Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

„Out of Box“. Eine qualitative Studie zum Vergleich der Wirkungen von Interventionsprojekten auf straffällig gewordene Jugendliche

Ziel der vom NPO & SE Kompetenzzentrum durchgeführten Studie ist in erster Linie potenzielle Wirkungen des Projektes "Out of Box" zu eruieren. Dies soll erfolgen, indem bereits etablierte und evaluierte Interventionsprojekte untersucht und verglichen werden. Um eine Gegenüberstellung mit dem vorherrschenden Strafmaßnahmen möglich zu machen, werden zusätzlich auch Effekte, die von konventionellen Haftstrafen und Diversionsmaßnahmen ausgehen, erläutert. Des Weiteren wurden qualitative Interviews mit ExpertInnen geführt und ausgewertet, um die recherchierten Ergebnissen in einem praktischen Kontext zu bringen und mit „Out of Box“ zu verknüpfen.

Im alternativen Strafmaßnahmenbereich beschränken sich Evaluationen sehr häufig auf die Untersuchung der Rückfallquoten. Es zeigt sich, dass bei den herangezogenen Vergleichsprojekten die Rückfallquoten niedriger sind als im herkömmlichen Strafvollzug. Somit entfalten die alternativen Interventionsprojekte für die Jugendlichen die Wirkung einer geringeren Rückfälligkeit in die Kriminalität. Darüber hinaus wird durch viele Faktoren im Bereich der sozialen Kompetenzen die zusätzliche Wirkung einer verbesserten Resozialisierung erreicht. Da durch eine gesenkte Rückfallquote auch die Kriminalitätsrate sinkt und im Strafvollzug Kosten eingespart werden können, ergeben sich auch auf der Makroeben für die Gesellschaft mittelfristige Wirkungen. Durch Schul- und Lehrabschlüsse können für die Jugendlichen auf der Mikroebene nachhaltige Wirkungen erzielt werden. In einem der recherchierten Vergleichsprojekte konnte eine Vermittlungsquote von rund 60 Prozent erreicht werden, was in etwa dem Ziel von „Out of Box“ entspricht. Des Weiteren wurde in demselben Projekt eine erhöhte Leistungsmotivation bei den Jugendlichen festgestellt.

Die Wirkungen im Bereich der sozialen Kompetenzen sowie anderer Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich durch die Teilnahme an den herangezogenen Interventionsprojekten ergaben, waren sehr umfangreich belegt. Sie zeigten sich ausschließlich auf der Mikroebene. So konnten auf kurze Dauer gesehen die Jugendlichen in einigen Fällen ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Es konnten viele Bereiche ausgemacht werden, in denen die Jugendlichen ihre psychosoziale Anpassung verbesserten. Als Beispiele dafür können die soziale Integration, die Selbstsicherheit der Jugendlichen, sozialkommunikative Kompetenzen und das verbesserte Selbstbild genannt werden.

In ökonomischer Hinsicht sind einige positive Wirkungen für die Jugendlichen und andere Stakeholder, wie den Staat, durch „Out of Box“ denkbar. Aufgrund der eben angesprochenen erzielten Effekte im pädagogischen Bereich bei den Vergleichsprojekten und der sich dadurch ergebenen Vermittlungsquote könnte sich auch die Einkommenslage der Jugendlichen verbessern. Auf der Makroebene könnten staatliche Institutionen wie Strafvollzugsanstalten mittelfristig Kosten einsparen. Langfristig ist aufgrund geringer Rückfallquoten und verbesserter Schulbildung eine Erhöhung der Steuereinnahmen sowie eine Verminderung der Sozialkosten denkbar. Auf einer aggregierten Ebene profitiert somit auch die Gesellschaft von den positiven Effekten, die von solchen alternativen Projekten ausgehen.

Die im Rahmen dieser Studie eruierten Wirkungen der alternativen Interventionsprojekte treten vor allem im sozialen und ökonomischen Bereich auf und werden in der folgenden Tabelle auch auf einer zeitlichen Ebene verortet.

Das NPO & SE Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien erhielt von Coca-Cola Österreich den Auftrag das Projekt „Out of Box“ zu evaluieren. Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative „Ideen gegen Armut” (IGA) zu einem von zwei Preisträgern 2012 gewählt. Mit dem Projekt „Out of Box“ sollen in Österreich straffällig gewordene Jugendliche unterstützt sowie auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft begleitet werden.

Kontakt:

Mag.a Olivia Rauscher

Projektleiterin

Tel: (01) 31336-5826
E-Mail: olivia.rauscher@wu.ac.at