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Habilitationsrichtlinie des Departments für Management

Habi­li­ta­ti­ons­richt­li­nien 2016 pdf

 

(Stand Jänner 2016)

Präambel: Ziele und leitende Grund­prin­zi­pien

Die vorlie­gende Habi­li­ta­ti­ons­richt­linie des Depart­ments für Manage­ment konkre­ti­siert die allge­meine Richt­linie des Senats für kumu­la­tive Habi­li­ta­tionen an der WU. Sie formu­liert Orien­tie­rungs­punkte für den/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in und die Habi­li­ta­ti­ons­kom­mis­sion bei der Fest­stel­lung der wissen­schaft­li­chen Eignung. Die Habi­li­ta­ti­ons­kom­mis­sion wird diese Richt­linie berück­sich­tigen, hat jedoch jeden­falls den Gesamt­ein­druck der entspre­chenden Person zu würdigen. Die Entschei­dung, ob die wissen­schaft­li­chen Leis­tungen habi­li­ta­ti­ons­würdig sind, obliegt ausschließ­lich der jewei­ligen Habi­li­ta­ti­ons­kom­mis­sion (im Folgenden kurz: die Kommis­sion).

Zur besseren Über­s­icht­lich­keit werden im Folgenden noch­mals die Senats­richt­linie im Wort­laut ange­führt und anschlie­ßend die einzelnen Elemente opera­tio­na­li­siert.

Habi­li­ta­ti­ons­richt­linie des Senats (Anhang 6 der Satzung der WU, § 1 Abs 5 Z e):

Bei Anträgen auf Ertei­lung der Lehr­be­fugnis für das Fach Betriebs­wirt­schaft oder für eines der im Depart­ment Betriebs­wirt­schaft vertre­tenen Fächer können als ‚schrift­liche Arbeiten‘, neben den sons­tigen wissen­schaft­li­chen Arbeiten, entweder eine selb­stän­dige Habi­li­ta­ti­ons­schrift oder mehrere in Zusam­men­hang mit dem Habi­li­ta­ti­ons­fach stehende wissen­schaft­liche Beiträge (‚kumu­la­tive Habi­li­ta­tion‘) einge­reicht werden.

Eine habi­li­ta­ti­ons­wür­dige ‚kumu­la­tive‘ Leis­tung liegt vor, wenn eine Reihe von sehr guten wissen­schaft­li­chen Beiträgen der/des Habi­li­ta­ti­ons­wer­bers/in publi­ziert oder zur Veröf­fent­li­chung ange­nommen wurde. Quali­täts­maßstab ist dabei die Sicht der jewei­ligen inter­na­tio­nalen Scien­tific Commu­nity. Eine sehr gute Qualität kann bei Aufsätzen vermutet werden, wenn die Publi­ka­tion in Fach­zeit­schriften erfolgt ist, die von der jewei­ligen Scien­tific Commu­nity als sehr gute Publi­ka­ti­ons­or­gane einge­stuft werden. Basis für die Einstu­fung sollten depart­mentspe­zi­fi­sche Rankings oder andere mögl­ichst allge­mein akzep­tierte Rankin­g-In­for­ma­tionen sein. Der eindeu­tige Schwer­punkt für eine Venia Docendi in Betriebs­wirt­schaft sollten Veröf­fent­li­chungen in im weiten Sinne betriebs­wirt­schaft­li­chen Publi­ka­ti­ons­or­ganen sein.

Das Depart­ment für Manage­ment konkre­ti­siert die in der Senats­richt­linie verwen­deten Schlüs­sel­be­griffe wie folgt:

Inter­pre­ta­ti­ons­hilfen für die genaue Hand­ha­bung können von den Depart­ment­-­Kon­fe­renzen nach Anhö­rung des Konvents der betriebs­wirt­schaft­li­chen Depart­ments und nach Anhö­rung des Senats im Namen des Senats beschlossen werden. Sie sind im Mittei­lungs­blatt kund­zu­ma­chen.

1. Eine Reihe

  • Für eine kumu­la­tive Habi­li­ta­tion werden von dem/der Habi­li­ta­ti­ons­werber/in mindes­tens vier wissen­schaft­liche Aufsätze aus dem Gesamto­euvre hervor­ge­hoben, die im Folgenden spezi­fi­ziert werden. Von dem/der Habi­li­ta­ti­ons­werber/in werden zusätz­lich weitere fach­ein­schlägige Publi­ka­tionen sowie Vorträge auf Konfe­renzen erwartet, die von der Kommis­sion zur Meinungs­bil­dung heran­ge­zogen werden.

