Außenansicht des D3 und des AD Gebäudes

WU-Ehrungen

  • Projektnummer: WU-Projekt

  • Titel: Problematische Ehrungen an der Hochschule für Welthandel bzw. Wirtschaftsuniversität Wien

  • Projektleiter: Johannes Koll

  • Projektmitarbeiterin: Stefanie Lucas

  • Laufzeit: 2021 bis 2024

  • Forschungsstätte: Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU

  • Keywords: Österreich, Geschichte, Universität, Wien

Inhalt

Im Auftrag des Rektorats wird überprüft, inwieweit Personen, die von der WU Wien bzw. ihrer Vorgängerinstitution, der Hochschule für Welthandel, ein Ehrendoktorat verliehen bekommen haben, in einem Naheverhältnis zu totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts standen.

Das Ziel liegt darin, durch einzelfallbezogene biografische Untersuchungen für die universitären Leitungsgremien, die gemäß Ehrungsrichtlinien für Verleihung und allfälligen Widerruf von Ehrungen verantwortlich sind, Entscheidungsgrundlagen für einen zeitgemäßen Umgang mit problematischen Ehrungen zu erarbeiten.

Ergebnisse

Die Leitungsorgane der WU haben folgende Entscheidungen gefällt:

In Anlehnung an die Ergebnisse des Projekts und gestützt auf Gutachten einer Kommission externer Expert*innen hat der Senat der WU Wien auf Vorschlag des Rektorats am 22. März 2023 das Ehrendoktorat Walther Kastner (1983) einstimmig widerrufen. Die Mitwirkung von Walther Kastner an den Verbrechen des nationalsozialistischen Unrechtsregimes, der Mangel an einer Distanzierung hiervon ab 1945 und die Verleihung des Ehrendoktorats werden in einem Dossier problematisiert. Öffentlich bekannt gegeben wurde der Widerruf am 5. Juni 2023 im Rahmen der Veranstaltung Closed to Exclusion – Open to Inclusion.

In derselben Veranstaltung wurde bekannt gegeben, dass drei Ehrendoktorate aufgrund des engen Verhältnisses ihrer Träger zum nationalsozialistischen Unrechtsregime einer Kontextualisierung bedürfen:

Siehe hierzu auch Anna Goldenberg: Ehre, wem keine gebührt, in: Falter. Wochenzeitung aus Wien, Nr. 23/23 vom 7. Juni 2023, S. 18.