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Rich or poor? Looking into the future

The ready avail­ab­il­ity of world­wide demo­graphic data on age, sex, and edu­ca­tional at­tain­ment is open­ing up new av­en­ues for re­search. As part of re­search work car­ried out in co­oper­a­tion with the In­ter­gov­ern­mental Panel on Cli­mate Change, Jesús Crespo Cuaresma, head of WU’s In­sti­tute for Mac­roe­co­nom­ics, used this data to develop in­come pro­jec­tions for 144 coun­tries until the year 2100. He also looked at how these pro­jec­tions can help to bet­ter un­der­stand the chal­lenges posed by cli­mate change. Jesús Crespo Cuaresma’s new model is the first of its kind in the world. It al­lows for the eco­nomic ef­fects of cli­mate change to be in­cluded in scien­ti­fic mod­els for devel­op­ing fu­ture pro­jec­tions.

To help im­prove our un­der­stand­ing of possible fu­ture devel­op­ments and our ab­il­ity to cope with them, the In­ter­gov­ern­mental Panel on Cli­mate Change has developed five scen­arios that pro­ject global eco­lo­gical devel­op­ments until the year 2100. On the basis of these scen­arios, re­search­ers around the world are in­vest­ig­at­ing the im­pact each of these scen­arios would have on job mar­kets, edu­ca­tion, and in­come. A team of demo­graph­ers is us­ing these scen­arios to develop cal­cu­la­tions that pro­ject a num­ber of im­port­ant factors, for in­stance changes in age struc­ture and edu­ca­tion in 144 coun­tries in the period until 2100. Based on these fig­ures, Jesús Crespo Cuaresma looked at how the in­come of pop­u­la­tions changes, both for spe­cific coun­tries and glob­ally. For this pur­pose, he developed a unique scen­ario mod­el­ling frame­work cap­able of mod­el­ling a wide range of fu­ture global devel­op­ments. In his latest study, Pro­fessor Crespo Cuaresma and his team show how in­come, within spe­cific coun­tries and around the world, is ex­pec­ted to change de­pend­ing on the factors of age struc­ture, sex, and level of edu­ca­tion.

Zwei der möglichen Szenarien

„Klima­forschung braucht Mod­elle, die in der Lage sind, lang­fristige Szenarien von Einkom­men für alle Länder der Welt zu produzieren“, so Jesús Crespo Cuaresma, „Wir ge­hen von fünf ver­schiedenen Szenarien aus. Wenn man zwei davon als Beis­piele hernehmen will, dann bez­ieht sich das er­ste auf eine Welt, in der die Durch­schnitt­seinkom­men dazu ten­dieren sich an­zugleichen: Der Zugang zu Bildung ist gleich ver­teilt und die Einkom­men­sungleich­heiten zwis­chen und in­ner­halb der Staaten ge­hen zurück. In un­serem zweiten Szenario führt beis­piels­weise eine ungleiche Ver­teilung von Bildungsleis­tun­gen zu größeren glob­alen Ungleich­heiten.“ Ob­wohl im zweiten Szenario die Ungleich­heit be­stehen bleibt, geben die demo­grafis­chen Daten Hin­weise da­rauf, dass es in beiden Fällen bis zum Jahr 2100 eine pos­it­ive Entwicklung des Bildung­s­niveaus gibt. Wobei das Wach­s­tum im er­sten Szenario höher ausfällt als im zweiten, ins­beson­dere in Staaten mit schwa­chem und mit­tlerem Einkom­men.

Al­ter, Geschlecht, Bildung

Viele öko­nomis­che Mod­elle berechnen die Einkom­mensentwicklung un­ter der An­nahme, dass alle Menschen gleich produktiv sind. Crespo Cuaresma wählte einen dif­fer­en­zierteren Zugang für mehr Genauigkeit und ging in seinem Mod­ell davon aus, dass Al­ter und Bildung die wichtig­sten Faktoren sind, die die Produkt­ivität einer Per­son bee­in­flussen. De­ment­s­prechend berech­nete er die Einkom­mens­dy­namik er­st­mals nicht ein­fach basi­er­end auf repräsent­at­iven Per­sonen in einem Land, son­dern bezog die Entwicklung der Al­tersstruk­turen sowie jene des Bildung­s­niveaus mit ein. „Erst haben wir für jedes der 144 Länder ein­zeln diese fünf Einkom­mensszenarien berech­net, dann glob­ale Länderver­gleiche gezo­gen“, bes­chreibt der Makroökonom. „In punkto Bildung lassen die Ergeb­n­isse da­rauf schließen, dass Menschen durch mehr Bildung nicht nur ihre Produkt­ivität erhöhen, son­dern auch ideen­reicher wer­den. Dadurch wer­den tech­no­lo­gis­che In­nov­a­tionen vor­an­getrieben, die im Weit­eren nicht nur die ei­gene Ef­f­iz­ienz, son­dern die einer gan­zen Bevölker­ung ankur­beln.“

Ein­fach zu kom­mun­iz­ieren

„Einer der großen Vorteile un­seres Szenari­en­mod­ells ist, dass die Ergeb­n­isse gut ab­bild­bar und da­her ein­fach zu kom­mun­iz­ieren sind - sie liefern so einen wichti­gen Out­put“, erläutert Crespo Cuaresma. „Mit dem neuen Mod­ell können wir auch in anderen Bereichen Szenarien ab­bilden, wie zum Beis­piel: Wie entwick­elt sich die De­mokratie welt­weit oder in ein­zelnen Ländern? Wie entwick­elt sich Ge­sund­heit und Lebenser­war­tung einer Bevölker­ung?“

Bessere Mess­barkeit

„Die Pro­gnose des Brut­toin­land­sprodukts von Staaten, ges­amt bez­iehung­s­weise pro Ein­wohner/in, ist es eine bedeu­tende In­form­a­tion für Mod­elle, die da­rauf abzielen, die Ef­fekte des Klimawan­dels zu messen. Un­sere Ver­quick­ung von Klimad­aten und geglieder­ten Bevölker­ung­s­pro­gnosen mit Schätzmod­el­len der Einkom­mensentwicklung ist ein neuer Weg, den wir an der WU und am Wit­tgen­stein Centre for Demo­graphy and Global Hu­man Cap­ital ge­hen“, resümiert Crespo Cuaresma. Dieser Weg  wird in dieser Form welt­weit zum er­sten Mal bes­ch­rit­ten. 



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