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Neues Projekt gestartet: Welchen Wert haben stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen in Burgenland?

Schon 2015 wurde eine Studie vom NPO & SE Kompe­tenz­zen­trum veröf­fent­licht, welche belegt, dass Inves­ti­tionen in die Pflege einen Mehr­wert schaffen. Beauf­tragt vom Bundes­ver­band der Alten- und Pfle­ge­heime Öster­reichs, wurden die gesell­schaft­li­chen und ökon­o­mi­schen Wirkungen der statio­nären Pflege- und Betreu­ungs­ein­rich­tungen in Nieder­öst­er­reich und der Stei­er­mark analy­siert. Mithilfe einer SROI-Ana­lyse wurden hierfür Wirkungs­ketten für die rele­vanten Stake­hol­der­gruppen erstellt, die Wirkungen iden­ti­fi­ziert, quan­ti­fi­ziert und mone­ta­ri­siert. Die in Geld­ein­heiten bewer­teten Wirkungen wurden schließ­lich den Inves­ti­tionen in die Alten- und Pfle­ge­heime gegen­über gestellt. Zudem wurde ein Alter­na­tiv­sze­nario errechnet, in welchem es keine statio­nären Pflege- und Betreu­ungs­ein­rich­tungen gibt. In diesem Fall müssten die jetzigen Bewoh­ne­rInnen in anderen Betreu­ungs­set­tings unter­ge­bracht werden, was die Inan­spruch­nahme mobiler Pflege- und Betreu­ungs­dienste, betreutes Wohnen, eine 24h-­Be­treuung, Pfle­ge­heime in angren­zenden Bundes­län­dern, Kran­ken­häuser oder den Zukauf von Diensten am Markt zu Folge hätte, sofern dafür über­haupt genü­gend Kapa­zi­täten vorhanden sind.

Begin­nend im September 2017, wurde nun eine Folge­studie von der Arbeits­ge­mein­schaft für Heim­lei­te­rInnen und Pfle­ge­dienst­leis­te­rInnen der Alten- und Pfle­ge­heime Burgend­lands beauf­tragt, welche eine Auswei­tung auf das Bundes­land Burgen­land zum Inhalt hat.

Das bereits erar­bei­tete Wirkungs­mo­dell für Nieder­öst­er­reich und Stei­er­mark soll dabei auf seine Anwend­bar­keit im Burgen­land sowie auf dessen Aktua­lität hin unter­sucht werden. Indi­ka­toren, die in der Basis­studie für die Quan­ti­fi­zie­rung und Mone­ta­ri­sie­rung der iden­ti­fi­zierten Wirkungen heran­ge­zogen wurden, werden für die neue Studie über­prüft und, wo nötig, adap­tiert oder ergänzt. In sämt­li­chen 44 statio­nären Alten- und Pfle­ge­heimen Burgend­lands wird in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Land Burgend­land eine Primä­rer­he­bung durch­ge­führt. Der Fokus dieser quan­ti­ta­tiven Erhe­bung liegt vor allem auf allge­meinen Daten zu den Bewoh­ne­rInnen und deren Vertrau­ens­per­sonen, auf Daten zu den Mitar­bei­te­rInnen sowie auf Finanz­daten der einzelnen Einrich­tungen. Die dort erho­benen Werte werden nicht nur der Erar­bei­tung der Studie dienen, sondern auch der Landes­ver­wal­tung zur Erstel­lung von Bench­marks heran­ge­zogen. Ergän­zend werden spezi­fi­sche Daten in vier Modell­heimen erhoben und quali­ta­tive Inter­views mit Vertre­te­rInnen ausge­wählter Stake­hol­der­gruppen durch­ge­führt.

Der Analy­se­zeit­raum bezieht sich auf das Jahr 2016, die Studie selbst wird im ersten Halb­jahr 2018 fertig gestellt sein.



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