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WU enthüllt NS-Mahnmal auf dem neuen Campus

08. Mai 2014

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde an der Wirtschaftsuniversität ein Mahnmal für die ab März 1938 vertriebenen oder ermordeten Angehörigen der Hochschule für Welthandel (HWS), der Vorgängerinstitution der WU, präsentiert.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde an der Wirtschaftsuniversität ein Mahnmal für die ab März 1938 vertriebenen oder ermordeten Angehörigen der Hochschule für Welthandel (HWS), der Vorgängerinstitution der WU, präsentiert.

Die Skulptur des Künstlers Alexander Felch, der sich in einem gemeinsamen Wettbewerb der WU mit der Akademie der bildenden Künste Wien durchgesetzt hatte, ist nun ein fixer Bestandteil des Campus. Die Namen der Opfer sind zu einer Kugel aus Niro verbunden, weitere Namen können noch hinzugefügt werden, bewusst sind auch Leerstellen eingebaut.
Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, zeigte sich erfreut darüber, "dass auf dem neuen Campus ein zentraler Platz gefunden wurde, um dieses Kapitel der Geschichte der Hochschule und heutigen Universität mit einem öffentlichen Bekenntnis, einer künstlerischen Arbeit auf der Grundlage einer geschichtswissenschaftlichen Arbeit, aufzuschlagen". An der WU, wie auch an anderen Universitäten in Österreich sei ein grundlegender Gesinnungswandel erfolgt, indem ganz allgemein eine Auseinandersetzung mit der Geschichte dieser Institution zum Thema werde.

Forschungsprojekt seit 2012

Die Idee für ein Mahnmal geht auf ein seit 2012 laufendes Forschungsprojekt der WU zurück, das sich mit der Geschichte der ehemaligen Hochschule für Welthandel zur Zeit des "Anschlusses" und der NS-Herrschaft beschäftigt. Jüdische Angehörige der Hochschule wurden entlassen, von Studium, Prüfung oder Doktorat ausgeschlossen, akademische Grade wurden aberkannt. Durch die geschichtswissenschaftliche Erforschung und Dokumentation der Namen und Schicksale der betroffenen Studierenden, Dozenten und Angestellten arbeitet die WU ihre Vergangenheit auf. Seit 2010 läuft zudem an der Bibliothek der WU ein Provenienzforschungsprojekt, im Zuge dessen bereits 51.000 Bände aus dem Bestand auf bedenkliche Erwerbungen hin überprüft wurden.
Das WU-Rektorat, geleitet von Rektor Christoph Badelt, nahm die Anfrage der Tochter eines vertriebenen Studierenden, der sein Doktorat nicht abschließen durfte und 1938 in die USA flüchten musste, zum Anlass für ein umfassendes Gedenkprojekt. Angesicht der feierlichen Präsentation des errichteten Mahnmals zeigte sich der Rektor gleichermaßen zufrieden über die Fertigstellung, wie auch betroffen über die Ergebnisse des Forschungsprojekts. "Das Mahnmal soll für uns und unsere Studierenden stets die Botschaft ausstrahlen: die gewaltsame Geschichte und die Geschehnisse während der NS-Zeit in Österreich dürfen sich nicht wiederholen, dafür sind wir mit verantwortlich."

Virtuelles Gedenkbuch

Die Biographien der Opfer sind in einem virtuellen Gedenkbuch abrufbar http://gedenkbuch.wu.ac.at/
Die WU dankt dem Fördergeber Zukunftsfonds der Republik Österreich, für die Unterstützung des Gedenkprojekts.

Kontakt:
Mag. Melanie Hacker
PR-Referentin
Tel: 01-31336-5478
melanie.hacker@wu.ac.at

WU enthüllt NS-Mahnmal auf dem neuen Campus (PDF)

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