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Wirkungsanalyse

 

Das Thema Wirkungen bzw. Wirkungsmessung von Maßnahmen gewinnt zusehends an Bedeutung. Dies liegt zum einen an der organisationalen Entwicklung der Nonprofit Organisationen (NPOs) und (Sozial-)Unternehmen, andererseits erfolgt die Vergabe öffentlicher Gelder zunehmend unter der geforderten Wirkungsorientierung in der Haushaltsführung.

NPOs, als ausführende Dienstleister in der Bereitstellung (halb-) öffentlicher Güter, müssen daher zunehmend ihre Wirksamkeit nachweisen. Die fortgeschrittene Verbetriebswirtschaftlichung der NPOs trägt ebenfalls zum Trend Wirkungsmessung bei. Ineffizienzen oder eine mangelnde leistungsorientierte Steuerung gehören heute bei den meisten NPOs der Vergangenheit an. Ein neues Thema rückt nach: Effektivität bzw. Wirkungsorientierung. Außerdem interessieren sich Financiers, wie Stiftungen, SpenderInnen, InvestorInnen, vermehrt dafür, was ihre Gelder bewirken.

Im Zuge der Diskussion um Wirkungsanalysen wird der Begriff Wirkung ganz selbstverständlich verwendet, doch was wird genau darunter verstanden?

Wirkungen bezeichnen jene (positiven und/oder negativen) Veränderungen die an Begünstigten bzw. Betroffenen einer Intervention (z.B. Menschen, Gruppen, Gesellschaft) oder der Umwelt festzustellen sind, nachdem eine Intervention stattgefunden hat. Wirkungsanalysen umfassen demnach die Messung, Darstellung und Analyse von Wirkungen und ermöglichen v.a. bei NPOs eine adäquatere Erfolgseinschätzung im Sinne der Mission als dies bei einer reinen Leistungsmessung der Fall ist. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Methoden und Ansätzen, um Wirkungen messen und analysieren zu können. Ein wesentliches Konzept, auf dem viele dieser Ansätze beruhen, ist die Wirkungskette, die für jeden Stakeholder des analysierten Projekts oder Programms erstellt werden muss. Dies bedeutet, dass vorab geklärt werden muss, wer die zentralen Stakeholder einer Intervention sind. Die logische Wirkungskette zeigt schließlich auf, was ein Stakeholder investiert (Input), welche Aktivitäten mit den Ressourcen gesetzt werden, welcher Output damit produziert wird und welche Wirkungen (Outcome und Impact) hierdurch letztlich erzeugt werden. Die Summe der identifizierten Wirkungsketten der Stakeholder stellt das Wirkungsmodell des analysierten Projekts oder Programms dar.

Einfache Wirkungskette

Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um die Wirkungen zu messen und zu analysieren, die sich im Grunde aus der gesamten sozialwissenschaftlichen Methodik speisen. Stehen tatsächlich eine Messung und damit ein quantitatives Vorgehen im Fokus, müssen geeignete Indikatoren gefunden werden, um die Wirkungen erfassen oder „übersetzen“ und möglicherweise auch bewerten zu können (siehe SROI-Analyse). Vielleicht ist aber auch eine Art Wirkungsfolgenabschätzung auf Basis eines qualitativen Vorgehens für Ihre Zielsetzungen ausreichend. Dies lässt sich vor allem mit der Frage nach dem Zweck der Analyse beantworten: Wofür brauche ich die Analyse? Geht es um die Legitimation meiner Leistungen gegenüber Geldgebern oder einer interessierten Öffentlichkeit? Möchte ich Strategie- oder Steuerungsfragen mit den Ergebnissen der Wirkungsanalyse beantworten oder steht viel mehr ein internes Lernen durch die Einführung eines wirkungsorietierten Denkens im Vordergrund?

Je nachdem wird die Analyse eher breiter oder eher fokussierter angelegt sein und ein unterschiedliches Rigiditätsniveau verlangen. Bei der Klärung dieser und ähnlicher Fragen sowie der Erstellung eines geeigneten Wirkungsanalyse-Designs ist das NPO-Kompetenzzentrum sehr gerne behilflich!

Weiterführende Literatur

Referenzprojekte

Kontakt

Mag.rer.soc.oec. Olivia Rauscher
Olivia Rauscher
Senior Researcherin, derzeit in Karenz
Aufgaben: Social Impact Measurements mit Fokus auf SROI-Analysen, Durchführung von Evaluationen, Soziale Ungleichheit, Armutsbekämpfung, Gesundheitsförderung und Prävention
Mag.Dr.rer.soc.oec. Christian Schober
Christian Schober
Wissenschaftlicher Leiter, Senior Researcher
Aufgaben: Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Evaluation, SROI-Analysen, Finanzierung, Spendenverhalten, Arbeitszufriedenheit und Motivation, Altenpflege und –betreuung, Menschen mit Behinderung bzw. Barrierefreiheit