Neues aus der Forschung
Inhalt dieses Kapitels
- Zentrum für Social Entrepreneurship und Soziale Innovation | Forschungsbericht: Österreichische gemeinnützige Stiftungen und Fonds im Bildungsbereich
- Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact | Endbericht der Evaluierung der Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024 veröffentlicht
- Projekt abgeschlossen: CIvolunteer – Critical Infrastrutures Powered by Volunteers
- Zentrum für Social Entrepreneurship und Soziale Innovation | Inside Impact: Schwerpunkt zu finanzieller Stabilität
Zentrum für Social Entrepreneurship und Soziale Innovation | Forschungsbericht: Österreichische gemeinnützige Stiftungen und Fonds im Bildungsbereich
Stiftungen sind wichtige Akteure für gesellschaftliches Engagement. Sie fördern Innovation, soziale Teilhabe und kulturelle Vielfalt. Besonders im Bildungsbereich übernehmen sie eine wachsende Rolle. Vor dem Hintergrund des Gemeinnützigkeitsreformgesetzes 2023, das Bildung erstmals spendenbegünstigt, führten Dr. Reinhard Millner und Marlene Seindl vom Zentrum für Social Entrepreneurship und Soziale Innovation in Kooperation mit dem Verband für gemeinnütziges Stiften eine Studie zum österreichischen Stiftungswesen durch. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Stiftungen im Bildungsbereich gelegt.
Ziel war es, den Bestand und die Tätigkeitsfelder gemeinnütziger Stiftungen und Fonds in Österreich zu erfassen. Insgesamt wurden 9.454 gemeinnützige Stiftungen und Fonds identifiziert, davon 150 mit einem expliziten Bildungszweck. Die Förderungen reichen von Stipendien und schulischer Förderung über berufliche Weiterbildung bis hin zu innovativen Projekten für Chancengleichheit, Inklusion und außerschulische Bildung. Seit 2010 hat sich Bildung zum Schwerpunktthema vieler neugegründeter Stiftungen entwickelt. Rund die Hälfte aller Neugründungen in den letzten 15 Jahren engagiert sich in diesem Bereich. Besonders sichtbar sind neue, professionell agierende Akteure wie die MEGA-Bildungsstiftung, die Stiftung Wirtschaftsbildung oder die MINTality Stiftung, die mit innovativen Ansätzen den Bildungssektor prägen.
Die Ergebnisse zeigen: Bildung ist zu einem zentralen Handlungsfeld des österreichischen Stiftungswesens geworden. Das Gemeinnützigkeitsreformgesetz 2023 schafft neue Impulse für das Engagement im Bildungsbereich. Durch die Erweiterung der Spendenbegünstigung auf Bildungszwecke können bestehende Aktivitäten steuerlich entlastet und ausgebaut werden. Gleichzeitig dürfte die Reform Anreize für die Gründung neuer Bildungsstiftungen schaffen und zur weiteren Professionalisierung des Sektors beitragen.
Den Bericht zum Download finden Sie unter
diesem Link.
Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact | Endbericht der Evaluierung der Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024 veröffentlicht
Österreich war 2024 zum dritten Mal, nach Graz 2003 und Linz 2009, Gastgeber einer Kulturhauptstadt Europas. Konkret wurde Bad Ischl als Bannerstadt zusammen mit 22 weiteren Gemeinden im Salzkammergut mit dem Titel ausgezeichnet. Das Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact führte die Evaluation dieser Kulturhauptstadt durch, der Endbericht liegt nun vor.
Die Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 (KHS24) war die erste Kulturhauptstadtregion, die ausschließlich ländlich geprägt war, und bot daher andere Bedingungen als kleinere und größere Städte oder Ballungszentren. Auch das Evaluationsdesign stellte ein Novum dar: Es wurde eine Teil-Social Return on Investment (SROI)-Analyse durchgeführt, bei der der gesellschaftliche Mehrwert der KHS24 ermittelt und in Geldwerten ausgedrückt den Investitionen gegenübergestellt wurde. Es war das erste Mal, dass eine Kulturhauptstadt Europas in dieser Vorgehensweise evaluiert wurde, was durchaus auch Herausforderungen mit sich brachte.
Eine breite Betrachtung des gesellschaftlichen Mehrwerts stellt ein umfangreiches Unterfangen dar, gerade im Kontext einer Kulturhauptstadt Europas, bei der die Wirkungen bei vielen unterschiedlichen Stakeholdern und Wirkungsbetroffenen nachzugehen sind. Die Analyse beschränkte sich deswegen auf die fünf zentralsten Stakeholder- und Wirkungsbetroffenengruppen: die Projektbeteiligten, die regionale Bevölkerung, die regionale Kulturszene, die Tourist*innen und die Tourismusbetriebe. Trotz der Beschränkung liefert die nun vorliegende Analyse erstmals eine umfassende empirische Analyse des kurzfristigen gesellschaftlichen Mehrwerts einer Kulturhauptstadt Europas aus mikrodatengestützter Perspektive, mit einem stakeholderbasierten Wirkungsverständnis.
