Das Institut für Wirtschaftspädagogik ist an der WU-Wien dem Department Management zugeordnet, in dem die verhaltenswissenschaftlich orientierten betriebswirtschaftlichen Lehrstühle zusammengefasst sind.
Im Jahr 2005 übernahm Josef AFF die Leitung des Lehrstuhls. Das Institut verfügt mit Richard FORTMÜLLER (stellvertretender Institutsvorstand) und Bettina FUHRMANN (dzt. karenziert) über zwei weitere habilitierte Mitarbeiter/innen. Zum Team zählen ferner Kerstin KONCZER, Barbara MÜLLAUER, Johanna RECHBERGER und Christoph SCHWARZL. Das Institut führt seit 2008 ein internationales Bildungskooperationsprojekt mit Russland, das von der EU finanziert wird, durch. Da die Hauptverantwortung für die Projektdurchführung vom Lehrstuhl wahrgenommen wird, ist seit 2009 Frau Anna KURMELEVA am Institut als Projektmitarbeiterin tätig.
Da am Lehrstuhl in Wien Fachdidaktik als ein „Kerngeschäft“ der wirtschaftspädagogischen Lehre betrachtet wird, werden die (schul)relevanten zentralen Themenfelder Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Wirtschaftsinformatik (einschließlich didaktische Nutzung der Neuen Medien) sowie Volkswirtschaft von Institutsmitarbeiter/innen (L1-Lehrer/innen im Hochschuldienst) unter besonderer Berücksichtigung der fachdidaktischen Perspektive gelehrt. Dieses Team setzt sich aus den Mitarbeiter/inne/n Ingrid Dobrovits (Rechnungswesen), Gottfried KÖGLER (Volkswirtschaft), Susanne GROHMANN (Schulpraktische Phase), Rainer BAIER (Wirtschaftsinformatik) sowie Ilse PACHLINGER (Wirtschaftstraining, Soziale Kompetenz) zusammen. Diese sind am Lehrstuhl voll oder Teilzeit beschäftigt. Fast alle „fachdidaktischen Mitarbeiter/innen“ besitzen umfassende Unterrichtserfahrung, wobei der größte Teil dieser Beschäftigten weiterhin den „Bodenkontakt“ zur Schulrealität praktiziert. Für die vielen Aktivitäten des Lehrstuhls (Programmdirektion für das Masterprogramm, E-Learning-Unterstützung von AMC I, Didaktische Beratung für Learn@WU, Management der WU weiten Lehrveranstaltungen zur Förderung der soziale Kompetenz der Studierenden etc.) sind am Institut zusätzlich zwischen fünf und acht Projektmitarbeiter/innen und Tutor/innen beschäftigt.
Daneben sorgen mehr als 20 Lektor/inn/en für ergänzende Angebote in der Lehre. Das Institut erbringt zusätzlich umfassende Dienstleistungen für die gesamte Universität. Seit vielen Jahrzehnten betreut der Lehrstuhl die Propädeutik des Rechnungswesens für alle Studienanfänger, derzeit in der neuen Bologna-Architektur mit einer zweisemestrigen Eingangs- und Selektionsphase das erste Modul Rechnungswesen (AMC1) für jährlich rund dreitausend Studierende. Da die Lehre der ersten beiden Semester vollständig durch die Lernplattform Learn@WU gestützt wird, wurden seitens des Lehrstuhls umfassende Lernmaterialien entwickelt und didaktisch für ein optimales „plattformgestütztes“ Lernen aufbereitet.
Ebenso stellt das Projekt Soziale Kompetenz seit 2004 einen wesentlichen Tätigkeitsbereich des Instituts dar. Dieses wurde vom früheren Institutsvorstand Wilfried SCHNEIDER aufgebaut, ab 2008 erfolgt die Leitung durch Bettina FUHRMANN, jedoch auf Grund Ihrer Mutterschaft derzeit durch Ilse PACHLINGER. Pro Semester werden über vierzig zweitägige Workshops im Spektrum zwischen Konfliktmanagement und Moderation für alle Studierende der WU angeboten.
