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Gesellschaftliche Wirkungen

„Mehrwert wird geschaffen, indem eine bestimmte Aktivität von Individuen, Gruppen oder Organisationen bzw. Unternehmen einen zusätzlichen Beitrag zur Erfüllung der (grundlegenden) gesellschaftlichen Ziele leistet.“

Eine Wirkung kann grundsätzlich jede denkmögliche Situationsveränderung sein. Im Grunde wird jede Handlung Wirkungen hervorrufen und selbst unterlassene Handlungen entfalten Wirkungen, wie Schober/Rauscher (2014) aufzeigen. Wann handelt es sich aber um eine gesellschaftliche (Kern)Wirkung? Dies ist der Fall, wenn die Veränderung auf gesellschaftlich besonders relevante Ziele abzielt. Diese sind meist als grundlegende gesellschaftliche Werte kodifiziert und in den jeweiligen Verfassungen oder Grundrechtskatalogen aufgezählt. Gesellschaftlichen Werte und Ziele lassen sich aber auch als Aggregat individueller menschlicher Bedürfnisse verstehen. So hat jeder Mensch beispielsweise ein gewisses individuelles Sicherheitsbedürfnis, das sich auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zum Beispiel in den Grundwerten „Recht auf Leben“ wiederfindet.

Gesellschaftliche Grundwerte (z.B. Freiheit oder Toleranz) und individuelle Bedürfnisse können als Basis für einen Bedarf aufgefasst werden, der durch Leistungen von Organisationen, Unternehmen oder Institutionen gedeckt werden kann. Leistungen sind Dienstleistungen und Produkte, aber auch Aktivitäten, wie Interessensvertretung, die zu gesellschaftlichen Wirkungen führen können.

Technisch gesehen können gesellschaftliche Ziele über zwei unterschiedliche Wege erreicht werden. Erstens indem Veränderungen direkt auf der strukturellen Makroebene hervorgerufen werden und auf Institutionen, Werte und Normen einwirken. Zweitens indem Veränderungen auf individueller Ebene bewirkt werden, die aufgrund ihrer umfangreichen Bedeutung für viele Einzelne wiederum zu gesellschaftlich bedeutsamen Veränderungen werden.

Als Beispiel für gesellschaftliche Wirkungen auf der Individualebene kann die freiwillige Errichtung von barrierefreien Wohn- u. Betriebsstätten stehen. Es besteht ein individueller Bedarf nach barrierefreiem Raum und dieser wird durch das Angebot befriedigt. Solcherart können sich die betroffenen Menschen mit Behinderung besser in die Gesellschaft integrieren, was wiederum zum Grundwert der Gleichberechtigung beiträgt. Direkt auf der gesellschaftlichen Makroebene setzt hingegen das zweite Beispiel, die UN-Behindertenrechtskonvention, an. Hier wurde über Interessensvertretung eine Veränderung der gesetzlichen Normen herbeigeführt. Es ist beispielsweise vorgeschrieben, dass Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglicht werden muss (Artikel 9 Abs.1). Aus dem abgeleitet sind auch barrierefreie Wohn- und Betriebsstätten zu errichten. Die abstrakte Norm wirkt somit aus der Makroebene in die Gesellschaft und führt zu Veränderungen auf organisationaler und individueller Ebene.

Dieses Beispiel zeigt, dass gesellschaftliche Wirkungen auf strukturell unterschiedlichen Ebenen (Mikro-, Meso- und Makroebene) eintreten können, aber auch unterschiedliche Dimensionen einnehmen können. Sie können eine kulturelle, politische, soziale, ökonomische, ökologische, psychisch und physiologische Dimension haben. Zeitlich gesehen können Leistungen unmittelbar nach der Umsetzung kurzfristige Wirkungen, aber auch mittel- und langfristige Wirkungen hervorrufen. Die Wirkungsbox (siehe Abbildung unten) eignet sich als strategisches und analytisches Tool, um ein komplexeres Wirkungsmodell aufzubauen und dieses differenzierter darzustellen und zu kommunizieren.

Wirkungsbox