2017 - Restitution to the heirs according to Martin Singer

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Die Erben und Erbinnen nach Dr. Leopold Singer, einem Bruder von Martin Singer, schenkten 2016 dem Technischen Museum Wien (TMW) einen Großteil der restituierten Bücher. Seit dem 20. September 2017 wird im Ausstellungsbereich „Erdöl & Erdgas“ des TMW als Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Team der Provenienzforschung der WU Wien und dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus dauerhaft an Leopold Singers Leben und Wirken erinnert. Die Ausstellungseröffnung am 4. Oktober 2017 bot den passenden Rahmen, um an einen Urgroßenkel von Dr. Martin Singer ein Buch zu restituieren.


Martin Singer wurde am 1. Februar 1874 in Wien als jüngerer Bruder von Leopold Singer geboren. 1892 maturierte er an einem Wiener Gymnasium. Anschließend war er zwei Jahre als Student am Polytechnikum Zürich (heute ETH Zürich) eingeschrieben. Von 1894 bis 1896 studierte er an der Universität Würzburg, wo er 1897 seine Dissertation „Über Diazosulfone und Ketone“ vorlegte.
Bis zum „Anschluss“ Österreichs im März 1938 war der jüdische Chemiker in Führungspositionen von mehreren Industrieunternehmen in Österreich, Ungarn und Rumänien tätig. Im Laufe seines Berufslebens erwarb er diverse Patente zu chemischen Verfahren und technischen Geräten.
Mit seiner Ehefrau Bella Scheinberger (1881-1905) hatte Martin Singer zwei Kinder: Sohn Kurt (1900-1948) und Tochter Edith (1902-1991).

Nur wenige Tage nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich (März 1938) meldete er sich von seiner Wiener Wohnung in der Wipplingerstraße 32 ab. Er emigrierte nach Australien und ließ sich in Sydney nieder. Hier starb er am 9. Jänner 1950.

Aus seinem Besitz wurde im Rahmen des Provenienzforschungsprojektes der Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien ein Buch (Johann M. Schrieber: Schrift und Sprache. Regelungen der deutschen Orthographie, Wien 1883) ausfindig gemacht, das an seinen Urenkel Robert Lehrer restituiert werden konnte.