Das WIPÄD-Institut (Rainer BAIER) ist didaktischer Ansprechpartner für alle WU-Mitarbeiter/innen, die eLearning in der Lehre einsetzen. Ebenso wird eine interne Weiterbildung im Rahmen des Traineeprogramms für alle neuen Mitarbeiter/innen angeboten sowie Seminare zur Nutzung von LEARN@WU für Lehrveranstaltungen und Projekte. Zudem entwickelte das Institut ein Online-Informationssystem zum Thema eLearning für alle WU Lehrenden. Die vielfältigen Aufgaben bedingen ein umfassendes Lehrangebot und entsprechende personelle Ressourcen. Pro Semester bietet das Institut über 100 Lehrveranstaltungen im Umfang von etwa 200 SST an, davon etwa die Hälfte für die WIPÄD-Ausbildung, der Rest verteilt sich auf die Propädeutik Rechnungswesen/Kostenrechnung und auf den Bereich Soziale Kompetenz. In Summe gewährleisten neben den Institutsmitarbeiter/innen rund vierzig Lektoren/innen die professionelle Umsetzung eines derart großen Portfolios in der universitären Lehre.
Im Jahr 2009 wurde das Institut um die Abteilung für Bildungswissenschaft ergänzt. Die Abteilung wird von Erna NAIRZ-WIRTH geleitet.
Die Ausbildung knüpft an die durch Hans KRASENSKY und Wilfried SCHNEIDER begründete „Wiener Tradition“ an. Ihr Kern besteht darin, der betriebswirtschaftlichen Ausbildung unter besonderer Berücksichtigung der Fachdidaktik einen großen Stellenwert zuzuordnen, weil durch diese Strategie (Lehrer/innen)Professionalität und Polyvalenz gleichermaßen optimiert wird. Die innovative Weiterentwicklung der Lehre am Standort Wien wird unter anderem durch die Einführung eines einphasigen Masterstudiums dokumentiert.
Dieser Schritt stellt eine curriculare Pionierleistung dar, weil die bisherigen WIPÄD-Masterstudiengänge in Deutschland zweiphasig strukturiert sind. Ebenso wurde mit der Einführung des betriebspädagogisch orientierten Studienangebots „Wirtschaftstraining & Bildungsmanagement“ im Studienzweig „Betriebswirtschaft“ des Bachelorstudiums Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (10 SST/20 ECTS) an die von Hans KRASENSKY begründete betriebspädagogische Tradition angeknüpft. Mit der Einführung von Lehrerbildungsstandards werden zentrale berufliche Kompetenzen formuliert, um Theorie, Empirie und Befunde der Expertenforschung mit Praxiserfahrungen zu verknüpfen. Dadurch wird unter anderem die Ergebnisverantwortung universitärer (Lehrer/innen)Ausbildung transparent gestaltet. Da die Ausbildung im Diplomstudium ausläuft (2012/13), wird in den folgenden Ausführungen die neue Wipäd-Studienarchitektur (Spezielle BWL im Bachelorprogramm WISO, Masterstudium Wirtschaftspädagogik) vorgestellt.
Im betriebswirtschaftlichen Bachelorstudium kann anstelle einer der beiden verpflichtend vorgeschriebenen speziellen Betriebswirtschaftslehren das betriebspädagogische Studienangebot „Wirtschaftstraining & Bildungsmanagement“ gewählt werden. Wie alle Speziellen Betriebswirtschaftslehren umfaßt das Studienangebot fünf Kurse zu je 2 SST und 4 ECTS. Das Curriculum orientiert sich am Berufsbild eines Wirtschaftstrainers/einer Wirtschaftstrainerin.
Auf Grund der einphasigen Ausbildungstradition in Österreich umfaßt das Masterstudium fünf Semester mit einem Gesamtlehrangebot von 51 SST und 150 ECTS. Es wird mit dem akademischen Titel „Master of Science (WU)“ abgeschlossen. Die um ein Semester längere Studiendauer erklärt sich aus der schulpraktischen Phase im fünften Semester. Bei der inhaltlichen Konkretisierung des Masterangebots erfolgt eine Orientierung am Basiscurriculum für das universitäre Studienfach Berufs- und Wirtschaftspädagogik der deutschen Sektion „Berufs- und Wirtschaftspädagogik“. Da in Deutschland eine zweiphasige Ausbildungskonzeption existiert, wurden die inhaltlichen Vorgaben der Sektion modifiziert. Da die Wipäd-Ausbildung in Österreich die Absolvent/innen für das spätere berufliche Handlungsfeld ‚Schule‘ ohne Referendariatsphase vorbereiten muss, erfolgt beispielsweise eine im Vergleich zu Deutschland ungleich stärkere Gewichtung der ökonomischen Fachdidaktik.