  • Publi­ka­tionen, die bereits für die eigene kumu­la­tive Disser­ta­tion verwendet wurden, können im Rahmen dieser vier wissen­schaft­li­chen Aufsätze nicht berück­sich­tigt werden.

    (Papiere, die zum Zeit­punkt der Disser­ta­tion nicht unter Begut­ach­tung in einem Journal waren, werden jeden­falls als 'nicht verwendet' betrachtet. Bei zum Zeit­punkt der Disser­ta­tion bereits unter Begut­ach­tung befind­li­chen Papieren hat der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in ausführ­lich zu begründen, inwie­weit sich das Papier seit diesem Zeit­punkt substan­tiell verän­dert hat. Die Entschei­dung über eine Berück­sich­ti­gung im Rahmen der kumu­la­tiven Habi­li­ta­tion obliegt hier der Kommis­sion. Die Verwer­tung von Papieren, die auf eine Mono­gra­phie aufbauen, ist in jedem Fall zulässig.)

2. Sehr gute wissen­schaft­liche Aufsätze

Als sehr gute wissen­schaft­liche Aufsätze werden nur solche Publi­ka­tionen gewertet, die das übliche Bewer­tungs­ver­fahren von akade­mi­schen Zeit­schriften durch­laufen haben, einen entspre­chenden wissen­schaft­li­chen Stan­dard aufweisen und aus Sicht der jewei­ligen Scien­tific Commu­nity einen Erkennt­nis­fort­schritt erbringen. Gemäß der Richt­linie des Senats kann sehr gute wissen­schaft­liche Qualität vor allem dann vermutet werden, wenn Publi­ka­tionen in Fach­zeit­schriften erfolgt sind, die von der rele­vanten Scien­tific Commu­nity als sehr gute Publi­ka­ti­ons­or­gane einge­stuft werden.

3. Sehr gute Publi­ka­ti­ons­or­gane

  • Der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in hat die Qualität der Publi­ka­ti­ons­or­gane anhand geeig­neter Unter­lagen in einer Synopsis (siehe Punkt 7) argu­men­tativ zu belegen. Maßg­eblich für die Aner­ken­nung als sehr gute Publi­ka­tion ist jedoch die Sicht­weise der Kommis­sion.

  • Eine voll­stän­dige und laufend aktua­li­sierte Liste von Zeit­schriften, die von der Scien­tific Commu­nity als sehr gute Publi­ka­ti­ons­or­gane einge­stuft werden, exis­tiert nicht.

  • Als Indiz für ein sehr gutes Publi­ka­ti­ons­organ können die Posi­tion in inter­na­tional aner­kannten Zeit­schrif­ten­ran­kings sowie der Impac­t-­Faktor heran­ge­zogen werden. In erster Linie werden dazu Ranking­po­si­tionen und Impac­t-­Fak­toren anhand mehrerer Zeit­schrif­ten­ran­kings dienen (z.B. Jour­nal­liste des Depart­ments, SSCI, ABS, FT45, VHB). Die Vali­dität der Rankings (insbe­son­dere ihre metho­di­sche Qualität und Trans­pa­renz) und deren Maßg­eblich­keit sind gege­be­nen­falls zu belegen.

  • Mindes­tens eine der gemäß Punkt 1 hervor­ge­ho­benen Publi­ka­tionen hat in einer Zeit­schrift veröf­fent­licht zu sein, die in der WU-Star-Jour­nal­liste oder in der Jour­nal­liste des Depart­ments in der Kate­gorie A+ geführt wird. Die weiteren hervor­ge­ho­benen Publi­ka­tionen haben in Zeit­schriften veröf­fent­licht zu sein, die ihrem Rang nach der Kate­gorie A der Jour­nal­liste des Depart­ments entspre­chen.

  • Ferner kann der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in im begrün­deten Ausnah­me­fall anhand geeig­neter Unter­lagen die sehr gute Qualität bzw. den Impact einzelner Beiträge für die Scien­tific Commu­nity nach­weisen (z.B. über Zita­ti­ons­zahlen).

  • Eine entspre­chend doku­men­tierte Annahme zur Publi­ka­tion ist einem Erscheinen gleich­zu­setzen.

