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Institut

Herzlich Willkommen auf der Homepage des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.  

Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist ein genuin interdisziplinäres Forschungsgebiet, dessen Erforschung sowohl als Teildisziplin der Geschichtswissenschaft verstanden werden kann als auch disziplinübergreifend als Historische Wirtschafts- und Sozialwissenschaft.

Als letztere zeichnet sie sich durch die kritische Verwendung und Reflektion der Methoden und Theorien der Volkswirtschaftslehre, der Demographie, der Soziologie und vieler Teilbereiche der Betriebswirtschaftslehre zur Erforschung der ökonomischen und sozialen Dimension der Vergangenheit aus und kann als Zentrum eines sozioökonomischen Lehr- und Forschungsprogramms verstanden werden. Am Institut widmen wir uns dabei in Forschung und Lehre besonders der langfristigen Entwicklungen der Weltwirtschaft und einzelner Volkswirtschaften sowie der Banken- und Finanzgeschichte.

Der Unternehmensgeschichte ist eine eigene Abteilung gewidmet, die eng mit dem übrigen Institut kooperiert. Unsere Philosophy Division geht über das interdisziplinäre Programm der Wirtschafts- und Sozialgeschichte hinaus, und beschäftigt sich, unter anderem, mit den Grundlagen und Grenzen der Erkenntnis an sich.  Und das Cluster zur Erforschung der Universitätsgeschichte setzt sich in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsarchiv und in Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen der universitätshistorischen Forschung mit der Vergangenheit der WU auseinander.

Unter den folgenden Links finden Sie Informationen zu einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserer Lehre und Forschung, zu Veranstaltungen des Instituts sowie zur Abteilung für Unternehmensgeschichte, der Philosoph Division und der Universitätsgeschichte.

Die aktuellsten Meldungen aus dem Institut

Neuerscheinung

Cover Schumpeter - Buch

Michael Peneder & Andreas Resch
Schumpeter’s Venture Money
Oxford UK: Oxford University Press 2021  
ISBN 978-0-19-880438-3

  • Presents the first comprehensive interpretation of the development of Schumpeter's venture theory of finance based on his early works, personal experiences as a venture investor, and his later years at Harvard

  • Offers a solid reconstruction of Schumpeter's unfinished monetary theory which is unduly neglected in comparison to his popular notions of entrepreneurship, creative destruction, innovation, and growth

  • Based on a diligent analysis of sources in German language and new found sources in the Austrian State Archives

Description

Distinctively tying history with theory, political economist Joseph A. Schumpeter reached far back in time to understand what drives economic development and determines its course. Historical and empirical research provided a laboratory for learning. At the same time, he reached for a long-term vision through theoretical inspection and utmost abstraction, seeking to distil a phenomenon's essential nature and function. He believed that good theory can indicate where the economy is headed in the future.

Schumpeter's attention to history and theory also informed the plan for this book. Part I trails the historical stream of financial innovations and the scholarly struggle to assimilate them in monetary thought, while Part II focuses on Schumpeter's own monetary theory. Its deliberate reconstruction from scattered sources reveals a strikingly original and still modern conception. Drawing from the detailed study of documents at various archives in Austria, Part III then concentrates on the business history of Schumpeter's failed personal endeavours in banking and as a proto-venture capitalist. Finally, Part IV casts light on the legacy of Schumpeter's monetary ideas on contemporary thought. It depicts how monetary theory initially left them behind, yet has more recently set out to return to his ideas on money, financial innovation, and growth. Overall, a surprisingly coherent picture emerges from the study of Schumpeter's neglected monetary theory, his personal history, and his intellectual legacy on the present day.

Restitution eines Buches aus den Beständen der WU Universitätsbibliothek

Am 22. Juli 2021 war die WU zu Gast im Jüdischen Museum Wien. Im Mittelpunkt einer öffentlichen Veranstaltung stand ein Buch aus dem Jahr 1881, das in der NS-Zeit im Zuge der „Arisierung“, also des staatlich gelenkten Raubes von jüdischem Eigentum, in die Bibliothek ihrer Vorgängerinstitution, der Hochschule für Welthandel, gekommen ist. Bei dem Buch handelt es sich um den Bericht des damaligen Vizebürgermeisters von Wien Julius Ritter von Newald über die Wiener Gemeindeverwaltung in den Jahren 1877 bis 1879. Das Exemplar hatte dem angesehenen Wiener Textilunternehmer Sigmund Mayer (1831–1920) gehört, der ab 1880 ein Mandat im Wiener Gemeinderat hatte.

Dass die Hochschule für Welthandel das Buch mit Datum vom November 1942 in ihren Bestand aufnahm, dürfte mit der Verfolgung der Nachfahren von Sigmund Mayer durch die Nationalsozialisten zusammenhängen. Konkret ging es um die beiden Erben von dessen Bibliothek, nämlich um den Sohn Felix und die Tochter Helene: Felix sah sich gezwungen, nach dem „Anschluss“ Österreichs (März 1938) in die USA zu flüchten, um sich vor der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Sicherheit zu bringen. Und Helene wurde im Ghetto von Łódź ermordet.

Mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus gelang es dem Team Provenienzforschung der WU, die Rechtsnachfolge zu ermitteln: Dr. Karina Urbach. An sie konnte Bibliotheksdirektor Nikolaus Berger nun das Buch, das einst ihrem Urgroßvater Sigmund Mayer gehört hatte, übergeben.

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