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60 Top Expertinnen bei internationaler Konferenz zu Gender Budgeting an der WU

14. November 2014

Das Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie an der WU hat zu einer Internationalen Konferenz zum Thema Gender Budgeting eingeladen. Unter anderem waren Prof. Diane Elson, die theoretische Begründerin von Gender Budgeting und Prof. Susan Himmelweit, eine der führenden Wissenschafterinnen zu Care, der Versorgungsperspektive in der Ökonomie, anwesend.

Das Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie an der WU hat zu einer Internationalen Konferenz zum Thema Gender Budgeting eingeladen. Unter anderem waren Prof. Diane Elson, die theoretische Begründerin von Gender Budgeting und Prof. Susan Himmelweit, eine der führenden Wissenschafterinnen zu Care, der Versorgungsperspektive in der Ökonomie, anwesend.

Deutlich wurde bei der Konferenz, dass Europa nur aus der Krise herauskommen kann, wenn die Wirtschaftspolitik einen radikalen Wandel vornimmt. Nicht „Wettbewerb nach unten“ und „Fokus auf Defizit- und Schuldenreduktion“ werden Europa aus der Krise führen, sondern eine Neuausrichtung in Richtung ver- und vorsorgendes Wirtschaften. Hier müssen die feministische Ökonomie und Gender Budgeting, als wichtige Teile der pluralen Ökonomie wertvolle Beiträge leisten.

Geschlechtergerechte Budgetpolitik ist bessere Budgetpolitik: Wege aus der Krise

Viele Länder in Europa haben Erfahrungen mit Gender Budgeting gesammelt. Wichtige Beiträge aus der Forschung sind aber in der Politik noch nicht angekommen. So werden u.a. in der Praxis von Gender Budgeting die Auswirkungen der europäischen makroökonomischen Politiken auf Geschlechterverhältnisse und die soziale Lage in Europa weitgehend außer Acht gelassen. Österreich wird oft als Vorzeigeland genannt. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, braucht es auch hier Weiterentwicklungen: Bislang sind in Österreich die Wissenschaft und Zivilgesellschaft nicht in Gender Budgeting Aktivitäten des Bundes involviert. Hier besteht Spielraum für positive Entwicklungen: Die Einrichtung eines unabhängigen Beirates zu Gender Budgeting in Österreich könnte beitragen, das Wissen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft für eine wirksamere Umsetzung von Gender Budgeting zu nutzen und so den österreichischen Budgetprozess zu verbessern.

WU-Rektor Christoph Badelt hat in seiner Begrüßungsrede zu Beginn der Konferenz hervorgestrichen, dass es in der ökonomischen Forschung an der Universität eine inhaltliche Breite brauche und diese an der WU erfreulicherweise in einem hohen Ausmaß vorhanden ist. „Eine Professur für feministische Ökonomie und Gender Budgeting an der WU würde wichtige Akzente für die Breite der ökonomischen Disziplin an der Universität setzen“, ergänzt Elisabeth Klatzer, eine der Organisatorinnen der Konferenz.

Christa Schlager von der AK Wien, betont: „Die Konferenz hat gezeigt: Geschlechtergerechte Budgetgestaltung eröffnet Wege aus der Krise. Es gilt sicherzustellen, dass ausreichend Staatseinnahmen zur Verfügung stehen, um den nötigen Umbau in Richtung vor- und versorgendes Wirtschaften in Angriff zu nehmen. Soziale Investitionen spielen dabei eine große Rolle und können wichtige wirtschaftliche Impulse in Europa geben.“

Rückfragen:
Dr. Elisabeth Klatzer, Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie 
Tel.: 0650 5050565

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