Institut für Nachhaltigkeitsmanagement
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Forschung

 Seit dem 1987 veröf­fent­lichten Brundt­lan­d-Be­richt und in Folge der UN-Kon­fe­renzen in Rio (1992) und Johan­nes­burg (2002), sowie dem Vertrag von Amsterdam ist "Nach­hal­tige Entwick­lung" zu einem welt­weit akzep­tierten gesell­schaft­li­chen Leit­bild geworden. Die Umset­zung dieses Leit­bilds bringt eine Viel­zahl neuer Heraus­for­de­rungen für die natio­nale und inter­na­tio­nale Forschung mit sich:

  • Auf betrieb­li­cher Ebene wurde das Leit­bild Nach­hal­tige Entwick­lung zunächst durch umwelt­tech­no­lo­gi­sche Entwick­lungen und inte­grierte Produkt­po­litik umge­setzt. In den 1990er Jahren gewannen manage­men­tori­en­tierte Ansätze an Bedeu­tung und erst seit wenigen Jahren wird Nach­hal­tige Entwick­lung als stra­te­gi­sche Heraus­for­de­rung zur Inte­gra­tion von ökon­o­mi­schen, sozialen und ökol­o­gi­schen Anliegen verstanden. Diesen Heraus­for­de­rungen begegnen Unter­nehmen mit einer Viel­falt von frei­wil­ligen Akti­vi­täten, die mit dem Begriff "Corpo­rate Social Respon­si­bi­lity" (CSR) zusam­men­ge­fasst werden.

    In der gelebten inter­dis­zi­pli­nären Zusam­men­ar­beit von Tech­no­logie, Manage­ment-, Rechts- und Sozi­al­wis­sen­schaften liegt unsere Stärke. Unser Forschungs­ziel ist es, die Schnitt­stellen und Inter­ak­tionen zwischen Unter­nehmen und ihren Stake­hol­dern, den dahinter liegenden Steue­rungs­sys­temen und dem insti­tu­tio­nel­l-­recht­li­chen Rahmen aus einer inter­dis­zi­pli­nären Perspek­tive heraus zu beleuchten. Statt Nach­hal­tige Entwick­lung als wirt­schaft­lich belas­tenden gesell­schaft­li­chen Anspruch zu inter­pre­tieren, sollen die Poten­ziale von CSR als Unter­neh­mens­vi­sion, Markt­ent­wick­lungs­po­ten­zial und Wett­be­werbs­vor­teil unter­sucht werden.  

  • Auf poli­ti­scher Ebene sind konsis­tente Rahmen­be­din­gungen für Nach­hal­tige Entwick­lung zu schaffen. Zentrale Heraus­for­de­rungen sind die effek­tive Zusam­men­ar­beit zwischen verschie­denen Insti­tu­tionen, die Einbin­dung von Betrof­fenen in die poli­ti­sche Entschei­dungs­fin­dung, Auswahl und adäquater Einsatz von unter­schied­lichsten poli­ti­schen Steue­rungs­in­stru­menten und die Etablie­rung von effek­tiven Part­ner­schaften zwischen dem öffent­li­chen und dem privaten Sektor.

    Zu dieser Schnitt­menge von Wirt­schafts- und Poli­tik­wis­sen­schaft können wir auf eine Viel­zahl abge­schlos­sener Projekte in Grund­la­gen- und Auftrags­for­schung aufbauen und haben inter­na­tional beach­tete Forschungs­ar­beiten vorge­legt. Die Zusam­men­ar­beit von Betriebs­wirt­schafts­lehre und Poli­tik­wis­sen­schaft im Kontext Nach­hal­tiger Entwick­lung ist unsere beson­dere Stärke. Forschungs­ziel ist es, das sich wandelnde Verhältnis zwischen Staat und Wirt­schaft, sowie die Chancen und Grenzen der Anwen­dung wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­cher Ansätze im Themen­feld "Gover­nance for Sustainable Deve­lop­ment" zu unter­su­chen. 

  • Für die Zivil­ge­sell­schaft und jedes einzelne Indi­vi­duum bedeutet Nach­hal­tige Entwick­lung ein Hinter­fragen von Konsum- und Verhal­tens­mus­tern. Dazu ist nicht nur Infor­ma­tion und Bildungs­ar­beit erfor­der­lich, sondern auch das Schaffen von Verhal­tens­an­ge­boten. Da nach­hal­tige Konsum- und Verhal­tens­muster von subjek­tiven Bedürf­nissen und lokalem Wissen abhängig sind, ist die Zivil­ge­sell­schaft gefor­dert, Entschei­dungen in Politik und Wirt­schaft mitzu­ge­stalten.

    Ausge­hend von Sozio­logie, Poli­tik­wis­sen­schaft und Manage­ment­lehre sind hier auch Brücken zur Regio­nal­ent­wick­lung, Betriebs- und Volks­wirt­schafts­lehre vorhanden. Forschungs­ziel ist es, die sich wandelnden Bezie­hungen zwischen Staat, Wirt­schaft und Gesell­schaft aufzu­zeigen und ausge­wählte Hand­lungs­felder zu unter­su­chen (z.B. Nach­hal­tiger Konsum).