Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

SROI-Analyse des OekoBusinessWien Kofinanzierungsprogramms

OekoBusinessWien ist das Wiener Umweltservice-Programm, welches 1998 von der Stadt Wien – Umweltschutz ins Leben gerufen wurde. Durch das Projekt werden Wiener Unternehmen bei der Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen im Betrieb unterstützt, um beispielsweise Betriebskosten zu senken und Ressourcen zu sparen. Ziel des Kofinanzierungsprogramms ist, mit verschiedensten Angeboten Wiener Unternehmen in umweltbezogenen Fragestellungen zu unterstützen, um in weiterer Folge einerseits saubere Gewinne für Umwelt und Unternehmen durch ökologisches Wirtschaften und andererseits mit Umweltschutz innerhalb der Unternehmen hohe Qualität und finanzielle Vorteile erzielen zu können. Das Angebot OekoBusinessWien umfasst dabei professionelle, geförderte Beratung, Hilfe bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen, Rechtssicherheit und eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit.

Das NPO & SE Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) erhielt von der Wiener Umweltschutzabteilung den Auftrag, den gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert des OekoBusinessWien-Kofinanzierungsprogramms für die Jahre 2017 und 2018 mittels einer Social-Return-on-Investment-Analyse (SROI-Analyse) zu ermitteln. Die Analyse erfolgte auf Basis von qualitativen und quantitativen Erhebungen, welche im Zeitraum 2019 bis 2020 durchgeführt wurden.

Insgesamt ergeben sich auf Basis der durchgeführten Erhebungen und Berechnungen für die Jahre 2017 und 2018 monetarisierte Wirkungen in der Höhe von 29.144.498 Euro. Demgegenüber stehen Investitionen von 12.725.321 Euro. Durch die Gegenüberstellung der gesamten Investitionen aus den Jahren 2017 und 2018 mit der Summe der monetarisierten Wirkungen, ergibt sich ein SROI-Wert von 2,29. Dies bedeutet, dass jeder investierte Euro Wirkungen im monetarisierten Gegenwert von 2,29 Euro schafft. Die Investitionen kommen somit als positive gesamtgesellschaftliche Wirkungen mehr als zweifach wieder zurück. Berücksichtigt man, dass die Investitionen in OekoBusinessWien-Maßnahmen auf die Investitionen der Stadt Wien, des Bundes und der Wirtschaftskammer Wien in das OekoBusiness-Kofinanzierungsprogramm und die daraus resultierende Beratung zurückzuführen sind, so ist die Wirkung von OekoBusinessWien deutlich höher. Die Investitionen in das OekoBusinessWien-Kofinanzierungsprogramm in Höhe von 2 Mio. Euro hebeln weitere Investitionen in Umweltmaßnahmen, welche einen gesellschaftlichen Mehrwert von 29,1 Mio. Euro bewirken. Unter Berücksichtigung dieser Hebelwirkung ergibt sich ein SROI-Wert in Höhe von 1:14,50. Das heißt, dass jeder in OekoBusinessWien investierte Euro weitere Investitionen hebelt und somit gesellschaftliche Wirkungen in Höhe von 14,50 Euro produziert. Dies unterstreicht die wirkungsvolle Arbeit des OekoBusinessWien.

Zudem wurde im Rahmen der Analyse der Beitrag von OekoBusinessWien zu den Sustainable Development Goals (SDGs) untersucht. Hierbei zeigt sich, dass sich ein Großteil der hervorgebrachten gesellschaftlichen Wirkungen von OekoBusinessWien in den SDGs wiederfindet. Das Programm adressiert elf der 17 SDGs, wobei insbesondere die Ziele „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“ verfolgt werden.

Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse der Studie, dass OekoBusinessWien Unternehmen motiviert, Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit zu ergreifen, Vernetzung und Austausch fördert und ein Bewusstsein für sozial und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften schafft. Hiermit leistet OekoBusinessWien einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals und ist auch jenseits der unmittelbaren Umweltwirkungen gesellschaftlich wirkungsvoll.

Kontakt
Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Grünhaus

Christian Grünhaus

(ehm. Schober) Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit
Benedikt Nutzinger, MSc (WU)

Benedikt Nutzinger

Junior Researcher
Aufgaben: SROI-Analysen, Gesundheitsförderung und Prävention