Im ersten Semester erfolgt eine Teilung, wobei die erste Semesterhälfte für eine Sequenzierungsphase genutzt wird. Da in Österreich auf Grund des freien Universitätszugangs grundsätzlich alle Studierende mit einem abgeschlossenen wirtschaftswissenschaftlichen Studium oder Fachhochschulabschluss zum WIPÄD-Masterstudium berechtigt sind, erfolgt in der ersten Semesterhälfte eine Sequenzierung. Im Oktober wird eine intensive „Auffrischung“ der fachwissenschaftlich berufsrelevanten Kenntnisse (BW, RW, WINF) angeboten, über die Anfang November eine Prüfung abzulegen ist. Studierende, die diese Sequenzierungsprüfung positiv bestehen und eine verhaltensorientierte Lehrveranstaltung (Assessment) erfolgreich ablegen, sind zum Weiterstudium berechtigt.
Die wirtschaftspädagogische Forschung an der WU Wien zeichnet sich durch eine thematische und paradigmatische Breite aus. Während der Lehrstuhlinhaber Josef AFF dem Aspekt der Implementierung schulischer Innovationen durch Modellversuchsforschung in der Tradition der pädagogischen Handlungsforschung einen hohen Stellenwert zuordnet, präferiert Richard FORTMÜLLER experimentelle empirische Forschungsdesigns in der Tradition des Kritischen Rationalismus. Einen zentralen Forschungsschwerpunkt von Bettina FUHRMANN bildet die Evaluationsforschung.
Im Rahmen einer mehr als fünfjährigen wissenschaftlichen Begleitforschung des Modellversuchs „Begabungsförderungsmodell Schumpeterklassen an der BHAK Wien 13“ (2000 bis 2005) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur wurde ein didaktisches Konzept zur Umsetzung von Begabungsförderung und Entrepreneurship entwickelt, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet sowie ein Drei-Ebenen-Modell einer Entrepreneurship-Erziehung entwickelt. Dieses wird der aktuellen Entrepreneurship-Erziehung an wirtschaftsberuflichen Vollzeitschulen zu Grund gelegt. In diesem Modellversuch konnte ein außerordentlich hoher Transfer erzielt werden, einerseits durch die Herausgabe eines Medienkoffers zur Entrepreneurship-Erziehung, durch zahlreiche Lehrerweiterbildungsveranstaltungen, durch Impulse für die Lehrplanreform, durch Schulbuchprojekte sowie andererseits durch die Errichtung eines Impulszentrums für Entrepreneurship Erziehung an der Modellversuchsschule, das für den Österreich weiten Transfer einer Entrepreneurship Erziehung an Handelsakademien verantwortlich ist. Neben der Gestaltungs- und Implementierungsforschung sowie explorativen Studien zu Fragen der Berufsbildung (beispielsweise aktuell zur Handelsschule) sowie generell zur Berufsbildungsarchitektur Österreichs beschäftigt sich der Lehrstuhlinhaber seit 1995 mit wirtschaftsdidaktischen Fragestellungen.
Einen zentralen grundlagenforschungsorientierten Schwerpunkt von Richard FORTMÜLLER bildet die Auseinandersetzung mit Lerntheorien unter besonderer Berücksichtigung informationsverarbeitender Ansätze. Im Zentrum seiner Forschungsarbeiten steht die kognitionstheoretische Bedingungsanalyse wirtschaftsberuflicher Lehr-Lern-Prozesse. Diese erfolgt auf drei Ebenen: der Aufarbeitung der lernpsychologischen und kognitionstheoretischen Grundlagen unter Berücksichtigung der aktuellen Befunde der Gehirnforschung, darauf basierenden Analysen der Potenziale von Lehr-Lern-Arrangements sowie experimenteller Studien zu Hypothesen über die Lernwirksamkeit didaktischer Gestaltungsmaßnahmen. Neben diesem langfristigen Forschungsschwerpunkt umfassen seine Forschungsaktivitäten empirische Arbeiten zu verschiedenen schul- und weiterbildungsrelevanten Fragestellungen.
