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Was sind Emerging Markets?

Es gibt keine allgemein gültige Definition des Begriffs „Emerging Market“ bzw. „Schwellenland“. Schwellenländer sind zwar international meist noch als Entwicklungsländer klassifiziert. Typisch für diese Länder ist aber, dass sie sich in einem umfassenden Wandlungsprozess befinden und zwar von einem Entwicklungsland zu einem entwickelten Land (Developed/Advanced Economy). Schwellenländer zeichnen sich durch eine hohe Wachstumsdynamik, fortschreitende Industrialisierung und zunehmende Integration in die Weltwirtschaft aus. Vielfach werden noch  hohe Bevölkerungszahlen und –wachstum und ein geringer, aber schnell steigender Lebensstandard hervorgehoben.

Gleichzeitig weisen diese Länder jedoch eine schwach ausgeprägt Infrastruktur auf, sowohl was die technische, soziale als auch die institutionelle Seite betrifft. Die Lücken in der technischen Infrastruktur betreffen Verkehrssysteme, Energieversorgung, Telekommunikationsnetze und das Finanz- und Bankensystem. Die soziale Infrastruktur umfasst das Bildungs-, Gesundheitssystem, soziale Sicherungssysteme und die öffentliche Sicherheit. Schwächen im institutionellen System zeigen sich in einem im Vergleich zu Industrieländern weniger entwickelten Politik-,  Verwaltungs- und Rechtssystem, die das problemlose Funktionieren von Produkt-, Arbeits- und Kapitalmärkten sicherstellen. Der eingeschlagene Aufhol- und Modernisierungsprozess und der damit einhergehende Wandel in allen Bereichen der Gesellschaft schaffen somit einerseits ein enormes Marktpotential für lokale und ausländische Unternehmen. Aber auch Risiken, die sich aus dem Fehlen infrastruktureller Voraussetzungen und dem institutionellen Wandel ergeben.

Wer zählt zu den Schwellenländern?

Zu den Schwellenländern zählt man je nach Abgrenzung derzeit etwa 40 Staaten, die oftmals in Ländergruppen zusammengefasst werden. Die Gruppeneinteilung erfolgt über eine geografisch-regionale Zuordnung („europäische/lateinamerikanische/asiatische … Wachstumsmärkte“) oder anhand von ökonomischen, sozialen und demographischen Kennzahlen. Neben den BRICS-Staaten – ein Akronym für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – gibt es eine Reihe weiterer etablierter Subgruppen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) klassifiziert Länder im wesentlichen anhand der folgenden drei Kriterien als fortgeschrittene ("advanced") Volkswirtschaften, bzw. als Schwellen- und Entwicklunsländer:

  • pro Kopf Einkommen

  • Grad der Exportdiversifizierung

  • Grad der Integration in das globale Finanzsystem.

Gemäß der IWF-Klassifikation gibt es derzeit über 150 Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Liste des Kompetenzzentrums ist restriktiver. Ausgeschlossen werden jedenfalls

  • die weltweit am wenigsten entwickelten Länder (laut Liste des UN Committee for Development Policy)

  • einkommensschwache ("low-income") Länder (laut Weltbank-Liste)

  • Länder mit weniger als 200.000 EinwohnerInnen.

Die verbleibenden 71 Länder bilden die Gruppe der Schwellenländer (weite Definition). Eine noch engere Definition von Schwellenländern stützt sich auf den Auswahlprozess von FTSE Russell. 38 Länder entsprechen diesen Kriterien.

Länderliste Emerging Markets & CEE

Schwellenländer (weite Definition)

Schwellenländer im engeren Sinne fett hervorgehoben
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Zentral- und osteuropäische Länder (CEE)

inklusive der nicht-europäischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion (GUS)
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