Forschungsprojekte
Supporting Teachers Across Career Stages to Support Well-Being, Prevent Burnout and Enhance Retention
2026| Laufzeit | 2026 |
| gefördert von | Europäische Kommission |
Unser Team arbeitet aktuell an einem Bericht mit Maßnahmen zur Unterstützung von Lehrkräften in allen Karrierestufen zur Förderung des Wohlbefindens, zur Vorbeugung von Burnout und zur Verbesserung der Personalbindung mit.
Handlungsempfehlungen für Lehrende, Schulleitung und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte zur erfolgreichen Prävention von Schulabsentismus und Schulabbruch
2011–2012, 2023–2024| Laufzeit | 2011–2012, 2023–2024 |
| gefördert von | MA 23 – EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung, Dezernat Arbeit und Wirtschaft (Stadt Wien); Arbeiterkammer Wien (AK Wien) |
Die schulbezogene Entfremdung und Distanzierung von Schüler:nnen schreitet meist allmählich voran. Ein sorgfältig geplantes präventives Handeln, das gleichzeitig Teil einer positiven Schul- und Unterrichtsentwicklung sein soll, ermöglicht rechtzeitige professionelle Eingriffe in diesen ansonsten oft verdeckt laufenden Prozess. Durch intensive Recherchen in internationalen erziehungswissenschaftlichen Wissensfeldern wurden präventive und intervenierende Maßnahmen gegen Schulabbruch eruiert und bezüglich ihrer Brauchbarkeit in Wiener Schulen kritisch bewertet. Über 100 qualitativ hochwertige Einzelstudien aus dem Ausland wurden ausgewählt und analysiert, um Handlungsempfehlungen zu erstellen, die sich an Schulleitung, Lehrpersonen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte richten.
Das Ergebnis des ursprünglichen Projektes war ein Maßnahmenkatalog (2012), der für alle Schultypen anwendbar ist und sich in 59 Handlungsempfehlungen mit detaillierten Anweisungen gliedert. Im Folgeprojekt konnte der Maßnahmenkatalog überarbeitet und erweitert werden. Der Maßnahmenkatalog der 2. aktualisierten und erweiterten Auflage 2024 enthält 69 Handlungsempfehlungen mit detaillierten Handlungsschritten, die sowohl einzeln als auch in Kombinationen erprobt werden können. Ausgehend von dem konkreten Praxisfeld werden so verschiedene Wege zu einer Verbesserung der Situation gewählt. Auf diese Weise kann, im Gegensatz zu feststehenden Programmen, eine größere Flexibilität, Individualisierung und Autonomie im Handeln erreicht werden.
- Handlungsempfehlungen für Lehrende, Schulleitung und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte zur erfolgreichen Prävention von Schulabsentismus und Schulabbruch (2. Auflage) (pdf, 4.22 MB)
- Handlungsempfehlungen für Lehrende, Schulleitung und Eltern zur erfolgreichen Prävention von Schulabsentismus und Schulabbruch (1. Auflage) (pdf, 895 KB)
Nicht-traditionelle Studierende: Transition und Resilienz
2020–2024| Laufzeit | 2020–2024 |
| gefördert von | Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (OeNB) |
In diesem Projekt wird die Resilienz von nicht-traditionellen Studierenden untersucht. Die Studie richtet sich auf verschiedene Studiengänge mit Fokus auf Technik. Ein neues Resilienzkonzept wird entwickelt, das auf der Grundlage der Theorie von Bourdieu die Interaktion zwischen den Studierenden und den Hochschulfeldern ins Zentrum stellt. Untersucht werden Teilnehmende von Arbeitsgruppen (Studierende, Tutor:innen, Lehrende).
Folgende Forschungsschwerpunkte werden bearbeitet: Wechselwirkung zwischen Habitus von nicht-traditionellen Studierenden und Feld, Bildungsrisiken und Studienabbruch, Resilienz und studentische Arbeitsgruppen. Es wird eine Longitudinalstudie mit einem Mixed-Methods-Ansatz durchgeführt.
Praxisschock: Ursachen – Folgen – Empfehlungen zur Prävention
2021–2023| Laufzeit | 2021 |
| gefördert von | Arbeiterkammer Wien (AK Wien) |
In dem Projekt wird die nationale und internationale Forschung zu den Ursachen und Folgewirkungen des sogenannten Praxisschocks aufgearbeitet. Informationen über dieses Phänomen, das die Diskrepanz zwischen Ausbildung und Praxis zeigt, sind für die Ausbildungsinstitutionen und für die Schulentwicklung verantwortlichen Personen von großer Bedeutung.
