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Entwicklungszusammenarbeit

 

Entwicklungszusammenarbeit steht vor der Herausforderung, unter komplexen politischen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen nachhaltige Wirkungen zu erzielen und diese nachvollziehbar zu belegen. Internationale Geber, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen sind zunehmend gefordert, die Wirksamkeit ihrer Programme transparent darzustellen und evidenzbasierte Lernprozesse zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die systematische Analyse von Wirkungen, Governance-Strukturen und organisationalen Kapazitäten in der Entwicklungszusammenarbeit stark an Bedeutung.

Das Zentrum für NPO und Social Impact arbeitete immer wieder zu Fragestellungen der Entwicklungszusammenarbeit mit einem besonderen Fokus auf Wirkungsanalyse, Evaluation und wirkungsorientierte Steuerung von Programmen und Organisationen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Zentrale Forschungsschwerpunkte

Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse gesellschaftlicher und ökonomischer Wirkungen entwicklungspolitischer Programme. Mithilfe von Social Return on Investment (SROI)-Analysen und weiterentwickelten wirkungslogischen Modellen untersucht das Zentrum, welchen sozialen Mehrwert Projekte in unterschiedlichen Kontexten schaffen. Der Fokus liegt dabei auf Programmen in den Bereichen Armutsbekämpfung, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung, Gesundheit, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Einkommens- und Lebensgrundlagensicherung.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft die Evaluation komplexer Entwicklungsprogramme und -partnerschaften. Untersucht werden unter anderem Programme internationaler NGOs, Stiftungen und multilateraler Akteur*innen, die in unterschiedlichen regionalen Kontexten tätig sind. Dabei werden Fragen der Zielerreichung, der organisationalen Lernprozesse sowie der Rolle von Kooperationen, Netzwerken und Capacity-Building-Maßnahmen analysiert.

Darüber hinaus beschäftigt sich das Zentrum mit der Weiterentwicklung von Wirkungslogiken, Monitoring- und Evaluationssystemen in der Entwicklungszusammenarbeit. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie Wirkungsmodelle partizipativ entwickelt werden können und wie sie zur strategischen Steuerung von Organisationen und Programmen beitragen.

Methodischer Zugang und partizipative Ansätze

Die Forschung im Bereich Entwicklungszusammenarbeit ist durch einen methodisch pluralen und stakeholderorientierten Ansatz gekennzeichnet. Zum Einsatz kommen qualitative und quantitative Erhebungen, Wirkungsmodelle, SROI-Analysen, Feldstudien sowie formative und summative Evaluationen.

Ein zentrales Merkmal ist die Einbindung relevanter Stakeholdergruppen – von Programmverantwortlichen über lokale Implementierungspartner bis hin zu Begünstigten – in die Entwicklung von Wirkungsmodellen und Evaluationsdesigns. Dieser partizipative Zugang trägt dazu bei, kontextsensibles Wissen zu generieren und Evaluierungen nicht nur als Rechenschaftsinstrument, sondern auch als Lern- und Entwicklungsprozesse zu gestalten.

Thematische Schwerpunkte und internationale Perspektive

Inhaltlich deckt die Forschung des Zentrums ein breites Spektrum entwicklungspolitischer Themen ab. Dazu zählen unter anderem Frauenförderung und Geschlechtergerechtigkeit, Zugang zu grundlegender Infrastruktur, gesundheits- und hygienebezogene Interventionen (WASH), Organisationsentwicklung und Innovation in der Entwicklungszusammenarbeit sowie internationale Kooperations- und Netzwerkstrukturen. Die Forschungsarbeiten bezogen sich auf Projekte in Ostafrika und Südosteuropa.

Referenzprojekte

Begleitung und Evaluation des Skybird Programms "Innovation und Partnerschaften in WASH zur Verbesserung der Lebensqualität in Ost-Afrika" des Österreichischen Roten Kreuzes
Erarbeitung eines Wirkungsmodells sowie Wirkungsindikatoren zum Zweck einer laufenden Wirkungsanalyse der Patrizia Foundation
Wirkungsanalyse des Mikrokredit- und Bewässerungsprojekts in Derra, Äthiopien