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Kurz-Assessment des Förderprogramms Wirksam Werden des Sozialministeriums (BMASGPK)

Gemeinsam mit der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH wurde ein Kurz-Assessment des Förderprogramms Wirksam Werden des Sozialministeriums (BMASGPK) erstellt.

Kinder- und Jugendarmut stellt eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung dar, die neue, innovative Lösungsansätze erfordert. Das Förderprogramm „Wirksam Werden – Soziale Innovationen gegen Kinder- und Jugendarmut“ wurde ins Leben gerufen, um strukturiert an gelegte Innovationsprozesse zu fördern, bei denen neue Ansätze zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut entwickelt und im Rahmen von Pilotprojekten getestet werden. Ziel des Kurz-Assessments war es zu untersuchen, ob das noch junge Förderprogramm geeignet ist, die anvisierten Zielgruppen wirksam anzusprechen und Innovationsprojekte zu fördern, die einen nachhaltigen Beitrag zur Minderung von Kinder- und Jugendarmut leisten können. Im Fokus standen dabei das Programmkonzept, die Kommunikation sowie die Abwicklung und Organisation des Programms.

Das Programmkonzept wurde aufgrund seiner thematischen Offenheit und breiten Zielgruppenansprache positiv aufgenommen und als förderlich für soziale Innovation bewertet. Vor dem Hintergrund wandelnder Problemlagen von Jugendlichen werden Veränderungen und neue Lösungsansätze als notwendig erachtet. Das Programm hat Innovationsimpulse gesetzt, neue Organisationen aktiviert und das Potenzial zur Wirkungsorientierung gestärkt. Von Vertreter:innen der Wissenschaft wurde hinterfragt, ob das Programm und das Auswahlverfahren tatsächlich auf die dringlichsten Herausforderungen zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut ausgerichtet sind. Strukturelle Hürden wie hoher Aufwand, fehlende Ressourcen und mangelnde Transparenz im Auswahlverfahren stellten zentrale Herausforderungen dar. Insgesamt wird die grundsätzliche Existenz des Programms sehr positiv bewertet. Expert:innen und Community betonen jedoch die Wichtigkeit von Strukturförderung, Anschlussfinanzierung und entbürokratisierten Verfahren, besonders für kleine, wenig erfahrene Organisationen.

Die Kommunikation wurde positiv bewertet, erreichte jedoch nur einen Teil der anvisierten Zielgruppe. Die meisten wurden über persönliche Kontakte und Multiplikator:innen auf das Programm aufmerksam. Zentrale Informationsquelle war die FFG. Die Kick-off-Veranstaltungen dienten hauptsächlich der fachlichen Vertiefung. Soziale Medien spielten als Informationskanal kaum eine Rolle. Die Ausschreibungsunterlagen wurden als verständlich eingestuft, jedoch wurde der tatsächliche Aufwand für die Antragstellung häufig unterschätzt. Gründe für Nicht Einreichungen trotz Interesse waren vor allem fehlende Ressourcen und der finanzielle Eigenanteil. Bewilligte Vorhaben konzentrierten sich auf wenige Bundesländer, während andere Regionen unterrepräsentiert blieben.

Es wird empfohlen, die Programmausrichtung im Kern beizubehalten, optional jedoch gezielt zu fokussieren, um besonders drängende Herausforderungen im Bereich Kinder- und Jugendarmut adressieren zu können. Vorgeschlagen wird zudem, die Rahmenbedingungen der an visierten Zielgruppen stärker zu berücksichtigen, das Antragsverfahren zu vereinfachen, die Transparenz im Auswahlprozess zu erhöhen sowie begleitende Beratung und Unterstützungsangebote auszubauen. Auch eine frühzeitigere und gezieltere Kommunikation sowie eine Prüfung der Förderkonditionen, insbesondere im Hinblick auf den Eigenmittelanteil, werden empfohlen. Zur Sicherung wirksamer Projektansätze wird die stärkere Verknüpfung mit Anschlussförderungen wie „Wirksam Wachsen“ angeregt.

Kontakt

Mag.rer.soc.oec. Eva More-Hollerweger

Eva More-Hollerweger

Senior-Researcherin, Obfrau des NPO-Instituts (Verein)
Aufgaben: NPOs, Zivilgesellschaft, Freiwilligenarbeit, Evaluationen und strategisches Management.
Mag.rer.soc.oec. Olivia Rauscher

Olivia Rauscher

Senior Researcherin, Bereichsleitung Wirkungsanalyse
Aufgaben: Social Impact Measurement/Wirkungsmessung, SROI-Analysen, Durchführung von Evaluationen, Thematischer Fokus in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Armutsprävention, Entwicklungszusammenarbeit.