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Linked Data in Unternehmen: Die unausgeschöpften Potenziale der Datenvernetzung

Die effi­zi­ente Vernet­zung und Nutzung von großen Daten­mengen stellt für zahl­reiche Unter­nehmen eine große Heraus­for­de­rung dar. In vielen Berei­chen ist zum Einsatz von Big Data noch wenig bekannt, auch die Wissen­schaft hinkt der Beant­wor­tung praxis­re­le­vanter Fragen hinterher. An der WU unter­suchte Axel Polleres gemeinsam mit einem inter­na­tio­nalen Forsche­rIn­nen-­Team, welche Poten­ziale sich hinter Linked Data verbergen und iden­ti­fi­zierten dabei sowohl Anwen­dungs­ge­biete als auch notwen­dige kurz- und lang­fris­tige Maßnahmen. Die Ergeb­nisse der Studie und vieles mehr werden auch bei der Inter­na­tional Semantic Web Confe­rence ab kommenden Samstag am Campus WU disku­tiert.

PROPEL nennt sich das vom Bundes­mi­nis­te­rium für Verkehr, Inno­va­tion und Tech­no­logie finan­zierte Forschungs­pro­jekt zum Thema Linked Data, an dem Axel Polleres, Leiter der Insti­tuts für Infor­ma­tion Busi­ness an der WU, und sein Team ein Jahr lang intensiv gear­beitet haben und dessen Resul­tate sie vor kurzem in einem über 200-­sei­tigen Forschungs­be­richt präs­en­tierten. Linked Data bezeichnet die Tech­no­logie hinter soge­nannten „Wissens­gra­phen“, das heißt struk­tu­rierte und verlinkte Wissens­basen, die es ermög­l­i­chen, klas­si­sche Daten­banken und unstruk­tu­riertes Wissen in Form von Doku­menten oder Web-In­halten, zu verbinden. Diese Wissens­gra­phen finden neben der Websuche auch immer mehr in der Daten­in­te­gra­tion in Unter­nehmen Anwen­dung. In ihren Unter­su­chungen konnten die Wissen­schaf­te­rInnen ein breites Spek­trum an viel­ver­spre­chenden Anwen­dungs­ge­bieten für Linked Data und solche Wissens­gra­phen iden­ti­fi­zieren: „Kunden­spe­zi­fi­sche Anpas­sungen und Kunden­be­zie­hungs­ma­nage­ment“, „Produk­tion von auto­ma­ti­schen und dyna­mi­schen Inhalten, Adap­tion und Darstel­lung“, „Daten­suche, Infor­ma­ti­ons­wie­der­her­stel­lung und Wissen­ser­mitt­lung“ sowie im Bereich des Daten- und Infor­ma­ti­ons­aus­tau­sches und deren Imple­men­tie­rung. Als proble­ma­tisch erweist sich aller­dings die Tatsache, dass in einigen der poten­zi­al­träch­tigen Anwen­dungs­ge­biete noch kaum eine wissen­schaft­lich fundierte Basis an Know-how exis­tiert. „Während Themen wie Daten­ge­ne­rie­rung, -ver­öf­fent­li­chung und –austausch, Daten­ma­nage­ment und Projekt­pla­nung große Themen der wissen­schaft­li­chen Lite­ratur sind, mangelt es bei inter­dis­zi­pli­nären Frage­stel­lungen wie im Bereich von Maschi­nen-­Lern­pro­zessen, Privat­sphäre und Daten­si­cher­heit an evidenz­ba­sierten Antworten“, so Polleres, „Insbe­son­dere die beiden letz­teren, ebenso wie die Robust­heit von Daten wären für die Indus­trie von hoher Bedeu­tung“. Gleich­zeitig sieht der WU-Ex­perte die effi­zi­ente Vernet­zung von Daten als Schlüssel für tech­no­lo­gi­sche, unter­neh­me­ri­sche und ökon­o­mi­sche Verän­d­e­rung und Inno­va­tionen.

Maßnah­men­paket

Im Projekt PROPEL gelang es Polleres und seinen Kolle­gInnen auch gezielte Maßnah­men­felder für den effi­zi­enten Einsatz von Linked Data zu iden­ti­fi­zieren. Von beson­derer Bedeu­tung ist dabei das Schaffen von Bewusst­sein für dessen Poten­ziale in Unter­nehmen ebenso wie das Abbauen von Eintritts­bar­rieren in die Thematik durch Weiter­bil­dungen. Eine weitere wich­tige Maßnahme ist die wissen­schaft­liche Arbeit in den bislang weit­ge­hend uner­forschten Gebieten von Linked Data, insbe­son­dere die Abstim­mung mit Frage­stel­lung seitens der Indus­trie bildet dabei eine wich­tige Brücken­funk­tion. Themen wie Inter­net­si­cher­heit und Privat­sphäre würden inter­dis­zi­pli­näre Forschung zwischen Compu­ter­spe­zia­lis­tInnen und Human- und Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rInnen erfor­dern, so die Exper­tInnen.

Zur Studie

Erfolg­reiche Indus­trie­an­wen­dungen und offene Forschungs­fragen

Vom 21. bis 25. Oktober wird der Campus WU zum Treff­punkt der Semantic Web Commu­nity bei der 16. „Inter­na­tional Semantic Web Confe­rence“ (ISWC), im Rahmen derer unter anderem auch zentral die Thematik Linked Data und Wissens­gra­phen als Schwer­punkte disku­tiert werden. Vertre­te­rInnen der akade­mi­schen Forschung aber auch inter­na­tio­naler Unter­nehmen wie Google oder IBM spre­chen zudem über Anwen­dungs­ge­biete und die Zukunft seman­ti­scher Tech­no­lo­gien, wobei sowohl offene Forschungs­fragen als auch bereits erfolg­reiche Indus­trie-­An­wen­dungen präs­en­tiert werden. Die ISWC2017 ist mit über 600 inter­na­tio­nalen Teil­neh­me­rInnen die welt­weit größte Konfe­renz auf diesem Gebiet und heuer erst­mals in Öster­reich. Die Konfe­renz wird gemeinsam von WU Wien, TU Wien und SBA Rese­arch veran­staltet.

Alle Details zur Konfe­renz finden Sie hier.

Jour­na­lis­tInnen haben mit Regis­trie­rung vorab die Mögl­ich­keit zur kosten­losen Teil­nahme – Teil­neh­me­rIn­nen­kon­tin­gent begrenzt.https://www.wu.ac.at/

Kontakt:
Prof. Dr. Axel Polleres
Local chair ISWC 2017 Konfe­renz
Tel: +43 1 31336-5200
axel.polle­res@wu.ac.at

Pres­se­kon­takt:
Mag. Anna Maria Schwen­dinger
PR-Re­fe­rentin
Tel: + 43-1-31336-5478
E-Mail: anna.schwen­din­ger@wu.ac.at

Presse-Information als PDF
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