Es werden gut geprüfte Präventionsmaßnahmen aus verschiedenen Staaten vorgestellt, die für österreichische Schulen geeignet sind. Der Aufbau von Resilienz durch Mentoring und professionelle Lerngemeinschaften stehen dabei im Fokus.
- Praxisschock? Berufseinstieg von Lehrer:innen (pdf, 1.05 MB)
STOP dem DROPOUT: Eine Best-Practice-Studie zur Vermeidung von Studienabbruch in Zeiten des Fachkräftemangels
2020–2021| Laufzeit | 2020–2021 |
| gefördert von | B&C Privatstiftung |
Eine qualitativ hochwertige Hochschulausbildung ist für Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarktentwicklung, Vermeidung des Fachkräftemangels, ökonomische und soziale Innovationen sowie politische Stabilität eine entscheidende Voraussetzung. Hohe Studienabbruchsquoten sind sowohl aus individueller als auch volkswirtschaftlicher Perspektive mit hohen Kosten verbunden. Die Diversität der Population von Studierenden hat stark zugenommen – nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Zahl an Studierenden, die aus Familien ohne Hochschulerfahrungen kommen, berufstätig sind oder nicht innerhalb von zwei Jahren nach Erlangung der Studienberechtigung an die Hochschule kommen. Gerade diese sogenannten nicht-traditionellen Studierenden haben ein deutlich erhöhtes Risiko des Studienabbruchs.
Universitäten erproben verschiedene Maßnahmen, um Studienabbrüchen und verlängerten Studienzeiten entgegenzuwirken. Der vorliegende Bericht bietet Optionen und Anregungen für derartige Problemlösungen und organisatorische Innovationen. Ausgehend von theoretischen Konzeptionen und auf der Basis einer umfangreichen Literaturrecherche werden die Gestaltungsprinzipien, Typen und Kategorisierungen von Maßnahmen herausgearbeitet, die Studienabbrüche verhindern und den Studienerfolg fördern können. International erprobte Maßnahmen sind u.a. Outreach-Programme (Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Schulen), Sommerkurse, Übergangsprogramme, Mentoring, Tutoring, Lerngemeinschaften, Service Learning und Forschungsorientierung in der ersten Studienphase.
Außerdem werden 51 ausführlich und einheitlich dokumentierte und wissenschaftlich geprüfte Best-Practice-Maßnahmen von Universitäten und Hochschulen aus den USA, Australien und Europa beschrieben, die auch für die Implementierung an österreichischen Universitäten geeignet sind. Ein besonderer Schwerpunkt wurde zudem auf MINT- (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Studienfächer gelegt.
Erfahrungen an erfolgreichen Universitäten zeigen, dass erprobte und evaluierte Maßnahmen, die möglichst früh ansetzen, d.h. teilweise schon vor Studienbeginn, gerade für jene Studierenden, die besonders abbruchsgefährdet sind, die Chancen für einen erfolgreichen Studienabschluss entscheidend verbessern und auch für die Universitäten und die Gesellschaft ökonomisch und sozial vorteilhaft sind.
- Endbericht zu Stop Dropout (pdf, 4.07 MB)
Innovative Learning Environments: Learning Hubs als Modell zur Umsetzung selbstgesteuerten Lernens
2016–2018| Laufzeit | 1. Oktober 2016 – 20. November 2018 |
| gefördert von | Bundesministerium für Bildung und Forschung; Verband der Technologinnen und Technologen |
Im Projekt wird die Wirksamkeit eines neu implementierten learning hub (Lernbüro) an einer Höheren Technischen Lehranstalt hinsichtlich der Zusammenhänge von individualisiertem und selbstgesteuerten Lernen, schulischem Erfolg und Engagement unter besonderer Berücksichtigung von Schulabsentismus und Schulabbruch, Selbstwirksamkeitserwartung und Bildungs- und Berufsaspirationen erforscht.
Evaluierung der modularen Oberstufe am Gymnasium Draschestraße
2016–2017| Laufzeit | 1. September 2016 – 1. September 2017 |
| gefördert von | Arbeiterkammer Wien (AK Wien) |
Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Evaluationsprojekt im Auftrag der Arbeiterkammer Wien zur Wirksamkeit der modularen Oberstufe. Untersucht wird ein innovatives pädagogisches Konzept, über dessen Umsetzung individualisiertes Lernen gefördert, individuelle Schwerpunktsetzungen, entsprechend den Interessen der Lernenden, ermöglicht und deren Eigenständigkeit gefördert werden soll.
