Außenansicht des D3 Gebäudes

Sozialbericht 2024 - Armut & Vermögen

Poster für die Veranstaltung
Vorstellung und Diskussion zweier Kapitel

Datum: Montag, 17. Juni 2024

Zeit: 18:00 Uhr

Ort: Wirtschaftsuniversität Wien,
Festsaal 2 im Learning Center (LC, Erdgeschoß)


Um Anmeldung am Ende der Seite wird gebeten!

Die Platzanzahl im Veranstaltungsraum ist begrenzt. Bei Vergabe aller verfügbaren Plätze wird die Anmeldung geschlossen.

Programm

  • Eröffnung durch Vizerektorin der WU Bernadette Kamleitner (VR für Forschung und Third Mission)

  • Präsentation des Berichtsteils „Armutsfester Sozialstaat der Zukunft“ durch zwei der Studienautor:innen Karin Heitzmann (WU, INEQ & Sozialpolitik) und Hannah Quinz (Uni Wien, Institut für Soziologie)

  • Präsentation des Berichtsteils „Privateigentum und Zugang zu Ressourcen“ durch Wilfried Altzinger (WU, INEQ)

  • Podiumsgespräch mit Bundesminister Johannes Rauch (BM für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Barbara Blaha (Leitung Momentum Institut) und Christoph Badelt (Präsident des Fiskalrates, Vorsitzender des Produktivitätsrates, Rektor der WU a.D.)

  • Diskussion mit dem Publikum

  • Gemeinsamer Ausklang mit Buffet

  • Moderation: Judith Derndorfer (AK Wien)

Kurzbeschreibung der Kapitel

Kapitel 3: Armutsfester Sozialstaat der Zukunft

Für den Österreichischen Sozialbericht 2024 haben sich 15 Forscher:innen aus vier verschiedenen Institutionen (INEQ an der WU; Soziologie an der Universität Wien, WIFO und FORBA) die Frage gestellt, wie der zukünftige Sozialstaat gestaltet sein müsste, um armutsfest zu sein. Ausgehend von einem mehrdimensionalen Verständnis von absoluter und relativer Armut plädieren wir für eine Sozial-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, die Armut von vornherein verhindert. Wo dies nicht gelingt, muss Armut mit maßgeschneiderten und bedarfsorientierten Maßnahmen bekämpft werden. Eine wirksame Politik der Armutsvermeidung und -bekämpfung setzt eine Vielfalt von sozial- und arbeits(markt)politischen Maßnahmen voraus. Denn monetäre Mittel allein reichen nicht aus, um umfassende Mindeststandards (z.B. in den Bereichen Gesundheit, Betreuung/Pflege, Bildung/Qualifizierung oder Beschäftigung) zu erreichen. Im Beitrag zum Österreichischen Sozialbericht werden einige konkrete Vorschläge dazu gemacht, wie der Sozialstaat der Zukunft armutsfester werden kann, über die Karin Heitzmann und Hannah Quinz berichten werden.

Kapitel 4: Privateigentum und Zugang zu Ressourcen

Die jüngst veröffentlichte Studie im Sozialbericht "Privateigentum und Ressourcennutzung: Wege zu einer egalitären Gesellschaft in Österreich" von Pirmin Fessler und Martin Schürz bietet tiefgehende Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zwischen Privateigentum, sozialer Ungleichheit und Umweltproblemen. Die Autoren legen dar, dass der aktuelle Fokus auf Eigentumsrechten anstatt auf Zugang zu Ressourcen nicht nur soziale, sondern auch erhebliche ökologische Probleme nach sich zieht. Sie argumentieren, dass Klimakrise und soziale Ungleichheit eng miteinander verbunden sind.

