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Bundespräsident Fischer bei Gesprächsrunde zu 50 Jahre Affäre Borodajkewycz an der WU

Am 9. Juni 2015 lädt die WU zu einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde über die „Affäre Borodajkewycz“, die sich heuer zum 50. Mal jährt. Taras Borodajkewycz, zwischen 1955 und 1965 als Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der ‚Hochschule für Welthandel‘ tätig, gab in dieser Zeit in Lehrveranstaltungen immer wieder Äußerungen von sich, in denen die österreichische Nation und jüdische Persönlichkeiten verunglimpft wurden. Die Zeitzeug/inn/en Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Bundesminister a.D. Dkfm. Ferdinand Lacina und Dr. Elizabeth T. Spira werden im Gespräch mit WU-Rektor Christoph Badelt und WU-Professor Peter Berger über ihr Erleben der Affäre Borodajkewycz berichten.

Am 9. Juni 2015 lädt die WU zu einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde über die „Affäre Borodajkewycz“, die sich heuer zum 50. Mal jährt. Taras Borodajkewycz, zwischen 1955 und 1965 als Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der ‚Hochschule für Welthandel‘ tätig, gab in dieser Zeit in Lehrveranstaltungen immer wieder Äußerungen von sich, in denen die österreichische Nation und jüdische Persönlichkeiten verunglimpft wurden. Die Zeitzeug/inn/en Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Bundesminister a.D. Dkfm. Ferdinand Lacina und Dr. Elizabeth T. Spira werden im Gespräch mit WU-Rektor Christoph Badelt und WU-Professor Peter Berger über ihr Erleben der Affäre Borodajkewycz berichten.

Das problematische Geschichts- und Politikverständnis von Taras Borodajkewycz geriet erst ins öffentliche Bewusstsein, als der damals junge Jurist Heinz Fischer in Zeitungsartikeln auf das Wirken von Borodajkewycz aufmerksam machte. Dabei stützte er sich auf Vorlesungsmitschriften des damaligen Welthandelsstudenten (und späteren Finanzministers) Ferdinand Lacina. Bei einer Demonstration gegen Borodajkewycz in der Wiener Innenstadt, wurde der Wiener Pensionist Ernst Kirchweger von einem rechtsradikalen Burschenschafter so schwer verletzt wurde, dass er verstarb.

Wie haben Zeitzeugen die Affäre erlebt?

„Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, die dunklen Kapitel der Vergangenheit, die Teil jeder Universitätsgeschichte sind, aufzuarbeiten‘“, sagt WU-Rektor Christoph Badelt. Ein halbes Jahrhundert nach dem tödlichen Angriff auf Kirchweger befasst sich die Veranstaltung mit dieser Causa. Thematisiert wird u.a., in welchem gesellschaftlichen und politischen Umfeld sich ein Hochschullehrer, der ausdrücklich jede (selbst-)kritische Distanzierung vom Nationalsozialismus weit von sich wies, damals entfalten konnte, wie Zeitzeug/inn/en die Affäre erlebt haben, und welchen Stellenwert sie für die österreichische Nachkriegsgeschichte hatte.

Aufarbeitung WU-Geschichte

Die Veranstaltung steht in einem größeren Kontext der Aufarbeitung der WU-Geschichte. 2012 startete die WU ein Forschungsprojekt, das sich mit der Geschichte der ehemaligen Hochschule für Welthandel zur Zeit des "Anschlusses" und der NS-Herrschaft beschäftigte. Zum Gedenken an die ab März 1938 ausgegrenzten, vertriebenen oder ermordeten Angehörigen der Hochschule für Welthandel wurde auf dem neuen Campus an zentraler Stelle ein Mahnmal errichtet. Die Biographien der Opfer sind in einem virtuellen Gedenkbuch abrufbar http://gedenkbuch.wu.ac.at/. Darüber hinaus untersucht die Universitätsbibliothek, ob Buchbestände in der NS-Zeit unrechtmäßig in den Besitz der Hochschule gelangt sind.

50 Jahre Affäre Borodajkewycz - Eine Gesprächsrunde gegen das Vergessen
Wann
: Dienstag, 9. Juni 2015, 17:00 Uhr
Ort: Festsaal 1, Gebäude LC, Campus WU

Kontakt:
Mag. Cornelia Moll
Pressesprecherin
Tel: + 43-1-31336-4977
cornelia.moll@wu.ac.at

 

WU Presseinformation: 50 Jahre Affäre Borodajkewycz als PDF



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