Für die Evaluierung wurde ein Mixed-Method-Ansatz gewählt. Fallvergleichend analysiert wurden zwei Schulstandorte, die hinsichtlich relevanter pädagogischer Kerndimensionen (schulisches Engagement, Klassenklima, Selbstwirksamkeit sowie Berufs- und Studienorientierung) kontrastiert wurden. Zusätzlich wurde eine tiefgehende Analyse anhand von qualitativen Interviews, Gruppendiskussionen und Dokumentenanalysen vorgenommen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass das Konzept der modularen Oberstufe am untersuchten Schulstandort als erfolgreich bewertet werden kann und zu einer innovativen und inklusiven Schulkultur beiträgt.
- Endbericht Evaluierung MOST (pdf, 1.78 MB)
Reducing Early School Leaving in Europe (RESL.eu)
2013–2018| Laufzeit | 2013–2018 |
| gefördert von | Europäische Kommission |
In Europa sind mehr als 5,6 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren vom vorzeitigen Schulabbruch (Early School Leaving, ESL) betroffen. Diese Zahl bedeutet nicht nur eine immense Verschwendung des Potenzials junger Menschen, sondern hat auch schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Folgen: Für Early School Leaver besteht ein erhöhtes Risiko einer unzureichenden Teilhabe am Arbeitsmarkt und einer sozialen Ausgrenzung während ihres gesamten Lebensverlaufs.
Während die verfügbaren Forschungsdaten zum vorzeitigen Schulabbruch einige seiner isolierten Aspekte erklären, wird das Projekt RESL.eu das Phänomen aus einer ganzheitlichen Perspektive analysieren. Durch die Erfassung des komplexen und oft subtilen Zusammenspiels von Faktoren, die den vorzeitigen Schulabbruch auf Makro-, Meso- und Mikroebene beeinflussen, und durch die Dekonstruktion der Konfigurationen der verschiedenen Faktoren in ihren spezifischen Kontexten zielt RESL.eu darauf ab, spezifische Kombinationen von Variablen und die verschiedenen Kontexte aufzudecken, die die mit dem vorzeitigen Schulabbruch verbundenen Prozesse beeinflussen.
Um die in den 9 Partnerländern des Projekts (Belgien, Vereinigtes Königreich, Schweden, Portugal, Niederlande, Polen, Spanien, Ungarn und Österreich) gesammelten Daten vergleichen zu können, wird RESL.eu den theoretischen Rahmen für die Untersuchung des Schulabbruchs entwickeln und verfeinern und dabei eine praktikable und dennoch fein nuancierte Definition des Schulabbruchs formulieren. Im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatzes werden insgesamt 28.140 Fragebögen und 1.176 Interviews/FGD durchgeführt.
Dies ermöglicht es RESL.eu, konzeptionelle Modelle zu formulieren, die für die Entwicklung und Umsetzung allgemeiner Strategien und spezifischer Maßnahmen zur Bekämpfung des Schulabbruchs nützlich sind. Somit ist das Projekt nicht nur für die Verbesserung von Forschungsinstrumenten relevant, sondern möchte auch politische Entscheidungsträger, Schulpersonal und die Zivilgesellschaft im Allgemeinen unterstützen.
- Education Policies Concerning Early School Leaving In Austria (pdf, 373 KB)
- RESLeu in WU Broschüre (Nairz-Wirth, Gitschthaler, Fraisl) (pdf, 2.50 MB)
Professionalisierung zur Prä- und Intervention von Dropout: Eine qualitative Untersuchung von Habitus-Feld-Konstellationen im Bildungswesen
2012–2015| Laufzeit | 2012–2015 |
| gefördert von | Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (OeNB) |
Das Projekt dient der Grundlagenforschung im Bereich der Professionalisierung von Lehrenden mit dem Schwerpunkt auf Prä- und Intervention von Dropout. Die leitenden Annahmen beziehen sich auf den Zusammenhang von Habitus-Feld-Konstellationen und Einstellungen von Lehrenden gegenüber Dropout. Die qualitative Studie wird nach der Constructivist Grounded Theory durchgeführt, wobei teilweise narrative und teilweise halbstrukturierte Interviews und Gruppendiskussionen zur Datenerhebung dienen. Aufgrund der Ergebnisse der Datenanalyse werden habitusbezogene Typen von Lehrpersonen gebildet.
