Institut für Nachhaltigkeitsmanagement
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„Innovation braucht Verantwortung“ - Gastbeitrag von André Martinuzzi im Standard-Magazin „Karriere“

13. November 2019

André Martinuzzi plädiert in einem Gastbeitrag im Standard-Karrieremagazin dafür, Innovation und Nachhaltigkeit besser zu verbinden. Dafür reiche es nicht, nur nachhaltige Produkte zu entwickeln, sondern es brauche tiefgreifende Veränderungen in der Art und Weise, wie wir wirtschaften.

Trotz vieler Anstrengungen einzelner Firmen, ihre Produkte oder sogar Produktionsweise nachhaltig zu gestalten, konnten wir laut André Martinuzzi noch keine Trendwende bei globalen Problemen wie der Klimakrise oder Menschenrechten herbeiführen. In seinem Gastbeitrag im Standard fordert er daher, Corporate Social Responsibility und Innovationsmanagement zusammenzuführen. Konkret könne dies an den folgenden drei Aspekten umgesetzt werden.

Erstens müssen die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen eine größere Rolle bei Innovationsstrategien einnehmen. Dafür müssen die Herausforderungen der Menschen besser erfasst werden, zum Beispiel indem sie direkt in Innovationsprozesse miteinbezogen werden. Hier ist es wichtig, Menschen mit diversen Hintergründen einzubeziehen, denn nur so können neue Ansätze und Denkweisen entwickelt werden. Die so identifizierten Bedürfnisse dienen als Grundlage für den Innovationsprozess. Hier sind CSR- und NachhaltigkeitsmanagerInnen hilfreich, die Erfahrung mit der Umwandlung von gesellschaftlichen Herausforderungen in Geschäftsideen haben.

Zweitens sollte mehr Augenmerk auf das Abschätzen der Wirkungen von Innovationen gelegt werden. Neue Technologien erfordern einen breiten gesellschaftlichen Dialog über ethische Grenzen, technologische Risiken und gesellschaftliche Folgewirkungen, an denen sich Unternehmen aktiv und transparent beteiligen sollten. Hier können Instrumente der Technologiefolgenabschätzung hilfreich sein, die schon seit Jahrzehnten im CSR-Bereich im Einsatz sind.

Drittens werden wir die aktuellen globalen Herausforderungen nicht meistern, wenn wir uns nur auf die Nachhaltigkeit einzelner Produkte oder Unternehmen fokussieren. Der Wandel muss auf struktureller Ebene geschehen. André Martinuzzi verweist darauf, dass sich die meisten gesellschaftlichen Systeme, in denen wir heute agieren, ungeplant entwickelt haben. Führungskräfte in der Wirtschaft müssen sich aktiv daran beteiligen, diese Systeme umzugestalten. Das geht nur, wenn sie sich über die Sachzwänge ihres eigenen Systems hinwegsetzen.

Verantwortungsvolle Innovation kann einen Teil dazu beitragen, diese Systeme nachhaltig zu gestalten. Sollten diese tiefgreifenden Änderungen in der Art und Weise unseres Wirtschaftens nicht geschehen, „fahren wir unsere Lebens- und Wirtschaftsform an die Wand“, so André Martinuzzi.

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