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Starke regionale Unterschiede bei Löhnen und Ungleichheit - Spitzenreiter Wien und Wiener Umgebung

02. Mai 2014

Einkommensungleichheit wird mangels verfügbarer Daten oftmals nur auf Ebene ganzer Staaten betrachtet - eine Analyse, die zu kurz greift, wie Forschungsergebnisse der WU und der Arbeiterkammer Wien erstmals für Österreich zeigen. Denn die Ungleichverteilung von Löhnen und Gehältern variiert regional stark und konzentriert sich vor allem rund um die Landeshauptstädte. Vor allem Wien und die Wiener Umgebung weisen nicht nur überproportional hohe Durchschnittslöhne auf, sondern auch eine stark ausgeprägte Ungleichheit der Einkommen.

Einkommensungleichheit wird mangels verfügbarer Daten oftmals nur auf Ebene ganzer Staaten betrachtet - eine Analyse, die zu kurz greift, wie Forschungsergebnisse der WU und der Arbeiterkammer Wien erstmals für Österreich zeigen. Denn die Ungleichverteilung von Löhnen und Gehältern variiert regional stark und konzentriert sich vor allem rund um die Landeshauptstädte. Vor allem Wien und die Wiener Umgebung weisen nicht nur überproportional hohe Durchschnittslöhne auf, sondern auch eine stark ausgeprägte Ungleichheit der Einkommen.

Die Analysen legen mithilfe von Daten aus den Lohnsteuerstatistiken 2004-2011 einen starken Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Ungleichheit offen. Weist eine Gemeinde hohe Durchschnittslöhne auf, dann sind deren Einkommen in der Regel auch ungleicher verteilt als in Gebietskörperschaften mit geringeren Löhnen. So stehen die Wiener Bezirke Innere Stadt, Döbling und Hietzing sowie einige Gemeinden in den Bezirken Mödling und Wien-Umgebung nicht nur ganz oben im Ranking der höchsten Löhne, sondern sind auch im Spitzenfeld bei Ungleichheit. Ein eindrückliches Beispiel liefert der erste Wiener Gemeindebezirk: Er weist sowohl den höchsten Gini-Index (0,52) aller Gemeinden auf, als auch das höchste jährliche Durchschnittseinkommen mit knapp 68.400 Euro.

Feedback-Effekt: Zuzug von Hochverdienern erzeugt Anstieg der Immobilienpreise

"Vor allem in den städtischen Vororten kann man beobachten, dass überdurchschnittliche Einkommen aus Ballungsräumen das lokale Einkommensniveau heben. Im Vergleich zur eingesessenen Bevölkerung hat dies jedoch eine deutliche Spreizung der Einkommen und einen Anstieg der Ungleichheit zur Folge", betont Studienautor Mathias Moser vom WU-Institut für Makroökonomie. "Wir haben es hier mit sogenannten Feedback-Effekten zu tun, denn durch den Zuzug von Hochverdienern steigen die Immobilienpreise, was wiederum den Zugang zum Häusermarkt auf gut verdienende Personen und Familien begrenzt", fügt Studienautor Matthias Schnetzer von der Arbeiterkammer Wien hinzu. Dies bezeugen auch die jüngsten Immobilienpreisdaten, wonach die Eigentumspreise im Wiener Umland drastisch angestiegen sind. Im Bezirk Wien Umgebung kostet fast jede zehnte Eigentumswohnung mehr als eine halbe Million Euro, ähnlich hoch ist der Anteil im Bezirk Mödling. Gemessen am Gini-Index für die Lohneinkommen ist die Ungleichheit in Österreich zwischen 2004 und 2011 leicht angestiegen, ebenso wie die Durchschnittsgehälter. Die Daten zeigen, dass die Lohnerhöhungen in diesem Zeitraum vor allem dem oberen Rand der Verteilung zugute kamen, während niedrige Einkommen oft stagnierten. Damit einher ging ein Anstieg sowohl der Durchschnittsgehälter als auch des Gini-Koeffizienten.
Interaktive Grafiken: http://taxsim.wu.ac.at/atineq

Kontakt:
Mag. Mathias Moser
matmoser@wu.ac.at
Institut für Makroökonomie
Tel.: +43-1-31336/5481

Starke regionale Unterschiede bei Löhnen und Ungleichheit - Spitzenreiter Wien und Wiener Umgebung (PDF)

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