Bildungsverweigerung als Habitus: Eine sozialwissenschaftliche Studie zu sozio-räumliche und schulische Segregationstrends im Großraum Wien. Lehren aus Berlin, Vancouver und Wien
2010–2013| Laufzeit | 2010–2013 |
| gefördert von | Jubiläumsfonds der Stadt Wien |
Sozialräumliche und schulische Segregationstendenzen im Ballungsraum Wien: Lessons to be learnd am Beispiel Berlins (Band I)
Schulen sind wichtige Akteure bei der Gestaltung gesellschaftlicher Selektions- und Segregationsprozesse und sollten so organisiert und professionalisiert werden, dass sie die zentralen Werte einer demokratischen Gesellschaft wie z. B. Freiheit, Gleichheit und Integration zu verwirklichen helfen. Basierend auf einer Studie von international führenden ErziehungswissenschafterInnen (Bryk et al.) wurden in den Ballungsräumen Berlin (Neukölln) und Wien (Rudolfsheim Fünfhaus) an drei Mittelschulen/Hauptschulen qualitative Interviews mit SchulleiterInnen, Lehrpersonen, SchulärztInnen und SchulsozialarbeiterInnen durchgeführt.
Von den Befragten galt es zu erfahren, wie an den jeweiligen Schulstandorten, trotz starker Segregationstendenzen, negative Entwicklungen wie Schuldistanzierung und Dropout reduziert und die schulischen Leistungen der SchülerInnen verbessert werden können. Die Ergebnisse der Interviews wurden hinsichtlich international anerkannter "Good Practice Kriterien" untersucht.
Herausforderungen von ethnisch-segregierten Schulstandorten in Ballungsräumen – Das Modell Vancouver. Auf der Suche nach einem Good-Practice-Modell für Wien (Band II)
Die Untersuchung baut auf ersten Erkenntnissen des Projekts "Sozialräumliche und ethnische Segregationstendenzen im Ballungsraum Wien. Lessons to be learned am Beispiel Berlin" auf. In der komparativen Fall-Studie werden Good-Practice-Lösungen im Umgang mit den Herausforderungen von ethnisch-segregierten Schulstandorten, die für die Stadt Wien praktikabel und ökonomisch umsetzbar sind, aufgezeigt.
Der Vergleich von Good-Practice-Modellen zwischen zwei Ländern (Österreich und Deutschland), die nach dem PISA-Ranking im Mittelbereich verortet sind, und dem PISA-"Spitzenland" Kanada hat interessante Forschungsergebnisse hervorgebracht. Die Datenerhebung erfolgte mittels ethnographischer Erhebungsmethoden (Dokumentenanalyse, halbstrukturierte Leitfadeninterviews) an den drei Schulstandorten Wien, Berlin und Vancouver. Eine Feasibility-Study von einem ausländischen Good-Practice-Modell konnte für den Wiener Schulstandort erarbeitet werden.
Schulen als Kulturträger. Lessons to be learned (Band III)
Die Schulentwicklung hat im 21. Jahrhundert im Vergleich zu den Jahrzehnten davor an nationaler und internationaler Bedeutung gewonnen. Schulen einer Stadt sind zentrale kulturelle Einrichtungen wie die Oper, Theater, Sportarenen, Messen etc. Sie bestimmen die Attraktivität einer Stadt mit – und zwar nicht nur die Eliteschulen – sondern auch die sogenannten Problemschulen. Die Transparenz hat sich erhöht, d.h. eine Stadt kann ihre ‚Problemschulen‘ nicht mehr ‚verstecken’.Im Forschungsprojekt wird das Ziel verfolgt, internationale Best-Practice-Modelle zu identifizieren, die ‚kostengünstig’, kontextflexibel und ohne gravierende strukturelle Systemänderungen an den Wiener Schulen installiert werden können und zu nachhaltigen Erfolgen führen.
Quo Vadis Bildung? Eine qualitative (Längsschnitt-)Studie zum Habitus von Early School Leavers
2009–2010, 2010–2014Eine qualitative Studie zum Habitus von Early School Leavers
| Laufzeit | 2009–2010 |
| gefördert von | Arbeiterkammer Wien (AK Wien) |
Im theoretischen Teil dieser qualitativen Studie werden die Ergebnisse der internationalen Forschung über die Ursachen und Auswirkungen von Early School Leaving zusammengefasst. Der empirische Teil stellt die aus 25 qualitativen Interviews gewonnen empirischen Ergebnisse dar. Die Auswertung des Datenmaterials erfolgte unter Anwendung der bildungssoziologischen Theorie Pierre Bourdieus. Hinsichtlich der Bewältigungsstrategien von Jugendlichen nach einem Schulabbruch kristallisierte sich eine vorläufige Habitustypologie heraus, die in der Längsschnittstudie weiter differenziert wird. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des sozialen Kapitals (Bourdieu) für Bildungslaufbahnen.
