NPO-Institut (Verein)

ProEuropeanValuesAT: Demokratie stärken – mit Wissen, Austausch und Humor

Am 19. und 20. Juni 2026 kamen im Rahmen von ProEuropeanValuesAT Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis sowie politische Entscheidungsträger:innen im Cap Wörth am Wörthersee zusammen. Unter dem Leitgedanken „Wie stärken wir Menschenwürde gemeinsam?“ bot die zweitägige Veranstaltung Raum für fachlichen Austausch, kritische Reflexion und organisationsübergreifende Vernetzung.

Im Mittelpunkt standen die EU-Charta der Grundrechte, der Europäische Schutzschild für die Demokratie und die Frage, welchen Beitrag zivilgesellschaftliche Organisationen zur Stärkung demokratischer Strukturen und europäischer Werte leisten können. In thematischen Arbeitsgruppen und Dialogformaten wurden aktuelle Herausforderungen der Demokratiearbeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei ging es unter anderem um Jugendbeteiligung, Gleichberechtigung und Empowerment, den Schutz der Demokratie im digitalen Raum, Bürger:innen-Beteiligung sowie künstlerische, kreative und mediale Zugänge zur Vermittlung europäischer Werte.Hochkarätige Impulse von Expert:innen eröffneten vertiefende Perspektiven auf das Verhältnis von Menschenwürde, Menschenrechten, Dissidenz und Demokratie. Ergänzt wurde das Programm durch den direkten Erfahrungsaustausch der geförderten Organisationen. Die Förderempfänger:innen präsentierten Fortschritte und Wirkungen ihrer Aktivitäten, reflektierten gemeinsam bestehende Herausforderungen und entwickelten Vorschläge zur weiteren Stärkung ihrer Projekte.

Nachhaltige Demokratiearbeit: Lachen und Lernen

Einen besonderen Höhepunkt bildete der Workshop „Nachhaltige Demokratiearbeit – Lachen und Lernen“, der von Prof. Dr. André Martinuzzi und Angelo Spörk vom Institut für Nachhaltigkeitsmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien gestaltet und von Dr.in Doris Schober für npoAustria eingeleitet wurde.

Der Workshop verdeutlichte, dass Humor weit mehr als ein unterhaltendes Element darstellt. Bewusst und verantwortungsvoll eingesetzt, kann er in der politischen Bildungsarbeit, in der Projektkommunikation und im zivilgesellschaftlichen Engagement neue Zugänge eröffnen. Humor kann Aufmerksamkeit schaffen, komplexe Inhalte leichter zugänglich machen, Perspektivwechsel fördern und die Verbindung zwischen Menschen stärken. Gerade in Arbeitsfeldern, die von gesellschaftlichen Konflikten, emotionaler Belastung und begrenzten Ressourcen geprägt sind, können Humor und positive Emotionen zudem wichtige Ressourcen für Resilienz, Motivation und gemeinsames Handeln darstellen.Kurze theoretische Inputs wurden mit interaktiven Übungen, praxisnahen Experimenten und gemeinsamer Reflexion verbunden. Im Zentrum stand ein eigens entwickeltes Humor-Kartenset mit 30 Karten. Dieses unterstützte die Teilnehmenden dabei, kreative Prozesse anzuregen, neue Kommunikationsideen zu entwickeln und humorvolle Ansätze für die eigene Arbeit zu erproben. Die aktive Beteiligung und die vielfältigen Ergebnisse zeigten, welches Potenzial humorbasierte Methoden für eine lebendige und nachhaltige Demokratiearbeit entfalten können.

Ausblick: Toolkit „Humor und Positive Emotionen“

Die Erkenntnisse aus dem Workshop fließen in das neue Toolkit „Humor und Positive Emotionen“ ein, das npoAustria im Herbst 2026 im Rahmen von ProEuropeanValuesAT veröffentlichen wird. Das Toolkit richtet sich an zivilgesellschaftliche Organisationen und bietet theoretische Grundlagen, praxiserprobte Methoden, konkrete Übungen, Good-Practice-Beispiele und weiterführende Ressourcen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Humor und positive Emotionen gezielt eingesetzt werden können, um Menschen zu erreichen, Zusammenarbeit und Vertrauen zu fördern, Engagement zu stärken und demokratische Werte wirkungsvoll zu vermitteln. Dabei wird zugleich auf einen reflektierten Umgang Wert gelegt: Humor darf weder verletzen noch gesellschaftliche Herausforderungen verharmlosen, und positive Emotionen sind nicht mit einer unkritischen oder „toxischen“ Positivität gleichzusetzen.

Die Veranstaltung am Wörthersee hat eindrucksvoll gezeigt, dass nachhaltige Demokratiearbeit fundiertes Wissen, offene Dialogräume und tragfähige Beziehungen benötigt – und dass auch Humor einen wertvollen Beitrag dazu leisten kann. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden, Referent:innen, Förderempfänger:innen und Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen, die neuen Perspektiven und die gemeinsame Arbeit an einer starken und resilienten Zivilgesellschaft.