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Evaluation im Überblick

Evaluationen können unterschiedliche Funktionen erfüllen. Zum einen können sie dazu dienen, Erkenntnisse zu erzeugen, die beispielsweise als Grundlage für strategische Entscheidungsfindung eingesetzt werden. Alternativ können Evaluationen auch eine Kontrollfunktion erfüllen, indem die Effizienz oder, im Fall von wirkungsorientierten Evaluationen, auch die Effektivität überprüft wird. In der Praxis erfüllen Evaluationen oft auch den Zweck, Leistungen oder Maßnahmen zu legitimieren – Argumente, die sich ebenfalls aus der Effizienz- bzw. Effektivitätsprüfung ableiten lassen. Dies ist hauptsächlich möglich, weil Evaluationen meist messbare Resultate zu den untersuchten Evaluationsgegenständen liefern. Mittels Evaluationen kann des Weiteren auch der Dialog zwischen Stakeholdern hergestellt bzw. gefördert werden.

Je nach Funktion der Evaluation können zusätzlich auch inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. So kann der Schwerpunkt beispielsweise in der Messung psychologischer Effekte, der Erhebung sozialer Effekte oder auch ökonomischer Aspekte liegen. Je nachdem welche Funktion der Evaluation im Vordergrund steht und wie das Projekt inhaltlich und strukturell beschaffen ist, sind unterschiedliche Herangehensweisen sinnvoll. Ein Evaluationsdesign wird unter Anbetracht diverser Entscheidungsdimensionen definiert. Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die grundlegenden Entscheidungsmöglichkeiten, die bei der Erstellung eines Evaluationsdesigns berücksichtigt werden sollten. Je nach Funktion der Evaluation erweisen sich bestimmte Kombinationen der Entscheidungsmöglichkeiten als besonders sinnvoll.

Quelle: Schober, C./ Rauscher, O./ Millner, R. (2013): Evaluation und Wirkungsmessung. In: Simsa, R./ Meyer, M./ Badelt, C. (Hrsg.): Handbuch der Nonprofit Organisation: Strukturen und Management. Schäffer Poeschel. Stuttgart. S. 459

Grundsätzlich gilt zu bestimmen, ob die Evaluation begleitend zu einem bereits laufenden Prozess durchzuführen ist und aktiv bei der Weiterentwicklung des Prozesses mitwirken soll oder, ob der Prozess eher aus einer Außerperspektive analysiert werden soll. Ebenfalls entscheidend ist zu definieren, wo die Evaluation ansetzt: Wird bei der Analyse eher zielbasiert vorgegangen, um dadurch Antworten auf konkreten Fragen zu finden, oder wird der Ablauf der Evaluation bewusst offen gelassen, um eine möglichst umfassende Betrachtung des Prozesses zu ermöglichen? Abhängig davon wird auch die entsprechende methodische Herangehensweise für die Evaluation gewählt. Diese richtet sich nach den jeweiligen Erfordernissen der Evaluation und ist durch eine Kombination aus auf qualitativen und quantitativen sozialwissenschaftlichen Methoden basierenden evaluativen Ansätzen gekennzeichnet.

Kontakt

Mag.rer.soc.oec. Olivia Rauscher
Olivia Rauscher
Senior Researcherin, derzeit in Karenz
Aufgaben: Social Impact Measurements mit Fokus auf SROI-Analysen, Durchführung von Evaluationen, Soziale Ungleichheit, Armutsbekämpfung, Gesundheitsförderung und Prävention
Flavia-Elvira Bogorin, BA, MSc (WU)
Flavia-Elvira Bogorin
Researcherin
Aufgaben: Jugend & Familie, Gesundheitsförderung & Prävention, Altenpflege- & Betreuung, Wohnungslosigkeit, Freiwilligenarbeit, Zivilgesellschaft