Hintere Außenansicht des D2 Gebäudes

Public Lecture: Alexandra Schwell

21. November 2023

„Die Grenzen der Unsicherheit. Zu einer Kulturanalyse der Differenz” | Univ.-Prof. Dr. Alexandra Schwell | 18:00, room D2.2.228

 *Please register for the event: bizcomm.lectures@wu.ac.at

Abstract

Grenzen zwischen Eigenem und Fremdem werden auf vielfältige Weise entlang unterschiedlicher gesellschaftlicher Trennlinien ausgehandelt und gezogen. Solche Grenzziehungen sind selten so eindeutig und klar, wie es zunächst vordergründig erscheint, und diese Ambiguität und Ambivalenz kann von Unsicherheiten und Ängsten begleitet sein. Angst und Unsicherheit sind häufig zentrale Phänomene in Interaktionen, und zudem können Unsicherheiten und Fremdheitserfahrungen in verschiedenen Arenen, innergesellschaftlich wie transnational, auftreten. Entsprechend nimmt der Vortrag Prozesse der Aushandlung von Identität und Alterität, des gegenseitigen Othering, in den Blick und argumentiert für eine Kulturanalyse der Differenz, die nicht Fremdheit selbst a priori als problembehaftet betrachtet und präjudiziert, sondern dafür plädiert, Ängste und Unsicherheiten als emotionale Praktiken ernst zu nehmen und sie in die Analyse einzubeziehen.

CV

Univ.-Prof. Dr. Alexandra Schwell ist Professorin für Empirische Kulturwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec. Ihr ethnografischen Feldforschungen in Polen, Deutschland, Slowenien und Österreich führten sie unter anderem in Ministerien, zur Polizei, in besetzte Häuser, an anarchistische Treffpunkte, urban gardens sowie zu Vertriebenen, Grenzschützern und Fußballfans. Seit ihrer Dissertation zur deutsch-polnischen Grenzschutzkooperation begleitet sie das Thema Sicherheit und Angst auf unterschiedlichen Ebenen, vom subjektiven Sicherheitsgefühl über mediale Bedrohungsszenarien bis hin zur lokalen Umsetzung europäischer Sicherheitspolitik. Sie publiziert und forscht zur Anthropologie des Politischen, Emotionen und Affekten, Grenzen sowie zu Europäisierungsprozessen mit dem Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa. Seit Januar 2021 gibt sie gemeinsam mit Laura Stark (U Jyväskylä) die internationale Zeitschrift "Ethnologia Europaea" heraus. Ihre aktuellen Forschungen drehen sich um kulturanthropologische Perspektiven auf Dringlichkeit.

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