Die Studie identifiziert die Bevorzugung von Eigentümer:innen als Hauptursache für soziale und ökologische Probleme in Österreich. Die ungleiche Verteilung von Eigentum führt zu Überreichtum und einer Konzentration von Macht. Dies unterminiert die soziale Gerechtigkeit und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Probleme wie übermäßige Landnutzung und CO2-Emissionen sind direkt mit den Strukturen des Privateigentums verknüpft. Zur Lösung dieser Probleme schlagen die Autoren eine Umgestaltung des Steuersystems vor:

  • Eine Bodenrentensteuer soll unverdiente Wertsteigerungen aufgrund öffentlicher Investitionen gerecht verteilen und umweltschädliche Spekulationen reduzieren.

  • Die Erbschaftssteuer wird empfohlen, um die Weitergabe großer Vermögen über Generationen zu limitieren und soziale Mobilität zu fördern, damit durch Arbeit wieder stärker die soziale Stellung mitgestaltet werden kann.

  • Eine allgemeine Vermögenssteuer auf sehr hohe Vermögen (ab 50 Mio. Euro) soll Überreichtum eindämmen, der die Demokratie bedroht.

Download Sozialbericht 2024 (Band ii)

Mitwirkende

Karin Heitzmann

© WU Wien

Karin Heitzmann (Studienautorin Kapitel 3), habilitierte Sozioökonomin am Institut für Sozialpolitik/Department Sozioökonomie der WU und Leiterin des INEQ. Sie trägt seit vielen Jahren zur österreichischen Armutsberichterstattung bei und hat zu unterschiedlichen Themen (z.B. Frauenarmut, Kinderarmut, Altersarmut, Armut von Migrant*innen, Energiearmut, Träger*innen der Armutsbekämpfung, Armutsmessung etc.) publiziert.

Hannah Quinz

© Paula Quinz

Hannah Quinz (Studienautorin Kapitel 3), Universitätsassistentin am Institut für Soziologie der Universität Wien im Bereich der Arbeitssoziologie: Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktpolitik und Anerkennung von Arbeit. Die Forscherin stellt soziale Ungleichheit ins Zentrum ihres Forschungsinteresses – von der individuellen und sozialen Bedeutung von Langzeitarbeitslosigkeit bis zu den Lebensgeschichten von Vermögenserb:innen.

Wilfried Altzinger

© Martin Morscher

Wilfried Altzinger (Präsentation Kapitel 4), hat das Forschungsinstitut Economics of Inequality an der WU Wien mitbegründet und es bis zu seinem Ruhestand 2023 geleitet. Sein zentrales Forschungsgebiet war und ist die Wirtschaftspolitik und dabei insbesondere die Vermögensverteilung sowie deren Auswirkung auf das politische System.

Portraitfoto Bundesminister Johannes Rauch

© BMSGPK/Marcel Kulhanek

Bundesminister Johannes Rauch (Podiumsgespräch), ehamliger Sozialarbeiter und seit März 2022 grüner Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsument:innenschutz. Als solcher ist er Mit-Herausgeber des Sozialberichts 2024.

Barbara Blaha

© Momentum Institut

Barbara Blaha (Podiumsgespräch), leitet das Momentum Institut sowie den Momentum Kongress, ist Universitätsrätin der Universität Wien und ist Mitgründerin des Wiener Balls der Wissenschaften.

Christoph Badelt

© Fiskalrat

Christoph Badelt (Podiumsgespräch), ordentlicher Universitätsprofessor für Wirtschafts- und Sozialpolitik, der an der WU Wien zuerst Vizerektor für Infrastruktur und anschließend von 2002 bis 2015 Rektor der Universität wurde. Danach leitete er 5 Jahre lang das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Aktuell ist Christoph Badelt Präsident des Fiskalrates sowie Vorsitzender des Produktivitätsrates.

Judith Derndorfer

© Lisi Specht

Judith Derndorfer (Moderation), Ökonomin und Referentin für Verteilungsfragen und Arbeitsmarkt in der Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik der AK Wien.

Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass jede Anmeldung nur für eine Person gilt. Sollten Sie gemeinsam mit Anderen teilnehmen wollen, muss jede:r eine eigene Anmeldung absenden.

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