Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

„Lohn statt Taschengeld“ im Spannungsfeld zwischen gerechter Entlohnung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt

MmB 2023

Mitte Dezember 2023 haben wir die Ergebnisse unseres zweijährigen Forschungsprojektes zur Berechnung und Analyse der Kosten einer sozialversicherungspflichtigen Entlohnung von Menschen mit Behinderungen in Tages- und Beschäftigungsstrukturen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Ergebnisse der Studie und der rege Austausch im Anschluss an die Präsentation haben gezeigt, dass die Umsetzung des seit langem geforderten Vorhabens, in den Werkstätten eine faire Entlohnung statt Taschengeld einzuführen, ein schrittweiser Prozess mit vielen offenen Fragen ist, z.B.: Wie kann eine sozialversicherungspflichtige Entlohnung für Menschen mit Behinderung in Werkstätten tatsächlich umgesetzt werden? Welche Herausforderungen sehen die Länder und Träger dabei? Welche Bedeutung hat eine sozialversicherungspflichtige Entlohnung in Werkstätten für die Umsetzung des Ziels der Inklusion auf den ersten Arbeitsmarkt aus der Sicht der Menschen mit Behinderung?

Im Rahmen dieser halbtägigen Veranstaltung haben wir diese Fragen aufgegriffen und gemeinsam mit den Teilnehmer:innen weitergedacht und nach mögliche Antworten gesucht.

Impulse für die Diskussionen wurden im Rahmen von drei Vorträgen gegeben. Im ersten Impulsvortrag wurde ein Blick nach Deutschland geworfen. Prof. Engels vom ISG (Institut für Sozialforschung) gab einen Einblick in die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Studie zu einem transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Wir vom NPO-Kompetenzzentrum zeigten anhand von Studienergebnissen die Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt aus Sicht zentraler Akteure auf. Andreas Pepper von Jugend am Werk Steiermark präsentierte das Praxisbeispiel „inArbeit“ vor, ein Pilotprojekt im Rahmen der Teilhabe an Beschäftigung.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Inhalte der Impulsreferate aufgegriffen und mit Vertreter:innen zentraler Akteure beleuchtet.

Den Abschluss bildete ein informeller Ausklang zur Vernetzung, der noch rege genutzt wurde.

Datum: Mittwoch, 28.02.2024

Uhrzeit: 09.00 - 14.00

Ort: WU Wien, Learning Center, Festsaal 1 & online via Livestream (Videoaufnahme folgt in Kürze)

Das Programm

PROGRAMM ZUM DOWNLOAD

Die Vortragenden

Dr. Dietrich Engels
Dietrich Engels

Dietrich Engels, geboren am 12.9.1956 in Düsseldorf, hat nach dem Studium der Soziologie in Göttingen promoviert und ist seit 1989 in der empirischen Sozialforschung tätig. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH und arbeitet in den Bereichen der Armuts- und Lebenslagenforschung sowie der Rehabilitations- und Teilhabeforschung, wo er Studien zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und zur Vorbereitung und Evaluation des SGB IX durchgeführt hat. Weiterhin hat er die Erstellung des Zweiten Teilhabeberichts der Bundesregierung sowie mehrerer Teilhabeberichte auf Länderebene geleitet. Zurzeit ist er an der Forschung zu den Auswirkungen des BTHG beteiligt (u.a. zu den finanzielle Auswirkungen und zur Umsetzung), hat die Studie zu Entgelten in WfbM geleitet und bearbeitet den Vierten Teilhabebericht der Bundesregierung.

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Mag. Andreas Pepper
Andreas Pepper

Andreas Pepper ist als Geschäftsbereichsleiter bei der Jugend am Werk Steiermark GmbH seit 2015 zuständig für den Bereich Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen. Sein beruflicher Werdegang begann 1998 als Leiter einer Einrichtung der Lebenshilfe in Graz und führte danach zum Verein Jugend am Werk Steiermark, für den er 2012 die Aus- und Weiterbildungseinrichtung  „inbildung“ aufbaute und bis 2015 leitete. Seinem ursprünglichen Studium der klassischen Philologie ist er als Lehrbeauftragter an der Universität Graz nebenberuflich bis heute treu geblieben. Im Fokus seiner beruflichen Aufmerksamkeit liegt nunmehr seit bald 25 Jahren die Bemühung um Innovation im Bereich beruflicher Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Und das alles unter dem – erfahrungsbedingt gewonnenen – Motto „Wir irren uns voran“.

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Mag. Selma Sprajcer
Selma Sprajcer

Selma Sprajcer ist Senior Researcher und seit 2011 am NPO Kompetenzzentrum tätig. Ihre berufliche Laufbahn im Nonprofit Bereich begann sie am Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung. Der Fokus ihrer Tätigkeit liegt auf den Bereichen Menschen mit Behinderung sowie Freiwilligenarbeit. Sie studierte Soziologie mit den Schwerpunkten Kultur- und Migrationssoziologie in Kombination mit Politikwissenschaften an der Universität Wien.

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Podiumsdiskussion

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Dr. Christian Grünhaus
Christian Grünhaus

Dr. Christian Grünhaus (ehem. Schober)ist wissenschaftlicher Leiter und Senior Researcher des Kompetenzzentrums für Nonprofit Organisationen der WU Wien. Abgesehen von der operativen Führung des Kompetenzzentrums leitet er laufend praxisnahe Forschungsprojekte, die meist von NPOs oder der öffentlichen Hand finanziert werden. Davor war er Geschäftsführer und Senior Researcher des Interdisziplinären Instituts für Nonprofit Sektor Forschung (NPO-Institut), wo er federführend für den Aufbau der praxisnahen Forschung verantwortlich war. Die Beschäftigung mit Nonprofit Organisationen bzw. dem Nonprofit Sektor begann im Jahr 2000 zunächst mit der Mitwirkung an Projekten der Abteilung für Sozialpolitik und dem Institut für Soziologie an der WU Wien. Dr. Christian Grünhaus promovierte in der Studienrichtung Handelswissenschaften an der WU Wien und schloss zusätzlich das Studium Betriebswirtschaftslehre ab.

Unsere Podiumsgäste

Mag. Thomas Kromoser
Land NÖ
Martin Ladstätter MA
Vertreter des Behindertenrats
Mag. Konstantin Prager
AK NÖ
Franziska Mitter
KI-I
Christina Holmes
Lebenshilfe Österreich