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Einfach, verständlich, überzeugend – Aufsichtsrät*innen als Filter des Wesentlichen für Unternehmen

20. Februar 2024

Letzte Woche fand der 14. Österreichische Aufsichtsratstag an der Wirtschaftsuniversität Wien statt. Rektor Rupert Sausgruber begrüßte gemeinsam mit den beiden Veranstalter*innen Susanne Kalss (Leiterin des Instituts für Unternehmensrecht) und Werner Hofmann (Leiter des Instituts für Strategisches Management) rund 400 Teilnehmer*innen, die das Thema „Einfach, verständlich, überzeugend – die Übersetzungsaufgabe des Aufsichtsrats“ diskutierten.

Die hochkarätigen Teilnehmer*innen setzen sich u.a. mit aktuellen Entwicklungen und den damit verbundenen Herausforderungen auf Unternehmen auseinander. Für die Automobilindustrie, so Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender der VW AG, sind das gerade Themen wie der Abschied vom Verbrennungsmotor, die Gewährleistung der CO2-Neutralität und die Machbarkeit einer grüneren Zukunft. Aktuelle Regulierungen auf nationaler und europäischer Ebene seien dabei aus seiner Sicht keine Treiber, sondern Bremsen, die sein Großunternehmen noch leisten könne, aber viele Unternehmen – gerade aus der Zulieferindustrie –nicht. 

Auswirkungen der US-Wahl auf Europas Wirtschaft

Stefan Simon, Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG, beleuchtete die Unterschiede zwischen Nordamerika und Europa in Bezug auf ihre Herangehensweise an ESG-Themen (Environmental, Social und Governance). Er betrachtete den Ausgang der US-Wahl als entscheidend: Bei einem Sieg von Trump könnten alle ESG-Bemühungen aufgehoben werden, während unter Biden Amerikas Technologieführerschaft mit weniger Regulierung und umfangreicher wirtschaftlicher Förderung fortgesetzt würde. In Europa hingegen seien detaillierte Regulierungen und umfangreiche Berichterstattung an der Tagesordnung. Seine klare Empfehlung: Überprüfung dieses europäischen Ansatzes, um wieder an die Spitze zu gelangen.

Vereinbarkeitsthema gesetzlich vorgesehene Pflicht des Aufsichtsrats

Joachim Schönbeck, Vorstandsvorsitzender der Andritz AG, und Wolfgang Leitner, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Hauptaktionär der Andritz AG, sehen in ihren international ausgerichteten Geschäftsbereichen große Chancen für technologiegetriebene Lösungen. Elisabeth Brameshuber, Professorin an der Universität Wien, mahnte Aufsichtsrät*innen nachdrücklich dazu, einen verlässlichen Regelungsrahmen für Eltern mit Betreuungsaufgaben zu gestalten. Dies sei kein Wunschkonzert der Manager*innen, sondern eine gesetzlich vorgesehene Pflicht des Aufsichtsrats. Christine Catasta, Aufsichtsratsvorsitzende der BIG, Cord Prinzhorn, Aufsichtsratsvorsitzender der Lenzing AG, und Jasmin Soravia, Aufsichtsratsmitglied der GrECo Group, diskutierten die wesentlichen Fähigkeiten des Aufsichtsrats im Hinblick auf Nachhaltigkeitsfragen und betonten dessen Rolle bei der Gestaltung komplexer Zusammenhänge für das Unternehmen auf klare und verständliche Weise. Susanne Kalss fasst zusammen: „Es ist wichtig, bestehende Regeln und komplexe Prozesse zu vereinfachen und zu reduzieren, um für zukünftige Entwicklungen offen zu sein.“ Werner Hoffmann fügt hinzu: „Dadurch kann und sollte wieder Platz für Innovation geschaffen werden.“

Teilnehmer*innen am Aufsichtsratstag 2024 waren u.a. Herta Stockbauer, BKS Bank AG, Christoph Greiner, Greiner AG, Monika Kircher, RWE, Friedrich Rödler, Erste Group, Erich Hampel, B&C Privatstiftung, Peter Hofbauer, Abschlussprüferaufsichtsbehörde und Ulrike Klemm-Pöttinger, Österreichische Prüfstelle für Rechnungswesen.

Pressekontakt:
Mag. Cornelia Moll
Pressesprecherin
Tel: + 43-1-31336-4977
E-Mail: cornelia.moll@wu.ac.at

Aufsichtsratstag_2024 ©cochic photography
Aufsichtsratstag_2024 ©cochic photography
Hans Dieter Pötsch (VW AG) und Susanne Kalss ©cochic photography
Hans Dieter Pötsch (VW AG) und Susanne Kalss ©cochic photography
Aufsichtsratstag 2024
Aufsichtsratstag 2024
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