Trauer um em. Prof. Dr. Rolf Eschenbach

28. Juli 2026

Das IfU trauert um seinen Gründungsvater Herrn em. Univ. Prof. Dr. Rolf Eschenbach, welcher am 22.07.2026 im 96. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf auf o.Univ.Prof. Dr. Rolf Eschenbach

Am 22.07.2026 verstarb Rolf Eschenbach in seinem 96. Lebensjahr. Mit ihm verliert das Institut für Unternehmensführung (IfU) der WU Wien eine Persönlichkeit, die Lehre, Forschung und Praxis der Unternehmensführung und des Controllings über viele Jahre prägte.

Nach dem Abitur in Thüringen absolvierte Eschenbach 1950 eine Lehre als Brauer und Mälzer in Frankfurt am Main und begann danach eine Tätigkeit als Brauer und Biersieder in der Schweiz. Seine anschließende universitäre Ausbildung an der TU München in Weihenstephan im Fach Brauwesen schloss er als Diplombraumeister ab, worauf im Jahr 1962 das Doktorat und 1964 die Habilitation im Fach Betriebswirtschaft folgten. Neben seiner universitären Ausbildung war Eschenbach in verschiedenen Funktionen in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung tätig, sowie als Sachverständiger für die Bewertung von Unternehmen im Brauwesen. 1964-1972 war Eschenbach als Prokurist für die Dortmunder Hansa-Brauerei tätig, ab 1967 stellvertretendes Mitglied des Vorstandes. 1972-1975 war Eschenbach Mitglied des Aufsichtsrates der Brauerei Moninger AG in Karlsruhe.

Im Jahr 1975 wurde Rolf Eschenbach an die Wirtschaftsuniversität Wien auf die Professur für Unternehmensführung in der Nachfolge von Gerhard Seicht berufen, der seinerseits auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Industrie wechselte. Eschenbach machte das Fach Controlling in Österreich populär, der von ihm gestartete Controllertag wurde zu einem Fixpunkt des Dialogs zwischen Wissenschaft und Praxis, und das von ihm gegründete Controller Institut und seine eigens gegründete Beratungsgesellschaft erarbeiteten sich einen exzellenten Ruf. Mit großer fachlicher Kompetenz, Weitblick und unermüdlichem Engagement prägte Rolf Eschenbach auch noch weit nach seiner Emeritierung Generationen von Studierenden und Führungskräften. In all seinen Arbeitsbereichen in Wirtschaft, Wissenschaft und Lehre war Eschenbach ein Mann mit festen Prinzipien, und man konnte sich darauf verlassen, dass er selbst mit unerschütterlicher Integrität immer nach diesen Prinzipien handelte.

Mit Professor Rolf Eschenbach verliert das Institut für Unternehmensführung seine unternehmerische Gründungspersönlichkeit, persönlich verliere ich mit ihm einen immer verlässlichen väterlichen Ratgeber, nicht nur in universitären Fragen und in allen Fragen des Controllings, sondern weit darüber hinaus. Ich werde ihm nie vergessen, dass er damals extra nach München gekommen ist, um mich in einem guten französischen Lokal zu überzeugen, meinen Lehrstuhl an der KU Eichstätt/Ingolstadt aufzugeben, um sein Nachfolger an der WU zu werden. Ich hätte mir keinen besseren Vorgänger wünschen können.

Gemeinsam mit Kollegin Isabella Grabner, die auf die ehemalige Seicht-Professur berufen wurde, Christoph Feichter, der für eine neue Professur am Institut gewonnen werden konnte und Otto Janschek, der das Institut als Institutsvorstand leitet, sind wir uns mit allen Mitarbeitenden in Forschung, Lehre und Administration am Institut für Unternehmensführung der Verpflichtung bewusst, die die große Tradition dieses Instituts mit sich bringt und Rolf Eschenbach wird uns allen dabei immer eine zuverlässige Orientierung bleiben!

Gerhard Speckbacher, Wien im Juli 2026

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