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Soziale Dienste

 

Soziale Dienste sind ein zentraler Bestandteil des österreichischen Wohlfahrtsstaates und leisten einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Sicherung, zur Förderung von Teilhabe sowie zur Bewältigung individueller und gesellschaftlicher Problemlagen. Sie umfassen ein breites Spektrum an Unterstützungsleistungen – von Pflege- und Betreuungsdiensten über Kinder-, Jugend- und Familienhilfe bis hin zu wohnbezogenen, gesundheitsnahen und arbeitsmarktbezogenen Angeboten. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen wie demografischem Wandel, zunehmender sozialer Ungleichheit, wachsender Betreuungskomplexität und steigenden Anforderungen an Effizienz und Transparenz stehen soziale Dienste vor erheblichen strukturellen und organisationalen Herausforderungen.

Die Forschung des Zentrums für NPO & Social Impact im Bereich sozialer Dienste ist sozialpolitisch verortet und analysiert soziale Dienstleistungen als Teil komplexer Versorgungs- und Steuerungssysteme. Im Fokus stehen sowohl institutionelle Rahmenbedingungen als auch die konkrete Ausgestaltung, Nutzung und Wirkung sozialer Angebote.

Zentrale Forschungsschwerpunkte

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Angebotsstrukturen, Bedarfen und Nutzer*innenperspektiven sozialer Dienste. In etlichen Studien wurden Zufriedenheit, wahrgenommene Lebensqualität und Nutzungserfahrungen von Kund*innen sozialer Dienstleistungen untersucht, etwa im Bereich betreutes Wohnen, mobile Pflege- und Betreuungsdienste sowie gesundheits- und sozialnahe Dienstleistungen großer Trägerorganisationen. Diese Arbeiten liefern wichtige Erkenntnisse zur Qualität sozialer Dienstleistungen und zu Ansatzpunkten für deren Weiterentwicklung.

Ein weiterer zentraler Fokus betrifft die Wirkung und Wirkungsmessung sozialer Dienste. Das NPO&SI-Zentrum hat umfangreiche Expertise in der Entwicklung und Anwendung wirkungsorientierter Analyseansätze aufgebaut, darunter Social Return on Investment (SROI)-Analysen sowie qualitative und quantitative Wirkungsmodelle. Untersucht wurden unter anderem der gesellschaftliche und ökonomische Nutzen von Einrichtungen der Familien- und Mutter-Kind-Hilfe, mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten, Schuldnerberatungen sowie sozialintegrativen und gesundheitsbezogenen Projekten. Diese Arbeiten machen den Mehrwert sozialer Dienste für unterschiedliche Stakeholdergruppen – von Nutzer*innen über öffentliche Hand bis hin zur Gesamtgesellschaft – systematisch sichtbar.

Darüber hinaus widmet sich die Forschung Fragen der Innovation, Steuerung und Governance sozialer Dienste. Analysiert werden unter anderem Innovationsprozesse in Organisationen des Sozialwesens, Kooperationsbeziehungen zwischen Trägern, Verwaltung und weiteren Akteur*innen sowie die Auswirkungen sozialpolitischer Planungs- und Steuerungsinstrumente auf Angebotsentwicklung und Versorgungssicherheit. Auch sozialpolitische Planungsprozesse, etwa im Bereich der Behindertenhilfe, bilden einen wichtigen Bestandteil dieses Forschungsfeldes.

Methodischer Zugang

Die Forschung im Bereich sozialer Dienste ist durch einen interdisziplinären und methodisch pluralen Ansatz gekennzeichnet. Zum Einsatz kommen qualitative Interviews, standardisierte Befragungen, Wirkungs- und Nutzenanalysen, partizipative Forschungsdesigns sowie systemische und vergleichende Analysen. Ein besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit mit Trägerorganisationen, öffentlichen Auftraggebern und – wo möglich – Nutzer*innen sozialer Dienste, um wissenschaftliche Analysen praxisnah und anschlussfähig zu gestalten.

Referenzprojekte:

Evaluierung der Leistungen („Produkte“) und der damit verbundenen Ausgaben des Sozialressorts des Landes Oberösterreich - WU Wirtschaftsuniversität Wien

Impact evaluation of the project „Addressing and preventing care needs through innovative Community Care Centres (I-CCC)” - WU Wirtschaftsuniversität Wien

Evaluierung Wohnschirm

Die Wirkungen und Bedarfe der Wiener Wohnungslosenhilfe

Kundenbefragungen des ÖRK

SROI mobile Pflege- und Betreuung in Wien