4. Autor/inn/enschaft

  • Der Beitrag des Habi­li­ta­ti­ons­wer­bers/der Habi­li­ta­ti­ons­wer­berin hat im gesamten Oeuvre sowie insbe­son­dere in jedem einzelnen der vorge­legten sehr guten wissen­schaft­li­chen Aufsätze (Punkt 2) klar erkennbar zu sein.

  • Bei den vorge­legten sehr guten wissen­schaft­li­chen Aufsätzen mit Co-Autor/inn/en soll der Beitrag des Habi­li­ta­ti­ons­wer­bers/der Habi­li­ta­ti­ons­wer­berin signi­fi­kant sein. In diesen Aufsätzen sollte die fach­in­ter­na­tional übliche Autor/inn/enzahl von drei bis vier Autor/inn/en nicht übers­chritten werden. Eine Überschrei­tung ist vom Habi­li­ta­ti­ons­werber/von der Habi­li­ta­ti­ons­wer­berin einge­hend zu begründen und wird von der Kommis­sion im Kontext des Gesamto­eu­vres bewertet.

  • Bei den vorge­legten sehr guten wissen­schaft­li­chen Aufsätzen mit Co-Autor/inn/en kann die Kommis­sion ersu­chen, den Beitrag des Habi­li­ta­ti­ons­wer­bers/der Habi­li­ta­ti­ons­wer­berin zu spezi­fi­zieren und von den Co-Autor/inn/en gege­be­nen­falls bestä­tigen zu lassen.

  • Neben der Synopsis muss der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in mindes­tens einen weiteren wissen­schaft­li­chen Text in Allein­autor/inn/enschaft vorlegen. Dieser muss jedoch nicht unter die sehr guten wissen­schaft­li­chen Aufsätze (Punkt 2) fallen.

5. Zeit­raum

Die vorge­legten sehr guten wissen­schaft­li­chen Aufsätze müssen im Zeit­raum der letzten zehn Jahre publi­ziert oder nach­weis­lich zur Publi­ka­tion ange­nommen worden sein. Karen­zie­rungen oder ähnliche Gründe können zu einer Verlän­ge­rung dieses Zeit­raums führen.

6. Überg­angs­re­ge­lung

Das Vertrauen der Habi­li­ta­ti­ons­werber/innen, die geltend machen können, dass sie sich auf die Geltung früherer Rege­lungen verlassen haben, ist zu schützen.

7. Synopsis

Der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in erläu­tert in einer für die Kommis­sion erstellten Synopsis die wesent­li­chen Forschungs­bei­träge der hervor­ge­ho­benen sehr guten wissen­schaft­li­chen Publi­ka­tionen. Dieser Beitrag spannt einen stim­migen Bogen zwischen den einzelnen Publi­ka­tionen, verortet diese im Gesamto­euvre und bietet eine Kontextua­li­sie­rung und Refle­xion der Forschung. Die Synopsis hat Umfang und Stil einer eigen­stän­digen Publi­ka­tion; Sprache ist Englisch oder Deutsch.

8. Richt­linie für mono­gra­phi­sche Habi­li­ta­tionen

Auch dieje­nigen Habi­li­ta­ti­ons­werber/innen, die eine Mono­gra­phie verfassen, müssen darüber hinaus die Veröf­fent­li­chung quali­tativ hoch­wer­tiger Aufsätze in wissen­schaft­li­chen Zeit­schriften vorlegen. Im Unter­schied zur kumu­la­tiven Habi­li­ta­tion genügt aber eine gerin­gere Anzahl von Aufsätzen in Zeit­schriften, die von der inter­na­tio­nalen Scien­tific Commu­nity als sehr gute Publi­ka­ti­ons­or­gane (Punkt 3) einge­stuft werden. Erwartet wird, dass der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in mindes­tens eine sehr gute wissen­schaft­liche Publi­ka­tion, für die oben­ste­hende Spezi­fi­ka­tionen analog anzu­wenden ist, sowie weitere Publi­ka­tionen und Vorträge auf einschlägigen Konfe­renzen, die den Stan­dards der jewei­ligen Scien­tific Commu­nity entspre­chen, vorweisen kann.

9. Lehre

Im Bereich der Lehre hat der/die Habi­li­ta­ti­ons­werber/in Lehr­tä­tig­keit an der WU über zwei Jahre von im Schnitt 2 Semes­ter­wo­chen­stunden je Semester und im selben Zeit­raum die Betreuung von mindes­tens sechs Master­ar­beiten nach­zu­weisen. Für externe Habi­li­ta­ti­ons­werber/innen gilt eine analoge Rege­lung für einen Zeit­raum von vier Jahren.