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Markus Höllerer

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Researcher of the Month

Sharing Economy: Chancen und Heraus­for­de­rungen für städ­ti­sche Verwal­tungen

Die soge­nannte Sharing Economy ist Ausdruck des verstärkten Trends zu „Teilen statt Besitzen“ und erweist sich heute meist als ein urbanes Phänomen. Geteilt werden Wohnungen, Autos, Fahr­räder und neuer­dings E-Scooter, aber auch Werk­zeug, Büro­flächen, Gemein­schafts­gärten und vieles mehr. Eine aktu­elle Studie von WU-Pro­fessor Markus Höllerer und seinem Team macht deut­lich, dass Städte welt­weit ange­sichts der viel­fäl­tigen Chancen und Heraus­for­de­rungen noch sehr uneinig sind, wie sie der Sharing Economy gegen­über­stehen und wie sie aus einer Steue­rungs­per­spek­tive damit umgehen sollen.

In der jüngeren Vergan­gen­heit stellt das Aufkommen der Sharing Economy sicher­lich eines der eindrucks­vollsten Beispiele für neue Formen des Orga­ni­sie­rens und für inno­va­tive Geschäftsm­o­delle dar. Im Gegen­satz zu den Ursprüngen im länd­li­chen Kontext präs­en­tiert sich die moderne Sharing Economy heute vorwie­gend als ein urbanes Phänomen. Die „Ökon­omie des Teilens“ gilt für viele Menschen nicht zuletzt auch als Hoff­nungs­trä­gerin für mehr soziale Verant­wor­tung, Ressour­cen­scho­nung und ökol­o­gi­schen Wandel. Dennoch stellt sie insbe­son­dere Stadt­ver­wal­tungen zuneh­mend vor veri­table Heraus­for­de­rungen, wie die jüngsten Vorkomm­nisse auch in Wien (siehe OBike-­Pleite) zeigen. Diskus­sionen rund um fairen Wett­be­werb, Durch­set­zung der Abga­ben­pflicht für Sharing Economy Unter­nehmen sowie Sicher­stel­lung von ange­mes­senen Sozi­al­stan­dards für „Beschäf­tigte“ in der Sharing Economy ergänzen das Bild. An der WU widmet sich Markus Höllerer, Leiter des Insti­tuts für Public Manage­ment und Gover­nance, in einem aktu­ellen Forschungs­pro­jekt gemeinsam mit der Stadt Wien unter anderem der Frage, wie Stadt­ver­wal­tungen im inter­na­tio­nalen Vergleich die Sharing Economy inter­pre­tieren und aus einer Steue­rungs­per­spek­tive heraus entspre­chende Antworten formu­lieren. „Die Sharing Economy stellt Verwal­tung mitunter vor komplett neue Heraus­for­de­rungen: Wie soll die Stadt Wien beispiels­weise ange­sichts der Konflikte zwischen Uber und Co. und dem Wiener Taxi­ge­werbe reagieren, wie der Flut von wahllos in der Stadt abge­stellten Fahr­rä­dern oder E-Scoo­tern begegnen, oder wie der Verknap­pung von Wohn­raum durch ein stei­gendes Angebot von Airbnb Wohnungen entge­gen­treten?“, so Höllerer.

 

Verschiede Zugänge, wenig Einig­keit

Höllerer und sein Team unter­suchten dafür einschlägige Posi­ti­ons­pa­piere von Welt­städten sowie die dahin­ter­lie­genden Diskus­si­ons- und Entschei­dungs­pro­zesse und erar­bei­teten in einem ersten Schritt zentrale Rahmungen von Chancen und Heraus­for­de­rungen, die in der Sharing Economy gesehen werden. In einem zweiten Schritt wurde unter­sucht, mit welchen Steue­rungs­in­stru­menten die Städte auf diese reagieren. „Unsere Analysen ergeben ein viel­schich­tiges Bild. Insge­samt sind sich Städte, insbe­son­dere in Konti­nen­tal­eu­ropa, noch recht uneinig, was die Sharing Economy konkret für sie bedeutet – und daher auch, wie sie am besten damit umgehen“, so Höllerer, „Es zeigen sich aller­dings erste Grund­ten­denzen in den erho­benen Daten." Städte, die die Sharing Economy überw­ie­gend als Stär­kung des Gemein­wohls inter­pre­tieren, nutzen Exper­tIn­nen­wissen und denken verstärkt eigene städ­ti­sche Sharing Ange­bote an. Umge­kehrt reagieren Städte mit einem Verständnis der Sharing Economy als gesell­schaft­liche Gefähr­dung recht deut­lich mit Regu­lie­rungs­am­bi­tionen. Eine Inter­pre­ta­tion, die Mark­t-D­is­rup­tion in den Vorder­grund stellt, führt verstärkt zu einer Orien­tie­rung und Ausrich­tung der Gover­nan­ce-­Struktur an anderen Verwal­tungen – national wie inter­na­tional –, ein Begreifen der Chance auf ökol­o­gi­schen Wandel hingegen zu einer umfas­senden Infor­ma­ti­ons­stra­tegie, zu Förde­rung sowie zu Part­ner­schaften mit Sharing Economy Orga­ni­sa­tionen.

 

Besserer Über­blick

„Unsere Arbeit hilft, die Sharing Economy in ihrer Viel­sei­tig­keit und in den verschie­densten Facetten besser zu verstehen. Wir verdeut­li­chen, welche Mögl­ich­keiten der Steue­rung Städte poten­ziell nützen und welche Instru­mente sich im inter­na­tio­nalen Vergleich als prak­ti­kabel erweisen“, so Höllerer. „Für Sharing Econo­my­-­Un­ter­nehmen werden die Rahmen­be­din­gungen für ihre Akti­vi­täten syste­ma­tisch nach­ge­zeichnet – und für die Bürge­rinnen und Bürger schließ­lich, die solche Ange­bote nutzen, versu­chen wir deren Vor- und Nach­teile sichtbar zu machen.“ Der virtu­elle Stadt­plan für Wien, den Höllerer und sein Team gemeinsam mit der Stadt Wien entwi­ckelten, gibt zudem einen Über­blick über die vielen verschie­denen Sharing Ange­bote, die sich derzeit in Wien finden.

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