universität, also eine verbindende Universität, sein. „Es geht vor allem darum, strategische Kooperation und Koalitionen mit unterschiedlichen Gruppen und Institutionen einzugehen, ich denke da sowohl an Bildungsinstitutionen als auch an Unternehmen. Das Ziel ist es, vorhandenes Wissen zu bündeln, voneinander zu profitieren und vor allem auch Synergien zu nutzen.“

Wichtigkeit öffentlicher Universitäten

Die Frage nach dem Wert öffentlicher Universitäten wird immer wieder thematisiert. Die Rektorin sieht sich hier anknüpfen: „Wir wollen die WU als Ort des Diskurses, des Erkennens und der Lösung gesellschaftlicher Probleme sichtbarer machen.“ Denn an der WU werden wichtige Forschungserkenntnisse gewonnen, die es gilt, zur Verfügung zu stellen. Daher spielt vor allem verstärkte Forschungskommunikation eine Rolle. Im Sinne der öffentlichen Legitimation wird es auch vermehrt um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehen und die Schaffung von wichtigen Freiräumen und notwendiger Infrastruktur.

PRO - performance relative to opportunities

Die Anforderungen an öffentliche Universitäten und damit auch an die WU, sind in den letzten Jahren immens gewachsen. Um diesen gerecht zu werden, braucht es ein breites Leistungsportfolio und eine damit verbundene Leistungsbeurteilung. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, „traditionelle“ Bilder von Karrieren – Vollzeitbeschäftigung, keine Unterbrechungen und linearer Verlauf – aufzubrechen und den Fokus auf Qualität, Impact und Konsistenz der Leistungen unter Berücksichtigung der Möglichkeiten zu legen. „‘Performance relative to opportunity‘ bedeutet, dass wissenschaftliche Leistungen einer Person im Verhältnis zu einschränkenden Faktoren, wie Betreuungspflichten oder Tätigkeiten als Funktionsträger/innen, gesehen werden und für WU Verhältnisse erschlossen werden müssen. Aber nicht nur Forschung, sondern auch Lehre muss in der Leistungsbewertung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Gewicht haben, ebenso wie Aufgaben im Wissenstransfer oder in der Universitätsentwicklung“, so Rektorin Hanappi-Egger.

Paradigmenwechsel in der Lehre

In der Lehre erwartet sich die Rektorin einen kleinen Paradigmenwechsel: „Ich habe ganz bewusst ein Vizerektorat für Lehre und Studierende eingerichtet, weil ich der Überzeugung bin, dass wir die Studierenden in das Zentrum rücken müssen. Die WU wird sich stärker mit der Frage beschäftigen, wie wir unsere Studierenden befähigen können, in verschiedenen gesellschaftlichen Funktionen Anteil an der Gestaltung der Zukunft zu nehmen. Auch welche Lernkultur und welche Interaktionsformen unter besonderer Berücksichtigung der neuen Medien Bildung und Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen und wie wir zu einer besseren sozialen Durchmischung der Studierenden kommen, sind relevante Themen.“ Hier spielt vor allem Inklusion eine Rolle. „Ich möchte gerne zwei Ansätze verfolgen: Zum einen planen wir ein Projekt, um sozial benachteiligte Personen vermehrt anzusprechen. Das beginnt mit der Ansprache von Schulen mit einem entsprechenden Anteil an sozial benachteiligten Schüler/inne/n und endet mit einem WU-Stipendiensystem. Zum anderen ist der Campus barrierefrei gebaut und damit ein idealer Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen.“

Rückfragehinweis:
Mag. Cornelia Moll
Pressesprecherin
Tel: + 43-1-31336-4977
E-Mail: cornelia.moll@wu.ac.at



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