Lectures in Language, Culture and Communication 17.05.2022

17. Mai 2022

Di, 17.5.2022 Dinah-Kristin Leschzyk (Bundesinstitut für Risikobewertung) 18:00 – 19:30 Online, Teilnehmeranfrage an: martina.berrocal@wu.ac.at Titel: "Analyse multimodaler Diskurse in der Risiko- und Krisenkommunikation am Beispiel der Corona-Pandemie"

Abstract: Die Digitalisierung verändert Krisendispositive im Hinblick auf Kommunikationspraktiken, Informations- und Handlungsansprüche, sodass neue Bedarfe für die Sicherheitsforschung entstehen. Mittels einer multimodalen Diskursanalyse zielt das Forschungsprojekt auf die Identifikation effizienter Arrangements verschiedener Modi der Online-Kommunikation während der SARS-CoV-2-Pandemie. Hierzu werden Methoden der wissenssoziologischen Diskursanalyse, der Frame- sowie der sozialsemiotischen Analyse miteinander verbunden. Im Fokus der Studie stehen Bedeutungspotenziale von Informationen als Empfehlungen, Warnungen und Anweisungen sowie die Interaktion über Text-, Bild- und Grafikrepertoires. Neben der Identifikation neuer und veränderter Sprechendenpositionen interessieren zudem Kohärenz bzw. Widersprüchlichkeit multimodaler Arrangements in Risikobotschaften. Gefragt wird, wie Organisationen der Gesundheitssicherung die Krise beschreiben und sich zu ihr positionieren. Neben der Adressierung des Publikums werden Strategien der Aushandlung von Risiken identifiziert und die Wissensvermittlung u. a. im Hinblick auf wissenschaftliche Unsicherheit und Verschwörungsbehauptungen in Krisenzeiten beleuchtet. Ziel ist es, die Kommunikation zu Risiken und Krisen (weiter) zu optimieren, indem diese inklusiv(-er), effektiv(-er), effizient(-er) und verständlich(-er) gestaltet wird, sodass Vertrauen geschaffen bzw. stabilisiert wird.

Im Vortrag werden Erkenntnisinteresse, Fragestellungen und theoretisch-methodische Überlegungen des laufenden Forschungsprojekts erläutert sowie das Vorgehen bei der Korpusbildung aus digitalen Kommunikaten dreier Akteursgruppen (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Medien und Producer) vorgestellt.

Die Studie ist Teil des Verbundprojekts „Optimierung der Risiko- und Krisenkommunikation von Regierungen, Behörden und Organisationen der Gesundheitssicherung“ (MIRKKOMM), das am 1. Oktober 2021 die Arbeit aufgenommen hat. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über drei Jahre im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit 2018 - 2023“ gefördert. Neben dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das zwei der sechs Teilvorhaben beforscht sowie das Gesamtprojekt koordiniert, sind das Karlsruher Institut für Technologie, die Technische Universität Ilmenau, die SRH Berlin University of Applied Sciences sowie die Europa-Universität Viadrina beteiligt. Die wissenschaftliche Expertise ergänzt ein Praxispartner, die mecom Medien-Communikations-Gesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Presseagentur dpa.

Dinah-Kristin Leschzyk ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in der Abteilung für Risikokommunikation im Studienzentrum sozialwissenschaftliche Risikokommunikationsforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Diskursanalyse, der politischen Kommunikation, der Online-Kommunikation sowie der Diversitäts- und Vertrauensforschung. Im Rahmen von MIRKKOMM arbeitet Dinah Leschzyk an der Konzeption und Durchführung einer multimodalen Diskursanalyse von Online-Kommunikaten im Kontext der COVID-19-Pandemie (Teilvorhaben 4).

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