Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Wohnen, Wohnungs- und Obdachlosigkeit

Wohnungslosigkeit zählt zu den gravierendsten sozialen Problemlagen moderner Wohlfahrtsstaaten und stellt hohe Anforderungen an Sozialpolitik, Verwaltung und leistungserbringende Organisationen. Wohnungslosigkeit steht in engem Zusammenhang mit einer Vielzahl negativer sozialer und gesundheitlicher Folgen: Sie wirkt sich auf Lebensqualität, Teilhabechancen und physische wie psychische Gesundheit aus und geht mit einer deutlich verringerten Lebenserwartung einher. Vor diesem Hintergrund stellt sie nicht nur ein individuelles Schicksal dar, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem, das systemische Lösungen erfordert. Vor diesem Hintergrund hat sich Österreich im Rahmen der Erklärung von Lissabon dazu verpflichtet, aktiv an der Beendigung von Obdachlosigkeit bis zum Jahr 2030 zu arbeiten.

Aus sozialpolitischer Perspektive umfasst die Aufgabe, Wohnungslosigkeit zu adressieren, zwei komplementäre Handlungsstränge. Einerseits geht es um die Versorgung und Unterstützung von Menschen, die bereits von Wohnungslosigkeit betroffen sind — etwa durch passgenaue Angebote der Wohnungslosenhilfe, Housing-First-Modelle oder koordinierte Unterstützungsservices. Andererseits steht die Prävention im Zentrum effektiver Sozialpolitik: dies beinhaltet nicht nur wohnungspolitische Maßnahmen zur Sicherung bezahlbarer Wohnungen, sondern auch Maßnahmen zur Delogierungsprävention, die frühzeitig verhindern, dass Menschen ihren Wohnraum verlieren.

Das Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact hat sich bereits in mehreren Forschungsprojekten mit Wohnungslosenhilfe und der Prävention von Wohnungsverlust auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt standen dabei sozialpolitische Steuerungsfragen, die Ausgestaltung von Unterstützungsangeboten sowie deren Wirkungen für Betroffene, Organisationen und weitere gesellschaftliche Akteur*innen. Dabei kamen unterschiedliche sozialwissenschaftliche Methoden zur Anwendung, darunter Interviews und Fokusgruppen mit leistungserbringenden Organisationen und wohnungslosen Personen, sowie quantitative Befragungen von delogierungsbedrohten Personen.

Referenzprojekte:

Begleitende Evaluierung der Covid-19-bedingten Delogierungsprävention und Wohnungssicherung im Rahmen des "Wohnschirm"- Programms

Studie zum gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert der Delogierungsprävention der Fachstelle für Wohnungssicherung Wien (FAWOS) mittels einer SROI-Analyse

Wirkungsanalyse der Wiener Wohnungslosenhilfe

Ansprechpersonen:

Katharina Wankat

Eva More-Hollerweger

Christian Grünhaus