Seit vielen Jahren stellt die Evaluationsforschung (in verschiedenen Ausprägungen und zu verschiedenen Themenbereichen) einen Schwerpunkt der empirischen Forschung von Bettina FUHRMANN dar. Dazu zählen neben anderen vor allem die Evaluationsprojekte „Übungsfirmen in Österreich“ und „Evaluation von Lehrerinnen und Lehrern“. Das Übungsfirmenprojekt sah die formative Evaluation von sechs ausgewählten „Best Practice“-Übungsfirmen in drei Bundesländern vor, bei der durch die Verknüpfung von Perspektiventriangulation (Lernende, Lehrende und Beobachtungsperspektive) und Methodentriangulation (qualitative Interviews, qualitative und quantitative schriftliche Befragungen sowie offene, teilnehmende Beobachtungen) eine Fülle von empirischen Daten gewonnen werden konnte, die nicht nur die didaktischen Möglichkeiten und Grenzen eines simulierten Unternehmens aufzeigt, sondern auch die Entwicklung von Planungsheuristiken zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Übungsfirmenarbeit an den Schulen ermöglicht. In nachfolgenden empirischen Arbeiten wurde die Forschung zur Übungsfirma fortgeführt und zusammengefasst.
Das Forschungsprojekt zur Evaluation von Lehrkräften im Rechnungswesenunterricht geht der Frage nach, auf Grund welcher Faktoren die Lernenden zu ihrem Gesamtbild einer guten Lehrkraft kommen. Auf der Datenbasis der schriftlichen Befragung von über 2000 Schüler/innen aus ganz Österreich wird empirisch geklärt, ob sich dieses Gesamtbild im Wesentlichen durch die von den Lernenden wahrgenommene Unterrichtsgestaltung durch die Lehrkräfte erklären lässt oder ob andere Faktoren einen vergleichsweise größeren Einfluss haben, obwohl sie mit der Qualität des Unterrichts in keinem sachlich begründbaren Zusammenhang stehen. Dieser Arbeit sind Vorfelduntersuchungen zur Lehrqualität und Lehrevaluation, insbesondere auf der Grundlage der Beurteilungen der Lernenden vorangegangen.
In den letzten Jahren wurde das Forschungsportfolio thematisch verbreitert, vor allem wurde der Übergangsforschung mit mehreren Dissertationsprojekten von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Lehrstuhls ein erhöhter Stellenwert zugeordnet, wobei in diesen Forschungsprojekten auf die spezifische österreichische Berufsbildungsarchitektur (hoher Stellenwert beruflicher Vollzeitschulen im Sekundarbereich II) eingegangen wird.
Die Dissertationsprojekte von Johanna RECHBERGER (Erstberufswahl von Hauptschüler/-innen), Kerstin KONCZER (Lerntransfer im Fach Rechnungswesen), Ingrid DOBROVITS (Multiple-Choice als Prüfungsmodus in der Studieneingangsphase der WU Wien) und Franz-Karl SKALA (Auswirkungen der Tertiärisierung der Berufsbildung auf die Wettbewerbsfähigkeit von AbsolventInnen wirtschaftsberuflicher höherer Schulen) sind diesem Forschungsschwerpunkt zuzuordnen.
Neben vielen Fachdidaktischen Entwicklungsarbeiten, die laufend am Lehrstuhl realisiert werden, widmet sich die laufende Dissertation von Müllauer/Schopf (Entwicklung und Evaluation eines Konzepts zur Verknüpfung von Unterrichts-/Schulentwicklung und externer Evaluation. Eine quasi-experimentelle Studie an Wiener Handelsakademien (HAK) im Fach Betriebswirtschaft im II. Jahrgang) der aktuell sehr intensiv diskutierten Thematik, wie kompetenzorientiertes Lernen an wirtschaftsberuflichen Vollzeitschulen implementiert werden kann. Im Rahmen dieses Dissertationsprojektes werden Aspekte wie Kerncurriculum, Kompetenzmodelle, kompetenzorientiertes Prüfen mittels Lernstandserhebungen etc. thematisiert.
Unterschiedliche Fragen der Berufsbildungsforschung bildeten in den letzten Jahren ebenfalls einen neuen Schwerpunkt im Forschungsverständnis des Instituts. Neben empirischen Studien wie jene über die Zukunft der Handelsschulen wird derzeit im Rahmen einer laufenden Dissertation das Programm des Masterstudiengangs Wirtschaftspädagogik empirisch evaluiert (vgl. Schwarzl).
