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KI Prinzipien

Denken erweitern, nicht ersetzen.

Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zum Alltag, auch bzw. gerade an den Universitäten. Vermutlich nutzen Sie bereits das eine oder andere KI-Tool, und das ist in Ordnung. Wer heute ein (wirtschaftswissenschaftliches) Studium abschließt muss mit diesen Werkzeugen umgehen können. Richtig eingesetzt können sie das Lernen sinnvoll unterstützen, etwa durch zusätzliche Erklärungen, Übungsaufgaben oder Feedback. Falsch eingesetzt kann KI den Lernprozess aber auch beeinträchtigen, wenn sie Ihr eigenständige Denken und Problemlösen ersetzt. Gerade diese Phasen sind jedoch entscheidend, um Zusammenhänge zu verstehen und Wissen langfristig aufzubauen.

Wir wollen den Einsatz von KI weder verbieten noch die uneingeschränkte Nutzung fördern. Vielmehr möchten wir einen bewussten und reflektierten Umgang mit KI vermitteln.

Je nach Lernziel kann KI sehr hilfreich sein, oder den eigentlichen Lernerfolg erschweren. Die folgenden Prinzipien sollen Orientierung geben, wann und wie KI in unserem Verständnis den Lernprozess sinnvoll unterstützen kann. Sie orientieren sich an den Lernzielen der Lehrveranstaltungen sowie an Erkenntnissen der aktuellen Lehr- und Lernforschung, siehe auch die offiziellen KI-Prinzipien der WU sowie den Code of Conduct.

  1. Erst denken, dann KI. Die ersten Minuten einer neuen Aufgabe sollen Ihrem eigenen Gehirn gehören. Machen Sie sich selbst Gedanken über den geforderten Ansatz, entwickeln Sie selbst einen ersten Entwurf des Problems und der Lösung. Fehler sind in Ordnung, sie dürfen und werden passieren. Der Lerneffekt entsteht beim Erzeugen und Verwerfen eigener Ansätze.

  2. KI ersetzt Arbeit, nicht Denken. Delegieren Sie nur, was Sie auch selbst verstehen. Nutzen Sie KI für Routine, Formulierung, Struktur und Feedback, nicht für das eigentliche Verstehen. Unbeherrschtes auszulagern verhindert genau den Aufbau von Wissen, um den es in allen Lehrveranstaltungen geht. Nutzen Sie die KI beispielsweise um einen von Ihnen entwickelten Lösungsweg eines Problems kritisch hinterfragen zu lassen, oder lassen Sie sich von der KI Übungsbeispiele zu einzelnen Themen erstellen, die Sie dann lösen.

  3. Schwierigkeit ist ein Lernsignal. Wenn sich eine Aufgabe anstrengend anfühlt, dann wird gelernt. Der mentale „Struggle“ ist kein Hindernis, sondern Teil des Lernprozesses. Unterscheiden Sie aber zwei Arten von Schwierigkeiten: Produktiv: Sie haben die Frage verstanden aber der Weg zur Lösung ist noch unklar? Dann versuchen Sie es selbst weiter, denn dann lernen Sie gerade etwas! Lassen Sie sich im Anschluss gerne Feedback zu Ihrem Lösungsansatz von der KI geben. Unproduktiv: Sie verstehen die Frage oder Aufgabe auch nach dem dritten Mal Lesen nicht oder Ihnen fehlen die Voraussetzungen? Dann holen Sie sich Unterstützung von Kolleg*innen, Faculty oder gerne auch von einer KI.

  4. Verstehen schlägt Geschwindigkeit. Was Sie ohne KI nicht reproduzieren können, haben Sie nicht gelernt. Eine in 5 Minuten von der KI erzeugte Lösung ist wertlos, wenn man sie später nicht selbst erklären, anwenden oder auf eine andere Situation übertragen kann.

  5. Sie übernehmen die Verantwortung für Ihre Ergebnisse. Unabhängig davon, ob Sie KI verwenden oder nicht, tragen Sie die Verantwortung für alle Abgaben. Prüfen Sie daher Ergebnisse stets kritisch auf ihre fachliche Richtigkeit, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit. KI kann Fehler machen, unvollständige Lösungen liefern oder falsche Schlussfolgerungen ziehen. Sie müssen daher alle Ihre Abgaben selbst verstehen, nachvollziehen und erklären können.

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September 2026