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Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der WU eröffnet

23. Juni 2026

Mit einem hochkarätigen Festakt wurde das von Judith Kohlenberger geleitete Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management eröffnet.

Vertreter*innen von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten dabei über die Herausforderungen und Chancen von Migration und Integration sowie die Rolle evidenzbasierter Forschung in einem gesellschaftlich hochrelevanten Themenfeld.

Den Auftakt bildeten Grußworte von Bundespräsident Alexander van der Bellen, Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration, sowie Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Sie unterstrichen die Bedeutung wissenschaftlicher Expertise für die Gestaltung einer zukunftsorientierten Migrations- und Integrationspolitik.

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Keynote von Naika Foroutan, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktorin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), einer Partnerinstitution des FORM. Unter dem Titel „Migrantisches Gold?! Zum Mismatch zwischen Migrationsbedarfen und Migrationsabwehr und zur Rolle der Migrationsforschung in polarisierten Zeiten“ eröffnete sie einen differenzierten Blick auf aktuelle Debatten zu Migration, Integration und demografischem Wandel. Ihre Ausführungen regten dazu an, Migration nicht ausschließlich unter ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern sie auch im Kontext eines globalen Wettbewerbs um Talente und Fachkräfte zu verstehen.

Johannes Kopf (AMS), Silvia Angelo (ÖBB), WU-Professor und am FORM affiliierter Wissenschaftler Gabriel Felbermayr (WIFO) und Gertrude Schatzdorfer-Wölfel (Schatzdorfer Gerätebau) diskutierten über die Herausforderungen und Chancen von Migration und Integration für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich. Deutlich wurde, wie eng Fragen von Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung und gesellschaftlicher Teilhabe miteinander verknüpft sind.

WU-Rektor Rupert Sausgruber betonte die besondere Verantwortung der Universität, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wissenschaftlich aufzugreifen: „Als Wirtschaftsuniversität greifen wir gesellschaftliche Herausforderungen aktiv auf. Das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management leistet durch interdisziplinäre, unabhängige und evidenzbasierte Analysen einen wichtigen Beitrag dazu, komplexe Fragen einzuordnen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken.“ Zukunftsweisend und als starkes Zeichen aus der Wirtschaft zu werten ist der Förderverein des FORM unter dem Vorsitz von Christian Konrad, ehemaliger Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes und 2015/16 Flüchtlingskoordinator im Auftrag der Bundesregierung, und Michael Häupl, der mit ihm gemeinsam große Hilfsaktionen und Flüchtlingsquartiere im Jahr 2015 organisierte.

Auch Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer (Wirtschaft, Energie und Tourismus) würdigte die Einrichtung des neuen Forschungsschwerpunkts und gratulierte der WU zu diesem Schritt. Migration zähle zu den zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Gleichzeitig verwies er auf den hohen Bedarf an qualifizierter Zuwanderung und die Bedeutung von Bildung und Qualifizierung für Menschen, die bereits nach Österreich gekommen sind.

Institutsleiterin Judith Kohlenberger betont die Notwendigkeit wissenschaftlicher Analysen für eine ressourcenorientierte Migrationsdebatte: „FORM will Chancen und Herausforderungen der Migration nach Österreich und Europa empirisch fundiert und unter Einbindung aller Stakeholder analysieren und breit diskutieren.“ Ihre Stellvertreterin Katharina Miko-Schefzig ergänzt: „Die Vielfalt empirischer Ansätze in unserem Team ermöglicht fundierte Erkenntnisse und eine breite wissenschaftliche Perspektive.“

Über FORM

FORM widmet sich aktuellen Fragestellungen rund um Flucht und Migration, analysiert komplexe gesellschaftliche Diskurse und fördert den evidenzbasierten Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das Institut versteht sich als wissenschaftliche Einrichtung mit einer klaren Orientierung an Menschen-, Grund- und Freiheitsrechten. Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Wissenstransfer werden dabei eng miteinander verbunden, um fundierte Analysen bereitzustellen und einen Beitrag zur Gestaltung einer vielfältigen Gesellschaft zu leisten. 

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