Thematisch beschäftigte sich das Institut mit Fragen des NQR und ganz aktuell bildet die Auseinandersetzung mit der Hybrid Qualifikationsstruktur berufsbildender Vollzeitschulen eine Forschungsaktivität des Instituts im Rahmen des Leonardo-Projektes Hybrid qualifications - Increasing the value of Vocational Education and Training in the context of Lifelong Learning. An diesem Projekt nehmen die University of Southampton, die Roskilde University sowie die Universität Konstanz teil, die auch die Koordination dieses internationalen Projektes wahrnimmt (Prof. Thomas Deißinger).
Der Wiener Lehrstuhl verfügt über eine klare strategische internationale Orientierung durch Fokussierung der EU-Bildungskooperations- und Forschungsprojekte auf den osteuropäischen Raum (Bulgarien, Ukraine, Russische Förderation). Bereits nach dem Fall des eisernen Vorhangs zu Beginn der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts führte der Lehrstuhlinhaber (damals Lehrstuhl für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität zu Köln) ein umfassendes Bildungskooperationsprojekt zur Neuausrichtung der ökonomischen Bildung in Bulgarien durch. Der wesentlichste EU-Projektpartner war damals Franz Josef KAISER (Universität Paderborn), unter dessen Projektleitung in der Folge eine Reihe von TEMPUS/TACIS-Projekten zur Förderung der ökonomischen Bildung in diversen Regionen der russischen Föderation mit dem Wiener Lehrstuhl durchgeführt wurde.2008 begann unter der Leitung des Wiener WIPÄD-Instituts die Umsetzung des EU-TEMPUS Projektes „Einführung von Entrepreneurship Education in der Russischen Förderation“, an dem neben Franz Josef KAISER (Universität Paderborn) zahlreiche russische Universitäten eingebunden sind. In diesem Projekt wurden Drittmittel in Höhe von rund 300.000 Euro für die beteiligten Projektpartner generiert. Im Februar 2010 konnte dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Neben der Erarbeitung zahlreicher fachdidaktischer Materialien zum Thema Entrepreneurship - digital wie auch in Printform - wurden auch wissenschaftliche Beiträge publiziert.
Im Juli 2010 wurde das Institut darüber informiert, dass das EU Tempus-Projekt "Entwicklung und Implementierung nachhaltig wirksamer Strukturen zur Entrepreneurship Erziehung in der Russischen Föderation und Tadschikistan" für den Zeitraum 2010 bis 2013 genehmigt wurde. Bedenkt man, dass nur rund 15 % der eingereichten Projekte tatsächlich genehmigt werden, handelt es sich um einen durchaus erfreulichen Ausdruck der Wertschätzung der EU für die bisherige Arbeit des Instituts in internationalen Bildungskooperationsprojekten. In diesem neu genehmigten Projekt werden Drittmittel in Höhe von rund 860.000 Euro generiert.
Ebenso ist erfreulich, dass das abgelaufene EU Tempus-Projekt zur Entrepreneurship Erziehung aus wissenschaftlicher Perspektive interessant war, weil eine Institutsmitarbeiterin aus der Russischen Föderation die Frage, welche individuellen und organisationalen Lerneffekte in diesem internationalen Bildungskooperationsprojekt realisiert werden konnten, thematisierte (vgl. Kurmeleva).
Abgesehen von den durch die einphasige Studienarchitektur bedingten engen Kontakten zu zahlreichen Betreuungslehrer/inne/n und Partnerschulen, die für alle vier österreichischen WIPÄD-Standorte typisch sind, verfügt der Wiener Lehrstuhl traditionell über viele darüber hinausgehende Kooperationsfelder. Eine „Stellschraube“, mit deren Hilfe besonders unmittelbar Unterrichtsrealität beeinflusst werden kann, sind Schulbücher. Der langjährige Ordinarius Wilfried SCHNEIDER begründete vor allem mit seinen BWL-Schulbüchern über Jahrzehnte eine Dominanz in den Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen, die bis heute – wenn auch in abgeschwächter Form – andauert. Heute sind viele Institutsmitarbeiter/innen als Lehrbuchautoren/innen tätig (Christine STEIGER, Bettina FUHRMANN, Gottfried KÖGLER, Rainer BAIER) bzw. als Autoren/innen von Medienpaketen zu speziellen Themenfeldern wie Entrepreneurship oder EU-Ostöffnung (Josef AFF, Gottfried KÖGLER). Ebenso zählen Lehrerweiterbildungen zum Standardprogramm vieler Institutsmitarbeiter/innen.