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Lehrplanentwicklung

Reformierung des HAK-Lehrplans und der Bildungsstandards

In den Jahren 2011 bis 2013 wurden der HAK-Lehrplan sowie die Bildungsstandards für kaufmännische Gegenstände unter Mitwirkung des Instituts für Wirtschaftspädagogik neu gefasst.

Aufbauend auf den bewährten Fundamenten der HAK wie dem Gedanken der Polyvalenz oder dem Prinzip der Entrepreneurship Erziehung, liegt als Ergebnis ein kompetenzorientierter Spirallehrplan vor, der verschiedene Unterrichtsgegenstände zu Clustern zusammenführt. Grundlegender Gedanke der Kompetenzorientierung ist, dass vernetztes Wissen vermittelt und die Fähigkeit der Schüler/innen in variablen Situationen Probleme lösen zu können, entwickelt wird. Dies wird einerseits durch den Spiralgedanken unterstützt, der es ermöglicht, Themen zu verschiedenen Zeiten kontinuierlich aufzugreifen und auf immer höherem Lehrzielniveau zu vertiefen bzw. zu festigen. Andererseits fördert das Clustern von sich inhaltlich ergänzenden Unterrichtsgegenständen das vernetzte Denken und Verstehen. Zur besseren Orientierung sind für jeden Cluster "Bildungsziele" und für jeden Clustergegenstand "Didaktische Grundsätze", der "Lehrstoff" sowie die "Bildungs- und Lehraufgaben" angeführt, wobei die "Bildungs- und Lehraufgaben" als konkrete Lehrziele formuliert wurden.

Diese Lehrziele stellen die Basis für die Bildungsstandards dar. Für ihre Formulierung wurden Unterrichtsgegenstände innerhalb eines Clusters zusammengefasst. Beispielsweise umfassen die Bildungsstandards "Entrepreneurship und Management" die Unterrichtsgegenstände "Betriebswirtschaft", "Unternehmensrechnung und Controlling", "Businesstraining", "Projektmanagement", "Übungsfirma" und "Case Studies". Die Grundlage dieser Bildungsstandards ist ein zweidimensionales Kompetenzmodell, das die unterschiedlichen Handlungsebenen der zu entwickelnden Kompetenzen sowie die zentralen ökonomischen Inhalte darstellt. Für die Handlungsebene sind in Anlehnung an die Taxanomie von Bloom fünf unterschiedlich komplexe Dimensionen angegeben. Die zentralen Inhaltsbereiche werden nach funktionalen Inhalten und Querschnittsinhalten getrennt angeführt.

Der neue Lehrplan sowie die Bildungsstandards wurden im Schuljahr 2014/15 an den österreichischen Handelsakademien eingeführt.

Die Rolle des Instituts für Wirtschaftspädagogik in der HAK-Lehrplanreform

Jede ernsthaft betriebene Lehrplanreform bindet verschiedene Stakeholder aus der vielfach gekoppelten Bildungslandschaft in die vier Phasen "Grundsatzfragen", "Entwicklung", "Implementierung" und "Evaluation" ein. In die HAK-Lehrplanreform war das Wiener Institut für Wirtschaftspädagogik in den ersten beiden, bisher abgeschlossenen Phasen dieses Projekts mit verschiedenen Instituts-Vertreter/inne/n involviert.