Für die Analyse wurde der finanzielle Input der KHS24 in der Höhe von rund 30,3 Mio. Euro – ein vergleichsweise geringes Budget im europäischen Kontext – den quantifizierten und monetarisierten 51 Wirkungen der fünf zentralen Stakeholder gegenübergestellt, die in Summe einen Wert von 129,7 Mio. Euro hatten. Die Wirkungen basieren auf den umfangreichen Aktivitäten der KHS24. Es wurden insgesamt 314 Projekte realisiert, wovon 117 assoziierte Projekte waren.
Das Hauptergebnis der Analyse ist ein Teil-SROI-Wert von 4,28, der zeigt, dass jeder investierte Euro einen monetarisierten gesellschaftlichen Gegenwert von 4,28 Euro generierte. Sensitivitätsanalysen ergaben eine Spanne von 2,94 bis 7,02 Euro. Das Salzkammergut mit Bad Ischl als Bannerstadt ist eine von Tourismus geprägte Region mit starker Identität, die auch kulturell seit langem ein breites Programm bietet. Dies macht es schwierig, künstlerisch neue Wege zu gehen, kulturelle Impulse zu setzen und touristischen Mehrwert zu stiften, ohne auf Ablehnung eines Teils der Bevölkerung zu stoßen. Eine SROI-Analyse als umfassende Form der Wirkungsanalyse kann dies nicht außer Acht lassen, was entsprechend dämpfend auf den generierten Mehrwert wirkt. Insofern kann der Wert von 4,28 als nach unten hin gut abgesichert gelten.
Den Endbericht zum Download finden Sie unter
diesem Link.
Projekt abgeschlossen: CIvolunteer – Critical Infrastrutures Powered by Volunteers
Ein Projektkonsortium hat sich unter der Leitung des Institute for Application-oriented Knowledge Processing der Johannes Kepler Universität Linz in den letzten drei Jahren im Rahmen des von der FFG geförderten KIRAS Projekts „CIvolunteer – Critical Infrastructures Powered by Volunteers“ mit den Möglichkeiten der (Weiter-) Entwicklung einer Freiwilligenplattform und den Anforderungen an eine solche auseinander gesetzt. Das Projekt ist nun abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einem kurzen Video zusammengefasst, das unter folgendem Link abrufbar ist: Forschungsprojekt CIvolunteer
Weitere Ergebnisse können auch nachgelesen werden:
Pröll, B. & »CIvolunteer« & »CERTIFIER«-Projektkonsortien, Nov 2025, Erfolgreich engagiert im digitalen Zeitalter : digitale Kompetenzentwicklung - Herausforderung und Chance für ältere Freiwillige und Organisationen des dritten Sektors. 1 ed. p. 73-87 15 p.
»CIvolunteer« – A Goal-Aligned and Competence-Driven Volunteering Platform Schönböck, J., Pröll, B., Schwinger, W., Kapsammer, E., Retschitzegger, W. & Lechner, M., 15 Mar 2026, In: World Journal of Information Systems . 3, 1, p. 30-40 11 p.
Through the Lens of Goalification - A Survey on Personal Informatics and Persuasive Systems Research
Schönböck, J., Retschitzegger, W., Schwinger, W., Pröll, B., Kapsammer, E., Hammerle, B., Graf, D., Lechner, M. & Angster, C., 27 Feb 2024, Information Technology and Systems - ICITS 2024. Rocha, A., Diez, J. H., Ferras, C. & Rebolledo, M. D. (eds.). Springer Cham, p. 422-434 13 p. (Lecture Notes in Networks and Systems; vol. 932 LNNS).
Das NPO-Kompetenzzentrum, welches als sozialwissenschaftlicher Konsortiumspartner auch über npoAustria immer wieder Vertreter:innen der Praxis eingeladen hat, sich im Rahmen von Fokusgruppen und Befragungen zu den Anforderungen an eine Plattform zu beteiligen, bedankt sich sehr herzlich für die große Bereitschaft zur Teilnahme und die wertvollen Inputs.
Ansprechperson für Rückfragen: Mag.a Eva More-Hollerweger
Zentrum für Social Entrepreneurship und Soziale Innovation | Inside Impact: Schwerpunkt zu finanzieller Stabilität
Der aktuelle Schwerpunkt des Podcasts Inside Impact beleuchtet die finanzielle Stabilität von Organisationen. In Gesprächen mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis werden Themen wie Good Governance, die Rolle von Fundraising und Spenden, Controlling in NPOs oder das Finanzmanagement als „Königsdisziplin“ in NPOs beleuchtet. Die Episoden vermitteln praxisnahe Einblicke, und geben Tipps zur Vermeidung finanzieller Vulnerabilität.
Hier reinhören: https://www.wu.ac.at/sesi/ressourcen/sec-podcast/schwerpunkt-finanzielle-gesundheit