Ausbau zur Längsschnittstudie zum Habitus von Early School Leavers (Folgeprojekt)
| Laufzeit | 2010–2014 |
| gefördert von | Arbeiterkammer Wien (AK Wien); MA 23 – EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung, Dezernat Arbeit und Wirtschaft (Stadt Wien) |
Laut Angaben der Europäischen Kommission leben derzeit rund sechs Millionen Early School Leavers in der EU, was bedeutet, dass jeder sechste 18-24-Jährige in der EU keinen über den Pflichtschulabschluss hinausgehenden Bildungsabschluss vorweisen kann. Early School Leavers sind in der heutigen Wissensgesellschaft stark von Arbeitslosigkeit und deren Folgerisiken, wie Armut, Krankheit und Devianz bedroht. Es liegen zahlreiche quantitative Untersuchungen zu den Ursachen von Early School Leaving vor. Ein Desiderat stellen bislang qualitative Studien dar, die die Problem- und Ausgrenzungsgeschichten so wie die Bewältigungsstrategien von ausbildungslosen Jugendlichen rekonstruieren. Ziel dieser Studie ist es, diese Lücke zu schließen und mittels eines qualitativen Forschungszuganges zu einem tieferen Verständnis der sozialen Realität von Betroffenen beizutragen. Die inhaltsanalytische Auswertung des empirischen Datenmaterials erfolgt mittels der Methode der „Habitushermeneutik“ mit dem Ziel die bereits rekonstruierten Typen zu vertiefen und neue Typen zu finden.
Learning from Second Chance Education: Making Use of Good Practices in Second Chance Education to Prevent Early School Leaving
2012–2013| Laufzeit | 2012–2013 |
| gefördert von | Ecorys UK; Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur |
Im Projekt werden die Bedeutung des zweiten Bildungsweges für das österreichische Bildungssystem und die unterschiedlichen Angebote zum Nachholen eines Bildungsabschlusses beschrieben. Der Fokus der empirischen Untersuchung richtet sich auf zwei Projekte („second chance schools“), die das Nachholen des Pflichtschulabschlusses ermöglichen. Mittels Leitfadeninterview wurden SchülerInnen, Lehrpersonen, Schuldirektoren, Bildungs- und BerufsberaterInnen und EntscheidungsträgerInnen im Bildungswesen zum Thema befragt. Ziel war es, erfolgreiche Elemente der Projekte zu identifizieren und diese hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit in das reguläre (Aus-)Bildungswesen zu analysieren (Perspectives on Transferability).
Professionalisierung von Lehrerinnen und Lehrern im Bereich der Prävention und Intervention von Schul- und Ausbildungsabbruch. Entwicklung einer auf der Theorie von P. Bourdieu und internationalen geprüften Modellen beruhenden Konzeption
2011–2012| Laufzeit | 2011–2012 |
| gefördert von | Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur |
Die Theorie von Pierre Bourdieu und die damit arbeitende internationale erziehungswissenschaftliche Forschung wurden als Rahmen für die Aufarbeitung der Forschungsergebnisse zur Prävention und Intervention bei Schul- und Ausbildungsabbruch sowie der Einstellungen, Verhaltensweisen und Praktiken von LehrerInnen und ihrer professionellen Entwicklung eingesetzt. Außerdem konnte durch eine an der Grounded Theory orientierte Theoriegenerierung und Datenanalyse auf der Grundlage halbstrukturierter, problemzentrierter Interviews eine vorläufige LehrerInnen-Typologie erstellt werden.
Die Ergebnisse der LehrerInneninterviews zeigen, dass die Professionalisierung von LehrerInnen in Hinblick auf Prävention von und Intervention bei Schuldistanzierung und Schulabbruch bisher unzureichend erfolgte. Ein differenziertes Bewusstsein für diesen Mangelzustand konnte nur bei sehr wenigen LehrerInnen und nur im Ansatz aus den Aussagen im Interview rekonstruiert werden. Durch die Aufarbeitung der internationalen Fachliteratur, die qualitative Untersuchung und eine Auswahl von Best Practice Beispielen wurden Erkenntnisse und Anregungen für die Entwicklung differenzierter Modelle zur Verbesserung der Professionalisierung von LehrerInnen vermittelt.
Abteilung für Bildungswissenschaft